Gesundheit wird digital
Schrittzähler am Smartphone, Puls auf der Armbanduhr: Viele Menschen behalten ihre Gesundheitsdaten digital im Blick. Auch in Südtirols Krankenhäusern und Arztpraxen wird das immer mehr möglich.
Digitale Verschreibungen und IT-Programme im klinischen Alltag: Im Südtiroler Gesundheitsbereich wurden bereits viele Abläufe und Kommunikationswege digitalisiert. In Zukunft soll dies weiter ausgebaut und verstärkt werden. Digitale Systeme effizient zu nutzen, wird auch deshalb immer wichtiger, weil die Bevölkerung immer älter und die Personalressourcen knapper werden. Heute leben in Südtirol rund 105.000 Personen, die älter als 65 Jahre sind. Prognosen zufolge werden es 2034 um die 150.000 sein. Auch die Zahl der Personen mit chronischen Erkrankungen nimmt zu: Bereits heute leiden 160.000 Personen an mindestens einer chronischen Krankheit, Tendenz steigend. Diese Patientinnen und Patienten brauchen eine engmaschige und individuelle Betreuung. Die Digitalisierung kann dabei helfen: Denn sind die verschiedenen Gesundheitseinrichtungen, wie Krankenhäuser, Sprengel oder wohnortnahen Dienste gut miteinander vernetzt, spart das Zeit und Ressourcen.
Schrittweise Vernetzung.
Als in Südtirol die ersten digitalen Systeme eingeführt wurden, war der heutige Gesundheitsbetrieb noch in vier einzelne Sanitätsbetriebe gegliedert. Deshalb wurden anfangs unterschiedliche Programme implementiert, die untereinander nicht kommunizieren konnten. So wurde im Krankenhaus Meran eine andere Applikation in der Notaufnahme verwendet als in Brixen. Mit dem Zusammenschluss der vier Sanitätsbetriebe zu einem Gesundheitsbetrieb wurde es notwendig, die digitalen Systeme zu vereinheitlichen. Bei solch einer Umstellung muss bei jedem Programm entschieden werden, welches in Zukunft verwendet und welches durch ein neues ersetzt werden soll. Zudem dürfen bereits existierende Daten nicht verloren gehen. Die neuen Programme werden daher schrittweise in den einzelnen Krankenhäusern, Abteilungen und Diensten eingeführt und mit Schulungen für das Personal begleitet.
Computer, Laptops und Tablets:
Heutzutage gehören sie in den Krankenhäusern, Gesundheitssprengeln und wohnortnahen Diensten des Gesundheitsbetriebes zur Standardausstattung. Einer der wichtigsten Meilensteine war die Digitalisierung der sogenannten klinischen Dokumentation oder Patientenakte. Bei einer ambulanten Behandlung oder stationären Aufnahme werden medizinische Daten und Dokumente, die innerhalb des Gesundheitsbetriebes generiert werden, digital gesammelt und im Krankenhausinformationssystem abgelegt. Diese Informationen werden in verschiedenen Bereichen verwendet: bei der Patientenaufnahme in den Abteilungen, während der medizinischen Betreuung in den Ambulatorien oder in der Notaufnahme; in den Laboren und in der Radiologie; oder auch bei der Planung der chirurgischen Tätigkeiten in den Operationssälen und bei der Vorbereitung in der Anästhesie.
In den vergangenen Monaten wurde in den Krankenhäusern Schlanders, Meran und Bozen ein neues Krankenhausinformationssystem implementiert. In den Gesundheitsbezirken Brixen und Bruneck soll das System demnächst eingeführt werden. Dadurch können die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb und auch zwischen den Krankenhäusern, Gesundheitssprengeln und wohnortnahen Diensten erleichtert und verbessert werden.
Die im Gesundheitsbetrieb generierten Informationen sollen jedoch nicht nur für das Krankenhauspersonal zugänglich sein, sondern auch den Patientinnen und Patienten, den Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin sowie anderem soziosanitären Personal zur Verfügung stehen. Als Bürgerinnen und Bürger können wir bereits heute die digitalen Dienste – wie die Elektronische Gesundheitsakte oder das Buchungsportal Sanibook – nutzen.
so
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