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„Ein Stück Heimat”

22.12.2025

Es war ein Meilenstein: Am 20. Oktober 2005 hatte die EU-Kommission – nach langem Ringen – das neue Südtiroler Qualitätszeichen genehmigt. Kaum jemand kennt dessen Geschichte so gut wie Paul Zandanel, PR-Verantwortlicher für die Südtiroler Qualitätsprodukte bei IDM Südtirol.

Paul Zandanel: In Zeiten von Unsicherheit und Lebensmittelskandalen sind unsere regionalen Produkte ein Fels in der Brandung - ein Leuchtturm für die Verbraucherinnen und Verbraucher. (Foto: IDM Südtirol)
Paul Zandanel: "In Zeiten von Unsicherheit und Lebensmittelskandalen sind unsere regionalen Produkte ein Fels in der Brandung - ein Leuchtturm für die Verbraucherinnen und Verbraucher." (Foto: IDM Südtirol)

Herr Zandanel, wie hat alles begonnen?
Als ich 1991 meine Stelle im Amt für Absatzförderung und Messen der Handelskammer Bozen antrat, blickte die Schutzmarke Südtirol bereits auf 15 Jahre zurück. Was in den 1970er-Jahren als Pionieridee begann, wurde zu einem Symbol für geprüfte Qualität und regionale Herkunft. Ziel war es, Agrarprodukte aus Südtirol sichtbar zu machen – als Garant für Authentizität und Botschafter des Landes auf internationalen Märkten. Die Einführung der Schutzmarke 1976 war ein Gemeinschaftsprojekt von Politik und Wirtschaft und gilt bis heute als Meilenstein.

Wie entwickelte sich das Qualitätssiegel?
Ursprünglich kennzeichnete das runde Etikett mit der Bergsilhouette Äpfel, Milchprodukte und später Speck, Brot oder Honig. Mit der Einführung der europäischen Ursprungsbezeichnungen kam 1992 ein weiterer Qualitätsstandard hinzu. 2005 folgte schließlich die Dachmarke Südtirol, die Tourismus und Produktwelt unter einem einheitlichen Auftritt vereinte – europaweit ein Vorbild. Heute tragen über 200 Betriebe das Zeichen „Qualität Südtirol“, ergänzt durch EU-geschützte Produkte wie Südtiroler Apfel g.g.A., Südtiroler Speck g.g.A., Südtiroler Schüttelbrot g.g.A. oder Stilfser Käse g.U.

Welche Herausforderungen gab es in den Anfangsjahren?
Die Akzeptanz war groß, dennoch galt es, Strukturen zu schaffen. Die Zusammenarbeit zwischen Landesverwaltung, Handelskammer und Produzenten war entscheidend. Schon früh wurden Werbemaßnahmen professionell koordiniert – zunächst durch die Exportorganisation EOS und die Südtirol Marketing Gesellschaft, heute durch IDM Südtirol. Beide Marken, Dachmarke und Qualitätszeichen, sind international registriert und EU-konform.

Wie hat sich das Qualitätsverständnis seither verändert?
Von Beginn an war klar: Südtirol kann nur über Qualität punkten. Diese Haltung hat sich in allen Wirtschaftsbereichen etabliert – von der Landwirtschaft über das Handwerk bis zur Industrie. Heute versteht sich Südtirol als „Regionenmarke“, die sektoren-übergreifend für die Werte Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation steht.

Was unterscheidet Betriebe mit dem Qualitätssiegel von anderen?
Das gemeinsame Bekenntnis zur Qualität und die enge Zusammenarbeit mit dem Land. Jeder Betrieb, der das Siegel trägt, profitiert von einem starken Markenimage und von der Unterstützung durch IDM Südtirol in Produktentwicklung, Digitalisierung, Marketing und Internationalisierung. Diese Partnerschaft schafft Vertrauen – bei Produzenten wie Konsumenten.

Wie ist die Resonanz beim Publikum?
Marktforschungen zeigen eine hohe Akzeptanz in Südtirol. Verbraucherinnen und Verbraucher sind bereit, für geprüfte Qualität mehr zu bezahlen – genau das war eines der ursprünglichen Ziele. Im Ausland sind besonders die EU-geschützten Produkte bekannt: Wein, Äpfel und Speck haben Exzellenzstatus und stehen für einzigartigen Geschmack und Lebensfreude.

Nachhaltigkeit spielt heute eine zentrale Rolle. War das schon früher ein Thema?
Ja, auch wenn man es damals nicht so nannte. Regionale Produkte sind per se nachhaltig: gentechnikfrei, rückverfolgbar und aus natürlicher Herstellung. Alle Qualitätsprodukte werden in Südtirol verarbeitet und verpackt – ohne künstliche Zusätze oder Konservierungsmittel.

Welcher Moment bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Der Dachmarkenprozess 2003, begleitet von der Berliner Agentur Metadesign, war prägend. Bei den Workshops und dem abschließenden Markentag auf Schloss Tirol im Mai 2004 spürte man Aufbruchsstimmung – ein Gefühl, Teil eines richtungsweisenden Projekts zu sein. Trotz anfänglicher Kritik: Der Erfolg hat uns recht gegeben.

Wie sehen Sie die Zukunft des Qualitätssiegels?
Sehr positiv. In Zeiten von Unsicherheit und Lebensmittelskandalen stehen regionale Produkte für Sicherheit und Glaubwürdigkeit. Wichtig bleibt, die Qualitätskriterien laufend zu aktualisieren und kleine Betriebe bei Innovation und Vermarktung zu unterstützen. Der Wert liegt im Netzwerk und in der gemeinsamen Verantwortung.

Zum Abschluss: Was bedeutet Ihnen persönlich dieses Jubiläum?
Es erfüllt mich mit Stolz. Über 30 Jahre habe ich den Südtiroler Qualitätsprodukten gewidmet und durfte mit vielen engagierten Menschen zusammenarbeiten. Das Jubiläum „20 Jahre Qualitätszeichen Südtirol” ist für mich ein Moment des Rückblicks – und ein Blick nach vorn. Denn jedes Produkt mit dem Qualitätszeichen Südtirol ist ein Stück Heimat.

rm

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