Grüne Gratwanderung
Antholz hat sich für Olympia 2026 gerüstet und zeigt, wie Investitionen wirken und die nachhaltige Nutzung bestehender Strukturen gelingen kann.
Der Anblick ist schlicht beeindruckend. Die neu sanierte Fassade des Biathlonstadions in Antholz, das ab 2026 den stolzen Namen „Olympic Arena Südtirol Alto Adige“ tragen wird, umfasst 5500 Quadratmeter integrierte Photovoltaik-Paneele. „Damit erzeugen wir genug Strom, um den Bedarf des Biathlon-Stadions zumindest bis in den November hinein autonom zu decken“, berichtet Lorenz Leitgeb, Präsident des Biathlon Weltcup Komitees. Für die Großveranstaltungen im Winter reicht das zwar noch nicht aus. Dennoch ist man auf die neue Stadion-Photovoltaikanlage mit einer maximalen Nennleistung von 360 Kilowatt-Peak zu Recht stolz in Antholz.
Umweltaspekte wichtig. Und auch sonst haben das Land Südtirol, die Gemeinde Rasen-Antholz und das erfahrene Organisationskomitee vor Ort im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele im Februar in Antholz nichts dem Zufall überlassen. „Als Veranstalter im Biathlon-Zirkus sind für uns nicht nur die sportlichen Aspekte wichtig“, berichtet Präsident Leitgeb, „sondern auch sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit - von der Mülltrennung und der Reduzierung von Plastikmüll über die Energieeinsparung bis hin zu umweltfreundlichen Antrieben.“ Für Olympia 2026 seien die einzuhaltenden Umwelt-Auflagen sogar noch höher.
Ein Kernpunkt der Nachhaltigkeit ist auch die Nutzung der Stadionanlage nach den Olympischen Winterspielen 2026: „Wir haben bereits die Zusage für die Biathlon-Weltcup-Veranstaltungen bis 2030. Parallel dazu arbeiten wir kontinuierlich daran, die Auslastung der Biathlon-Anlage in Antholz weiterzuentwickeln“, betont Lorenz Leitgeb. Mit Trainingslagern internationaler Nationalteams und Sportgruppen, Stadionführungen und Events komme man dem Ziel einer ganzjährigen Auslastung immer näher. „Auch Nachwuchssportler profitieren von den tollen Trainingsbedingungen, die nach den Umbauarbeiten nun herrschen“, unterstreicht der Präsident.
Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit. Das zeigt: Die Investitionen in die Biathlon-Hochburg dienen nicht nur kurzfristig den olympischen Wettbewerben. „Vielmehr wurde das realisiert, was für die Weiterführung der Bewerbe, sowohl im Profi- als auch im Amateursportbereich, uns langfristig von Nutzen ist, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, erklärt Lorenz Leitgeb. Dazu gehört die Gestaltung des neuen Zieleinlaufs ebenso wie der neue unterirdische Schießstand und Bereiche für Training, Logistik und die Medien. Durchgeführt wurden 2025 auch Investitionen in die Elektroinstallationen und in die Beleuchtungsanlage des Biathlonzentrums: So wurde etwa die Anschlussleistung und die Stromsicherheit erhöht und sieben neue Flutlichttürme mit LED-Strahlern errichtet. Bereits 2024 ist die neue Beschneiungsanlage in Betrieb genommen worden, während Ende 2025 jene des Speicherbeckens mit rund 31.000 Kubikmeter Fassungsvermögen bevorsteht. „Insgesamt fließen rund 28 Millionen Euro an staatlichen Mitteln und noch einmal so viel an Landesmitteln anlässlich von Olympia 2026 in das Antholzertal“, berichtet Thomas Schuster, Bürgermeister der Gemeinde Rasen Antholz, die Eigentümerin des Biathlonzentrums ist. Mittel, die es ermöglichen würden, den künftigen Generationen ein noch schöneres und funktionelleres Stadion übergeben zu können, betont er.
Investitionen auch in die Kultur. Doch investiert wird nicht nur in die Sportstätten. Mit dem Umbau und der Erweiterung des Kulturhauses „Harward“ in Antholz Mittertal wird im Zuge von Olympia 2026 auch im Kulturbereich Bleibendes geschaffen: „Das in die Jahre gekommene Kulturhaus wird zu einem multifunktionalen Ort für zwölf lokale Vereine umgestaltet und somit der Bevölkerung zu Gute kommen“, freut sich Schuster. Ein großes Plus für das Antholzertal sei auch die Glasfaserversorgung sowie die verbesserte Netzabdeckung durch den neuen RAS-Umsetzer im Talschluss.
„Alle diese Infrastrukturen wirken sich nachhaltig positiv auf das Tal und darüber hinaus aus“, betont der Bürgermeister. Nicht immer sei es einfach, die Nachhaltigkeit einer großen Infrastruktur unter Beweis zu stellen, weiß er. „Es bleibt eine Gratwanderung“, so Schuster. „Alles muss den steigenden Anforderungen gerecht werden, darf aber dennoch nicht überdimensioniert sein.“
mpi
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