Bester Schutz für Südtirols „Kronjuwelen“
Die Migration der Daten der Landesverwaltung in das einheitliche Data Center Südtirol ist in vollem Gange - eine technische Mammutaufgabe.
Mehrere Petabytes an Informationen aus den Bereichen Gesundheit, Schu-len und Gemeinden sind bereits in das Data Center Südtirol übertragen worden und werden nun 24 Stunden am Tag bewacht. Ein Petabyte ist so groß, dass es ausreicht, um etwa 500 Milliarden Seiten Text zu drucken oder 20 Millionen Aktenschränke digital abzusichern. Für die Techniker der Südtiroler Infor-matik AG (SIAG) sind diese Volumina täglich Brot: Seit 2023 wird intensiv an der Übertragung riesiger Datenmengen der Südtiroler Landesverwaltung in das einheitliche Data Center in Bozen gearbeitet.
„Sämtliche Daten der öffentlichen Einrichtungen in Südtirol werden schrittweise in das Data Center Südtirol migriert, um die Investitionen auf diese Infrastruktur zu konzentrieren und die Aufbewahrung der Informationen noch sicherer zu machen“, bringt Josef T. Hofer, der Direktor der Agentur für ein digitales Südtirol (ADAS) das Vorhaben auf den Punkt. Die Landesregierung hat sich bereits 2022 zu diesem Schritt entschlossen. „Während früher einzelne Server in den Abteilungen oder Schulen standen, bündeln wir nun alles an einem Ort und verfügen dort über ein viel höheres Niveau an Sicherheit und profes-sionellem Umgang. Immerhin handelt es sich um das wichtigste Gut, das die öffentliche Verwaltung besitzt, gewissermaßen die Kronjuwelen des Landes Südtirol“, unterstreicht SIAG-Generaldirektor Stefan Gasslitter.
Höchste Sicherheit. Und genau so werden die Daten der Südtiroler auch behandelt: Seit diesem Jahr wacht ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst über das in Bozen angesiedelte Data Center. Dieses entspricht den strengen Normen der Agentur für nationale Cybersicherheit (ACN) und ist als Klasse AI2-Data Center (für kritische Daten) eingestuft.
„Bis auf strategische Daten, die die nationale Sicherheit betreffen, können wir damit alle Informationen der öffentlichen Verwaltungen in unserem Land aufbewahren“, sagt Christian Steurer, der Leiter des Kompetenzzentrums für Cybersicherheit.
Ermöglicht wurde das Projekt auch durch Gelder aus Europa: Über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fließen etwa 22,5 Millionen Euro in die aufwendige Datenübersiedlung. Hinzu kommen Mittel aus dem staatlichen Wiederaufbau- und Resilienzfonds PNRR, mit denen die Cloud-Migration gefördert wird.
Was jedoch, wenn das Data Center in Bozen zu Schaden kommt? Etwa durch einen Cyberangriff, durch einen Anschlag oder ein Naturereignis? Auch daran haben ADAS und IAG gedacht: In Südtirol gibt es ein Backup-Center, das sämtliche Daten des Bozner Centers auf die Millisekunde synchronisiert. „Die beiden Data Center sind räumlich voneinander getrennt, um auch im Falle von Naturkatastrophen den Zugriff auf die Daten zu gewährleisten“, so Steurer
Bis Ende 2028 soll die Mammutaufgabe Datenmigration abgeschlossen sein: Dann wird auch der Großteil an Informationen der Landesabteilung Grundbuch und Kataster, der Bezirksgemeinschaften, der Universität und des Bevölkerungsschutzes sicher auf dem gemeinsamen Server landen.
pir
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