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Der Zauber der olympischen Fackel

22.10.2025

Ab 13. November treffen Olympia und Kunst im Museion in Bozen bei einer besonderen Ausstellung des Sportlers und Unternehmers Stefano Podini zusammen.

Vier Mal war der Bozner Unternehmer Stefano Podini Fackelträger bei Olympia. Mit 41 olympischen Fackeln besitzt er eine von nur drei vollständigen Sammlungen weltweit. (Foto: Stefano Podini)
Vier Mal war der Bozner Unternehmer Stefano Podini Fackelträger bei Olympia. Mit 41 olympischen Fackeln besitzt er eine von nur drei vollständigen Sammlungen weltweit. (Foto: Stefano Podini)

Feuer ist nicht nur ein Symbol für Gefahr, sondern auch für Leidenschaft und Leben. Für den Philosophen Heraklit war Feuer der Ursprung des Universums. Mit dem Entzünden der Feuerschale werden die Olympischen Spiele eröffnet – ein einprägsamer Moment für Milliarden von Zuschauerinnen und Zuschauern. Nur der letzte Fackelträger hat das Privileg, den berauschenden Moment zu erleben, „den Göttern das Feuer zu stehlen“, wie Prometheus im Mythos. Kein Wunder, dass die olympische Fackel mit ihrem zeitlosen Zauber zum begehrten Objekt vieler Sammler geworden ist.

41 olympische Fackeln im Museion. Einer von ihnen ist Stefano Podini, Präsident des Italienischen Handballverbands und viermaliger Fackelträger bei Olympischen Spielen. Dem Bozner Unternehmer und früheren Handballspieler aus Südtirol ist es gelungen, eine Sammlung von 41 olympischen Fackeln zusammenzutragen. Damit verfügt er über eine von nur drei vollständigen Sammlungen weltweit. Genau diese „glorreichen 41“ können vom 7. November 2025 bis Ende März 2026 im Museion in Bozen bestaunt werden. Die Ausstellung ist Teil des kulturellen Programms „Cultural Olympiad“ im Rahmen von Mailand-Cortina 2026. Eine ortsspezifische Installation der Künstler Sonia Leimer und Christian Kosmas Mayer ergänzt die Sammlung im zweiten Stock des Museion. Die beiden Künstler hatten dazu im März 2025 einen eingeladenen Wettbewerb gewonnen. Die Entscheidung der Jury war am 11. Juni gefallen.

Alles begann mit einem „olympischen Ärgernis“. „Mit der Nationalmannschaft habe ich an Welt- und Europameisterschaften, aber nie an Olympischen Spielen teilgenommen. Deshalb dachte ich, dass ich zumindest ein Erinnerungsstück haben möchte“, erzählt Podini. Diese Idee wurde durch ein unerwartetes Geschenk Wirklichkeit. „Zufällig bekam ich die Fackel von den Spielen in Rom 1960 geschenkt. Da dachte ich: Ich könnte eine Sammlung beginnen. Also habe ich im Internet gesucht, bin zu Auktionen und Sammlertreffen gereist und habe eine Welt entdeckt, die ich bisher nicht kannte.“ Wirklich vollständig wurde das Projekt durch eine besondere Begegnung. „In über 20 Jahren habe ich die Sammlung vervollständigt, und das vor allem dank Eric Nesh. Er hatte ein eigenes Museum, das ich in Depoe Bay in Oregon besucht habe. Von ihm habe ich die zehn seltensten olympischen Fackeln bekommen, die es weltweit gibt.“

Engagement in der Stiftung. Mit insgesamt 41 Fackeln hat Stefano Podini eine Sammlung aufgebaut, die ihresgleichen sucht. Aus seiner Leidenschaft für das olympische Feuer entstand schließlich eine gemeinnützige Stiftung, die Sportprojekte unterstützt. „Die Einnahmen aus meiner persönlichen Ausstellung gehen stets an paralympische Athleten oder Athletinnen sowie an bedürftige und verdiente Sportvereine, die eine Kommission auswählt.“

Dass die Sammlung von Olympia-Fackeln ab November nun in Bozen zu sehen ist, war eine bewusste Entscheidung. „Es gab viele Interessenten, die die 41 Fackeln im Zeitraum der Olympischen Winterspiele von Mailand-Cortina ausstellen wollten - sowohl in Mailand als auch in Trient. Aber als Südtiroler habe ich eindeutig dem Museion - Museum für moderne Kunst in Bozen den Vorzug gegeben.“

Ein Symbol des Friedens. Jede Fackel ist einzigartig und nicht vervielfältigbar. Sie trägt eine Emotion in sich, die kein Geschichtsbuch je wiedergeben kann. „Ich habe keine Lieblingsfackel“, berichtet der Unterehmer „aber die Fackeln von Innsbruck 1964 und Grenoble 1968 gefallen mir künstlerisch sehr. Vor allem, weil ich sie mir hart erarbeitet habe. Auch die Fackel von Rom hat einen besonderen Reiz.“

Ein Zauber hält die Flamme seit Jahrhunderten am Leben – und mit ihr die Hoffnung. „Die Fackel geht zurück auf das antike Olympia. Während der Spiele brannten große Feuer, die die Athleten daran erinnerten, dass alle Kriege eingestellt werden mussten. Feuer und Fackel sind somit Symbole für Sport und für Frieden.“ Diese Botschaft ist weiterhin aktuell, wie Podini unterstreicht. Über die Werte des Sports erreicht sie neue Generationen.

Erinnerungen eines Fackelträgers. „Es waren unterschiedliche Erlebnisse in verschiedenen Ländern“, erinnert sich Podini an seine vier Teilnahmen als Fackelträger. „Die Spiele von Peking waren die letzten, bei denen der Fackellauf weltweit stattfand. Er endete in Peking mit über 30.000 Fackelträgern. Der Lauf war sehr umstritten. In Kunming waren wir in einem Park eingeschlossen und wurden von der Polizei vom Hotel bis zur Strecke eskortiert.“ Viel entspannter sei die Stimmung in Rio de Janeiro und Vancouver gewesen. „Dort hat uns die Menge umarmt, wir haben tausende Fotos mit den Menschen dort gemacht. Ich erinnere mich noch an die Musik und an die Feststimmung. Es waren zwei sehr unterschiedliche Fackelläufe. Mit der Fackel zu laufen, ist jedoch immer etwas sehr Aufregendes und sehr Schönes.“

ee/san

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