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Mit dem Fahrrad im Alltag unterwegs

22.07.2026

Radfahren ist gesund, praktisch und umweltschonend. Mit gezielten Maßnahmen will das Land den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen auf 20 Prozent erhöhen.

Die Fahrradmobilität gehört zu den vorrangigen Zielen der Strategie für nachhaltige Mobilität des Landes Südtirol. Das Fahrrad kann in vielen Fällen auch im Alltag eine sinnvolle Alternative zum Auto darstellen. (Foto: STA/Manuela Tessaro)
Die Fahrradmobilität gehört zu den vorrangigen Zielen der Strategie für nachhaltige Mobilität des Landes Südtirol. Das Fahrrad kann in vielen Fällen auch im Alltag eine sinnvolle Alternative zum Auto darstellen. (Foto: STA/Manuela Tessaro)

Südtirol ist im Bereich des Freizeitradfahrens bereits sehr gut aufgestellt: Von den 550 Kilometern Radwegen im Tal bis hin zu abenteuerlichen Mountainbike-Strecken am Berg, die sowohl von der Bevölkerung wie auch von Urlaubsgästen sehr geschätzt werden. Doch das Fahrrad kann noch mehr bieten. „In vielen Fällen stellt es im Alltag eine sinnvolle Alternative zum Auto dar – als Verkehrsmittel und nicht als Sportgerät“, betont der Direktor des Landesamtes für Infrastruktur und nachhaltige Mobilität Alexander Alber. Tatsächlich sind zwei von drei der täglich in Südtirol mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken deutlich kürzer als zehn Kilometer - Entfernungen, die mit dem Fahrrad oder E-Bike oft bequemer zurückgelegt werden können als mit dem Auto. Die Radmobilität im Alltag soll daher ausgebaut und die notwendigen Infrastrukturen dafür geschaffen werden.

Anteil des Radverkehrs auf 20 Prozent steigern. Erklärtes Ziel ist es, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen, der derzeit im Durchschnitt bei 16 Prozent liegt, bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern. „Das Radfahren bietet zahlreiche Vorteile: Je nach Strecke reichen diese von rein praktischen Vorteilen wie Geschwindigkeit und Flexibilität – insbesondere im städtischen Umfeld – über gesundheitliche und wirtschaftliche Vorteile bis hin zur ökologischen Nachhaltigkeit“, berichtet Amtsdirektor Alber. Gemeint ist eine geringere Umweltbelastung, indem Schadstoffemissionen vermieden und auch Lärm und die Inanspruchnahme des öffentlichen Raums im Vergleich zum Auto reduziert werden. Und Raum ist in Südtirol angesichts der topografischen Gegebenheiten kostbar. „Wenn man bedenkt, wie viel ein Quadratmeter Fläche in den Südtiroler Städten und Ortschaften Wert ist und dass das Fahrrad – sowohl in Bewegung als auch im geparkten Zustand – im Wesentlichen ein Zehntel des Platzes eines Autos einnimmt, ist die Förderung der Fahrradmobilität auch aus pragmatischer Sicht ein Vorteil - für die Gesellschaft wie für den Geldbeutel“, ist Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider überzeugt.

Die wichtigsten Projekte für die Fahrradinfrastruktur. Eine Erleichterung für die tägliche Mobilität wird es im Sommer 2026 im Grödnertal geben: eine neue, fast 90 Meter lange und aufgrund ihrer schlanken Bogenkonstruktion architektonisch interessante Radbrücke wird künftig Wolkenstein und St. Christina verbinden. Eine weitere Verbesserung wird es auf der Radstrecke zwischen Bozen und Meran und weiter nach Reschen geben: Dort ist für 2027 die Fertigstellung einer Unterführung und einer spiralförmigen Rampe an der Marlingerbrücke vorgesehen, um den umständlichen Umweg über Meran zu vermeiden.

Gemeinsam mit der STA - Südtiroler Transportstrukturen AG arbeitet das Land Südtirol zudem an der Bereitstellung von 100 Fahrradboxen an den wichtigsten Bahnhöfen und Verkehrsknotenpunkten im Land, damit das „Park & Ride“ auch für teurere Fahrräder sicher und attraktiver wird. Im Zentrum von Bozen ist weiters die Errichtung eines Sammelabstellplatzes für mindestens 120 Fahrräder in derzeit ungenutzten Räumlichkeiten vorgesehen, der den Nutzerinnen und Nutzern bis 2027 zur Verfügung stehen soll. Darüber hinaus ist der Bau neuer Fahrradabstellplätze an den Knotenpunkten des öffentlichen Nahverkehrs und innerhalb der Ortschaften in Planung. Auch soll Beleuchtung in Bereichen installiert werden, in denen diese noch fehlt, wie beispielsweise auf der Radstrecke Bozen–Kaltern, das Beschilderungssystem überarbeitet und weitere flankierende Maßnahmen gesetzt werden.

Fast 80 Millionen Euro in die Fahrradmobilität investiert. Zwischen Sommer 2022 und Sommer 2025 wurden landesweit insgesamt 78,8 Millionen Euro für die Fahrradinfrastruktur bereitgestellt. Hinzu kommen jene Mittel, die Gemeinden und Bezirksgemeinschaften in diesen Bereich investiert haben und weiterhin investieren. „Um die Ziele zu erreichen, ist es wichtig, dass alle beteiligten Akteure, von den Gemeinden bis hin zu den Bezirksgemeinschaften, an einem Strang ziehen und gemeinsam bestehende Lücken schließen. Das bedeutet, die Anbindung der Ortszentren an die übergemeindlichen Radwege, aber auch die Erreichbarkeit wichtiger Haltestellen, Gewerbegebiete, Bildungseinrichtungen, Sportanlagen und anderer Einrichtungen für die Bevölkerung“, unterstreicht der Amtsdirektor Alber. Zu diesem Zweck fanden in diesem Jahr bereits 15 Sitzungen mit allen für den Radverkehr zuständigen Stellen statt. Ziel ist es, den Ausbau der Radwegenetze über die Grenzen der jeweiligen Gemeinden hinaus weiter voranzutreiben.

gm/mpi

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