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Gleiche Chancen auf dem Platz und im Leben

22.12.2025

Giuana Prugger ist Fußballtrainerin in Gröden, aber ihr Weg dorthin war nicht immer einfach. Ihre Geschichte zeigt, warum Respekt und Gleichbehandlung im Sport so wichtig sind.

Giuana Prugger (33) y si scuadra de mutans. (Foto: FC Gherdëina)
Giuana Prugger (33) y si scuadra de mutans. (Foto: FC Gherdëina)

20 Mädchen rennen über den Rasen in Gröden. Die Haare sportlich zusammengebunden, alle zwischen sieben und acht Jahre alt. Giuana schaut noch kurz in der Umkleide vorbei, bevor sie sich zu ihnen auf das Spielfeld begibt. Heute stehen Dribbling und Pässe auf dem Trainingsplan. Die Mädchenmannschaft aus Gröden wird in diesem Jahr zum ersten Mal gegen andere Teams antreten. Giuana, 33 Jahre alt, stammt aus Gröden und ist seit ihrem achten Lebensjahr begeisterte Fußballspielerin. Die Liebe zum Fußball hat sie nach den Anfängen beim FC Vahrn, FC Südtirol über einen Abstecher beim FC Bayern München bis in die USA gebracht. Nach ihrem Sport-Studium in Innsbruck wurde sie Fußballtrainerin in ihrem Heimattal. Doch ihr Weg als Trainerin war nicht immer einfach.

„Am Anfang waren schon einige skeptisch“ erzählt sie. An eine Szene kann sie sich noch sehr gut erinnern. Im ersten Jahr trainierte sie die jüngste Bubenmannschaft. „Gleich beim ersten Spiel haben wir gegen die andere Mannschaft 16:0 verloren. Einige der Väter haben das nicht sonderlich gut verdaut“. Was sie dann von einigen hörte, war wenig unterstützend: „Warum muss ausgerechnet eine Frau meinen Sohn trainieren?“ oder „Was kann man schon von einer weiblichen Trainerin erwarten?“ Bald schon änderte sich die Wahrnehmung. Die anfängliche Skepsis legte sich, als deutlich wurde, dass ihr Training dem ihrer männlichen Kollegen in nichts nachstand. Giuana betreute das Team anschließend fünf Jahre lang erfolgreich als Trainerin.

Respekt im täglichen Miteinander. Einen wertschätzenden Umgang im Team zu fördern, zählt für sie zu den zentralen Aufgaben einer Trainerin oder eines Trainers. „Bei mir bekommen alle die gleichen Möglichkeiten, ihr Können unter Beweis zu stellen. Bei Spielen bedeutet dies, dass jedes Teammitglied gleich lange spielen darf“. Manchmal geschieht es aber auch, dass nach einem verlorenen Spiel, eine Mitspielerin oder Mitspieler alleinig für die Niederlage verantwortlich gemacht wird. „Das hat für mich absolut keinen Platz“, stellt Giuana klar. „Bei solchen Vorfällen hole ich das ganze Team zusammen und wir klären das gemeinsam. Denn eine Mannschaft funktioniert nur als Ganzes, da bringen solche Schuldzuweisungen gar nichts.“  

Gleiche Chancen für Frauen und Männer in derselben Sportart haben für Giuana einen hohen Stellenwert. „Im Allgemeinen muss ich sagen, dass Frauen immer deutlich mehr leisten müssen, um zu überzeugen“, erzählt Giuana. „Besonders in männerdominierten Bereichen, wie dem Fußball, ist das nochmal mehr ausgeprägt.“ Das würde auch die Zuteilung der Mannschaften unter den Trainern verdeutlichen. „Oft wird das Mädchenteam dem Trainer überlassen, der sonst keine andere Mannschaft bekommen hat,“ schildert Giuana. Aber wie sollen Mädchen unter solchen Bedingungen die gleichen Chancen auf Erfolg haben?

“Respekt bedeutet für mich, dass jeder und jede so akzeptiert wird, wie er oder sie ist. Dazu gehört auch die Begeisterung für verschiedene Sportarten – ohne diese als männlich oder weiblich abzustempeln“. Erst wenn alle gleichbehandelt werden und die gleichen Chancen erhalten, könne laut Giuana ein respektvolles Umfeld entstehen.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Initiative #RESPECT des Landes Südtirol. Weitere Informationen: https://respect.provinz.bz.it

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