Der KI-Hotspot (Land) Südtirol
Die öffentliche Verwaltung hat ihr Ticket gelöst – für eine Reise, die im November mit der Vorstellung des neuen, KI-gestützten myCIVISPortals ihren ersten Zielort erreichen wird. Die Einführung der Künstlichen Intelligenz im Land Südtirol ist ein Mammutprojekt.
Ist KI-Prompter künftig eine Berufsgruppe? Sprechen wir in Kürze mit ChatBots, wenn wir Probleme beim Ansuchen um das Kindergeld haben? Die Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich rasend schnell und beeinflusst immer mehr Bereiche unseres Alltags. An das Übersetzen von Texten mit ChatGPT und das Aufrufen von Musikwünschen über Alexa sind wir schon fast gewöhnt, nun steht auch die Implementierung der KI in der öffentlichen Verwaltung vor der Tür.
Dass wir davor keine Angst zu haben brauchen und die Künstliche Intelligenz vor allem als Chance zu betrachten ist, wird Josef T. Hofer, der Direktor der Abteilung Informatik, nicht müde zu wiederholen. Er arbeitet mit zahlreichen anderen Verantwortungsträgern in der Landesverwaltung daran, die öffentliche Verwaltung fit für die digitale Zukunft zu machen. Dazu gehört auch das schrittweise Heranführen aller Abteilungen an die Möglichkeiten, die die künstliche Intelligenz bietet. „Die KI nimmt uns keine Entscheidungen ab, doch sie kann den Menschen bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Sie ermöglicht eine Beschleunigung der Arbeitsprozesse, in dem sie zum Beispiel Texte zusammenfasst, Gesetzestexte sucht und vieles mehr“, umreißt Hofer einige Möglichkeiten. Genauso wie die Einführung des PCs und des Internets die Arbeitswelt verändert habe, werde es auch die KI tun, nicht umsonst wird sie als eine „disruptive technology“ bezeichnet – eine Technologie, die unseren Alltag grundlegend verändern wird.
Etwa neun Prozent der privaten Unternehmen in Südtirol setzen heute bereits auf KI, um Arbeitsprozesse zu beschleunigen – nun auch das Land Südtirol, das vor kurzem einige Grundsatzentscheidungen auf diesem Weg getroffen hat. Etwa mit dem Aufbau einer Governance, die den Einsatz der neuen Technologie genau regelt: Mit Hilfe diverser Organe werden die KI-Strategie, die Einhaltung der ethischen Grundsätze und entsprechenden Rechtsnormen, aber auch der Bedarf, die Umsetzung und das Monitoring der KI-Initiativen definiert.
Mitschwimmen oder überrollt werden? Diese Entscheidung hat Stefan Gasslitter, der Generaldirektor der Inhouse-Gesellschaft des Landes, Südtiroler Informatik AG (SIAG), längst getroffen. „Die KI ist schon da, wird genutzt und bringt eine enorme Veränderung für alle Berufe und für die gesamte Bevölkerung mit sich“, weiß Gasslitter. Die Entwicklung sei nicht mehr aufzuhalten und das wahre Problem liege nicht in der Technik, sondern an der Einstellung dazu. „Deshalb hat sich das Land schon vor einem Jahr entschieden, 500 Copilot Lizenzen zu erwerben. Wir sagen den Beamtinnen und Beamten: Nutzt die Technologie, schaut sie euch an, habt keine Angst davor!“, berichtet Gasslitter. Dieses Vorgehen habe sich bewährt.
Dass Daten in falsche Hände gelangen könnten, schließen die Informatik- Experten aus. „Daten der Bürger, ganz speziell sensible Daten, wie jene der Sanität, bleiben in unserer Hoheit. Wir wählen die von uns genutzte Technologie auch deshalb sehr genau aus“, versichert Hofer, der der Verantwortliche für den Digitalen Wandel in Südtirol ist. Das Einhalten der im „AI Act“ vorgesehenen Normen, sprich der von der EU ausgegebenen Regelung, sei selbstverständlich.
Die ersten Früchte ihrer Arbeit werden sämtliche in die KI-Einführung involvierten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schon im Herbst ernten: Dann wird das neue Bürgerportal myCIVIS vorgestellt. Eine KI gestützte Plattform, die dem Bürger rund um die Uhr erste Antworten auf alle verwaltungsrelevanten Fragen bieten wird. Und die vor allem ein Ziel verfolgt: die öffentliche Verwaltung zu einem noch bürgernäheren und kundenorientierteren Dienstleister zu machen.
pir
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