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Gemeinsam Hindernisse überwinden

09.12.2024

Die Zahl der Beschäftigten in Sozialgenossenschaften wächst in Südtirol. Jene von Matteo, Massimo und Mohammed ist ein gutes Beispiel dafür, wie aus einer Beeinträchtigung Chancen entstehen.

Massimo Moro im Einsatz mit seiner Kamera: Mit Matteo Donagrandi und Mohammed Al Masmoudi betreibt er die Sozialgenossenschaft „GNews“, die Filmservices liefert. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Massimo Moro im Einsatz mit seiner Kamera: Mit Matteo Donagrandi und Mohammed Al Masmoudi betreibt er die Sozialgenossenschaft „GNews“, die Filmservices liefert. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Matteo und Massimo sind ein eingespieltes Team. Seit vielen Jahren sind sie landauf landab mit Kamera und Mikrofon unterwegs, um Filmaufnahmen zu machen, die sie TV-Sendern und - mit dem Aufkommen der digitalen Kommunikation – verschiedensten Medien zur Verfügung stellen. Die journalistische Erfahrung von Matteo gepaart mit Massimos Kompetenzen in der Kameraführung, im Filmschnitt und in der Regie sind im Zeitalter der neuen Medien eine Kombination von unschätzbarem Wert. Hinter den Kulissen steht ihnen der sehr talentierte Mohammed zur Seite. Fast immer ist er es, der, über seinen Computer gebeugt, die Links zu den wertvollen Audio- und Videoinhalten per Mail an die Kunden versendet. Das Besondere daran? „Momi“, wie er von allen genannt wird, ist ein Arbeitnehmer mit Beeinträchtigung und das Unternehmen GNews der drei ist eine Sozialgenossenschaft. 

Prinzip der Gegenseitigkeit. Genossenschaften sind eine besondere Unternehmensform und unterscheiden sich wesentlich von anderen Kapitalgesellschaften: Sie sind nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit auf ihre Mitglieder ausgerichtet, die entweder für die Genossenschaft arbeiten oder ihre Produkte einbringen oder Produkte und Dienstleistungen erwerben. Jedes Mitglied hat in der Regel eine Stimme, unabhängig von der Höhe seines Kapitalanteils. Die Genossenschaft ist eine anerkannte Rechtsform und in Südtirol weit verbreitet.

Rund 865 Genossenschaften gibt es im ganzen Land. Nach Angaben des Arbeitsmarktservice des Landes Südtirol haben die Sozialgenossenschaften im Südtiroler Genossenschaftspanorama in der jüngsten Vergangenheit den größten Zuwachs an Beschäftigten verzeichnet. Im Jahr 2023 waren rund 12.000 Personen in einer Genossenschaft beschäftigt, davon 3.500 in Sozialgenossenschaften. Während die Beschäftigung in den landwirtschaftlichen Genossenschaften und den Raiffeisen-Kassen stabil bleibt, nimmt die Zahl der Beschäftigten in den Sozialgenossenschaften stark zu. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in Sozialgenossenschaften des Typs A, die im Bereich der Sozial-, Gesundheits-, Kultur- und Bildungsdienstleistungen tätig sind. Von besonderem Interesse ist die Kinderbetreuung, wo 86 Prozent der Beschäftigten weiblich sind. Die Sozialgenossenschaften des Typs B hingegen zielen auf die Eingliederung benachteiligter Personen in den Arbeitsmarkt ab - dies ist bei der Genossenschaft von Matteo, Massimo und Mohammed der Fall. Die Daten zeigen, dass in den Sozialgenossenschaften des Typs B das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist und dass ein Drittel der Beschäftigten ausländischer Staatsangehörigkeit ist. 

Das Land Südtirol unterstützt – durch das Landesamt für Genossenschaftswesen - die Gründung und Entwicklung aller Arten von Genossenschaften, auch von Sozialgenossenschaften. Die Unterstützung erfolgt in erster Linie durch Förderungen für die Gründung, Investitionen, Ausbildung und Beratung.

Matteo, Massimo und Mohammed gründeten 2008 mit Unterstützung eines Genossenschaftsverbandes ihre Sozialgenossenschaft des Typs B. “Bei Mohammed ging es nicht nur um die Vermittlung eines Arbeitsplatzes“, erklärt Matteo, “bei uns hat Mohammed Fähigkeiten erworben, die er in anderen Zusammenhängen kaum hätte erwerben können. Aufgrund seiner Beeinträchtigung ist Smart Working bei uns seit 2010, also bereits zehn Jahre vor der Pandemie, gelebte Realität. Auf diese Weise können wir auf einen sehr wertvollen und außerordentlich hilfsbereiten Mitarbeiter zählen. Massimo und ich sind, wenn wir im Urlaub sind, recht leicht ersetzbar, das eigentliche Problem für uns ist, wenn Mohammed fehlt“, schließt Matteo. 

mdg - mpi

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