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Fotoarchiv der Familie Zardini

23.05.2025

Das Ladinische Kulturinstitut Micurá de Rü in St. Martin in Thurn übernimmt das historische Fotoarchiv der Familie Zardini aus Cortina d’Ampezzo. Dazu wurde eine Vereinbarung unterzeichnet.

Radunata delle truppe italiane nella piazza di Cortina, di fronte alla vecchia casa e bottega dei fotografi Zardini (dall’archivio fotografico storico Zardini).
Radunata delle truppe italiane nella piazza di Cortina, di fronte alla vecchia casa e bottega dei fotografi Zardini (dall’archivio fotografico storico Zardini).

Das beeindruckende Archiv umfasst rund 300.000 historische Fotografien – darunter Glasplatten, Negative, Dias und Abzüge –, die von mehreren Generationen der Fotografenfamilie Zardini aus Cortina d’Ampezzo angefertigt wurden. Die ersten Aufnahmen stammen aus den frühen 1900er-Jahren von Raffaele Zardini und seiner Frau Antonia Verocai Zardini. Über Jahrzehnte hinweg wurde die Sammlung erweitert, zuletzt von Stefano Zardini, der 2019 verstarb. 

Stefano Zardini, Enkel von Raffaele und Sohn von Roberto – beide renommierte Fotografen –, trat in die Fußstapfen seiner Familie und machte sich als international gefragter Fotojournalist einen Namen. Seine Werke wurden in Magazinen und Ausstellungen weltweit präsentiert. Trotz zahlreicher Reisen blieb er seiner Heimat eng verbunden und widmete sich immer wieder den Dolomiten, den Menschen und der Kultur seiner Region. Auch wenn ihn seine Arbeit oft in die Ferne führte, kehrte er mit großer Leidenschaft nach Cortina zurück. Seine tiefe Verbundenheit mit der Geschichte und Identität seines Heimatortes bewog ihn, das Familienarchiv mit großer Sorgfalt zu pflegen und weiterzuführen. 

Nach seinem Tod übernahm seine Frau Valentina diese Aufgabe. Ihr Anliegen war es nicht nur, einen geeigneten Ort für die Aufbewahrung des Archivs zu finden, sondern auch, das kulturelle Erbe ihres Mannes lebendig zu halten – durch Ausstellungen, Projekte und Initiativen, die seine Arbeit weitertragen. 

Die Übergabe des Archivs an das Ladinische Kulturinstitut Micurá de Rü ist ein bedeutender Schritt, um diese einzigartige Sammlung zu bewahren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Vereinbarung wurde im Landhaus 1 in Bozen unterzeichnet – von Valentina Zardini als Eigentümerin des Archivs und Lara Moroder, der Präsidentin des Verwaltungsrats des Instituts. Anwesend waren außerdem der Vizepräsident und Landesrat für Ladinische Bildung und Kultur Daniel Alfreider, der ladinische Bildungs- und Kulturdirektor André Comploi, sowie Werner Pescosta, erster Mitarbeiter des Instituts. 

Das Ladinische Kulturinstitut übernimmt damit die Verwaltung und Katalogisierung des Archivs, um es für künftige Ausstellungen und Publikationen nutzbar zu machen. Zudem wurde das Projekt zur Digitalisierung und Archivierung der Zardini-Sammlung in das Arbeitsprogramm des Instituts für die kommenden drei Jahre aufgenommen. Das Land Südtirol stellt dafür gezielt finanzielle Mittel bereit. 


In der Pressekonferenz zur Unterzeichnung der Vereinbarung wurde die Bedeutung des Archivs über seinen materiellen Wert hinaus betont. Die Digitalisierung, Sicherung und Vermittlung der historischen Fotografien sind ein wichtiger Beitrag zur kulturellen Identität der Ladiner. Damit bleibt das visuelle Erbe vergangener Generationen erhalten und wird für die Zukunft zugänglich gemacht – als Brücke zwischen Geschichte, Gegenwart und kommender Zeit. 

vl

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