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„Schatzkarte“ mit Sand- und Kiesvorkommen

22.12.2025

Eine thematische Karte zeigt die potenziell nutzbaren Sand- und Kiesvorkommen und die bestehenden Schutzzonen in Südtirol. Das Ziel: Konflikte vermeiden.

Für Unternehmen, die Abbauaktivitäten in Steinbrüchen und Gruben planen, aufnehmen oder
erweitern möchten, ist die Karte der potenziellen Sand- und Kiesvorkommen ein nützliches Hilfswerkzeug. (Foto: Landesamt für Industrie und Gruben)
Für Unternehmen, die Abbauaktivitäten in Steinbrüchen und Gruben planen, aufnehmen oder erweitern möchten, ist die Karte der potenziellen Sand- und Kiesvorkommen ein nützliches Hilfswerkzeug. (Foto: Landesamt für Industrie und Gruben)

Die Hinweiskarte der Sand- und Kiesvorkommen und Schutzgebiete kann vieles: Sie zeigt, wo sich in Südtirol potenzielle Sand- und Kiesvorkommen, von feinkörnigem Sand bis zu grobkörnigem Blockmaterial, befinden könnten und innerhalb dieser Vorkommen hebt sie hervor, welche Schutzgebiete (Landschafts-, Natur- und Trinkwasserschutzgebiete) es gibt. Über die Plattform „MapView” ist sie zudem seit Mai 2025 online und somit leicht zugänglich. 

„Es handelt sich um eine indikative Karte, die kontinuierlich mit geologischen Daten vervollständigt und mit den neuesten Erkenntnissen hinsichtlich des Landschafts-, Natur- und Trinkwasserschutzes aktualisiert wird“, beschreibt Claudia Busellato, Direktorin des Landesamtes für Industrie und Gruben dieses wichtige technische Hilfswerkzeug. „Auf diese Weise können Planungsbüros, Unternehmen und öffentliche Ämter sofort die Vereinbarkeit zwischen den für den Abbau interessanten Gebieten und den bestehenden Schutzauflagen in dem Gebiet prüfen. Dies erleichtert verantwortungsvolle Entscheidungen und verringert Konflikte zwischen der Nutzung von Ressourcen und dem Umweltschutz.“

Das Landesamt für Industrie und Gruben ist gemeinsam mit dem Landesamt für Geologie und Baustoffprüfung und dem Landesamt für Natur in der Arbeitsgruppe tätig, die die Karte der Sand- und Kiesvorkommen und Schutzgebiete erstellt hat.

„Die Karte richtet sich in erster Linie an Unternehmen, die Abbauaktivitäten in Steinbrüchen und Gruben planen, aufnehmen oder erweitern möchten“, erläutert Busellato weiter. „Das Instrument ist aber auch für die zuständigen Landesämter nützlich, die damit über eine gemeinsame technischwissenschaftliche Unterstützung verfügen.“

Wie entsteht ein so komplexes Instrument? „Diese Karten wurden und werden dank einer Zusammenarbeit und Kofinanzierung durch das Nationale Institut für Umweltschutz und Forschung (ISPRA) nach modernsten Kriterien und Richtlinien erstellt“, erklärt Volkmar Mair, Direktor des Landesamtes für Geologie und Baustoffprüfung. Wie Mair berichtet, werden die Feldmessungen von spezialisierten Geologen mit langjähriger Erfahrung im Maßstab 1:10.000 (ein Millimeter auf der Karte entspricht 10 Metern im Gelände) durchgeführt. Ein Team aus Landesgeologen und Universitätsdozenten begleitet den gesamten Erarbeitungsprozess: Vermessungen vor Ort, Erstellung von Detailkarten, petrographische, mineralogische und chemische Analysen sowie Datierungen der Gesteine, um alle Gesteinstypen zu definieren und sie den primären und sekundären geologischen Einheiten zuzuordnen. All diese Daten mit fotografischer und grafischer Dokumentation finden sich dann in den Erläuterungen zu jedem Blatt wieder. Dies gilt sowohl für Gesteine als auch für lose Sedimente aus dem Quartär, die die Quellen für Sand und Kies sind. „Derzeit umfasst die Ausarbeitung der Karte der potenziell nutzbaren Sand- und Kiesvorkommen und der bestehenden Schutzgebiete etwa die Hälfte des Südtiroler Landesgebietes", schließt Mair.

Bedürfnisse von Wirtschaft und Naturschutz in Einklang bringen. Die Karte trägt dazu bei, dass keine Maßnahmen in Gebieten geplant werden, in denen geschützte oder schützenswerte Naturgüter bekannt sind. „Konkrete Projekte müssen aber dennoch einer eingehenden Prüfung unterzogen werden, um auszuschließen, dass die geplanten Maßnahmen geschützte oder schützenswerte Güter beeinträchtigen, die nicht kartografisch erfasst sind”, betont Leo Hilpold, Direktor des Landesamtes für Natur.

„Das Landesamt für Natur und das Naturmuseum Südtirol haben aktiv an der Erstellung der Karte mitgewirkt, indem sie einerseits eine Auswahl naturkundlicher Informationen, wie beispielsweise das Vorkommen geschützter, seltener oder bedrohter Arten und Lebensräume, und andererseits einen Schlüssel zu deren Interpretation zur Verfügung gestellt haben. Die Arbeit führte zur Definition von Gebieten, die unter Naturschutzgesichtspunkten sensibel sind und daher aus der Karte der potenziell nutzbaren Sand- und Kiesvorkommen ausgeschlossen wurden“, schließt Hilpold.

Die Karte ist für alle über die Online-WebGIS-Dienste der Landesverwaltung zugänglich

mdg/mpi

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