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Ein Land für junge Menschen

17.07.2023

Im Jahr 2022 erreichte die Jugendarbeitslosigkeit in Südtirol einen historischen Tiefststand. Die Gründe: ein dynamisches Wirtschaftssystem und die starke Nachfrage nach Arbeitskräften.

Das Land überwacht den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt genau, fördert die Lehrlingsausbildung (und die berufliche Orientierung/Ausbildung) und ergreift Maßnahmen gegen Schulabbrecher und andere Orientierungsinitiativen. (Foto: LPA/Peter Daldos)
Das Land überwacht den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt genau, fördert die Lehrlingsausbildung (und die berufliche Orientierung/Ausbildung) und ergreift Maßnahmen gegen Schulabbrecher und andere Orientierungsinitiativen. (Foto: LPA/Peter Daldos)

Als kürzlich die Daten der rekordverdächtig niedrigen Jugendarbeitslosigkeit in Südtirol (4,2 Prozent) aus dem Jahr 2022 bekannt wurden, fand das nicht besonders große Resonanz. Dabei sind sie durchaus bemerkenswert. Vergleiche in diesem Bereich sind zwar immer mit Vorsicht anzustellen. Dennoch: Um eine Vorstellung zu bekommen, genügt der Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum in Italien mit 23,7 Prozent und in der Nachbarprovinz Trient mit 12 Prozent (ISTAT-Daten). Vergleichbar hingegen sind die Südtiroler Zahlen mit jenen der Nachbarländer Österreich und Deutschland.

Beim Umgang mit derartigen Daten ist immer darauf zu achten, klar zu unterscheiden zwischen: Jugendbeschäftigung, Jugendarbeitslosigkeit, NEET (Not in Education, Employment or Training, d.h. Jugendliche, die sich weder in Bildung, Ausbildung oder Beschäftigung befinden, also solche, die auf der Suche nach Arbeit sind, aber auch solche, die weniger überzeugt oder nicht mehr auf der Suche nach Arbeit sind) und ELET (Jugendliche, die vorzeitig aus der Bildung und Ausbildung ausscheiden).

Die Gründe.
Diese Zahl ist vor allem auf die Dynamik des Südtiroler Wirtschaftssystems zurückzuführen, insbesondere auf die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften, das weit verbreitete duale System und die in ganz Südtirol verfügbaren Arbeitsplätze, da die Unternehmen aller Branchen gut über das ganze Land verteilt sind.

Wer sind die (wenigen) Arbeitslosen?
Zwischen Jänner und April 2022 waren durchschnittlich 2300 Arbeitslose der Altersgruppe der 15 bis 24 Jahren erfasst. Davon waren 850 (37 %) saisonal arbeitslos und 125 (5 %) Mütter; drei Viertel sind italienische Staatsbürger. Etwa 250 sind seit mehr als einem Jahr arbeitslos: Es handelt sich um eine problematische Gruppe, die mehr Informationen und mehr Unterstützung bei der Integration in die Arbeitswelt benötigen würde.

Was unternimmt das Land?
Der Arbeitsmarkt für junge Menschen ist sehr dynamisch: Der erste Einstieg ist wichtig, weshalb die zuständigen Landesstellen den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt genau beobachten. Gefördert werden Lehrstellen (und Berufsberatung/-ausbildung), nach denen in der Regel eine gute Integration erfolgt.

Ebenso im Blick behalten wird die Rückkehr von Frauen nach der Geburt eines Kindes in die Arbeitswelt, die oft nicht so einfach ist. Darüber hinaus ergreift das Land Maßnahmen, um Schulabbrecher aufzufangen (teilweise finanziert durch den Europäischen Sozialfonds) und andere Orientierungsinitiativen. Positive Wirkung erhofft sich das Land auch durch GOL, die von der italienischen Regierung beschlossene Garantie zur Beschäftigungsfähigkeit von Arbeitnehmern, die das Land mit einem eigenen Umsetzungsplan – mit der neuen Bewertung und Umschulung – übernommen hat. Aber das sind keine Initiativen und Ergebnisse, auf denen sich das Land ausruhen möchte.

Erste Kontakte mit dem Arbeitsmarkt.
Der Arbeitsmarktservice hat nämlich die Erstkontakte junger Südtiroler mit dem Arbeitsmarkt sorgfältig analysiert, wie Abteilungsdirektor Stefan Luther auf einer Pressekonferenz im Mai erklärte. Ausgehend von einer Jugendarbeitslosigkeit von 4,2 Prozent ist festzuhalten, dass nur 2 von 100 Jugendlichen tatsächlich arbeitslos sind. Von ihnen haben 40 Prozent nur einen Mittelschulabschluss. Die Schulabbrecherquote in Südtirol wird auf 11 bis 14 Prozent geschätzt (das Ziel der EU ist es, sie unter 10% zu senken).

Der Erfolg der Jugendlichen in der Arbeitswelt wurde detailliert analysiert. Im Fokus: Lehrlinge (mit einer Analyse der Sektoren, in denen sie am erfolgreichsten sind) und Berufsschüler (zehn Jahre nach dem Berufsabschluss sind 7 von 10 als Angestellte beschäftigt, aber nur 37 % im Hotelgewerbe), und Sommerpraktika (Rekordzahl von 6900 Praktikanten im Jahr 2022, wobei 3 von 4 ein Stellenangebot des Praktikumsunternehmens erhalten haben). Ebenso im Visier der Untersuchung des Arbeitsmarktservice standen die Universitätsstudenten und das “Brain-drain”-Phänomen. 50 Prozent der Südtiroler Hochschulstudierenden studieren im deutschsprachigen Raum, und von diesen finden diejenigen, die die besten Ergebnisse erzielen, ihren Arbeitsplatz in denselben Ländern. Nur 15-20 Prozent kehren im Durchschnitt nach vier Jahren zurück.

Diese wichtigen Daten beobachtet der Arbeitsmarktservice laufend, um den Entscheidungsträgern eine wissenschaftliche Grundlage zu liefern – und damit Südtirol noch mehr zu einem Land für junge Menschen wird.

mdg/uli

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