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High-Tech in der Berufsbildung

07.03.2024

Südtirols Berufsbildung gilt als Aushängeschild. Sie dient der Weiterentwicklung der Arbeitswelt unter Berücksichtigung des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts.

Lorenzo Chiriacò besucht die dritte Klasse Mechatronik an der Berufsschule „Enrico Mattei“ in Brixen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Lorenzo Chiriacò besucht die dritte Klasse Mechatronik an der Berufsschule „Enrico Mattei“ in Brixen. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

In wenigen Monaten wird er 18 Jahre alt: Lorenzo Chiriacò lebt in Sterzing und besucht die dritte Klasse der Mechatronik-Ausbildung an der Berufsschule „Enrico Mattei“ in Brixen. Er schweißt leidenschaftlich gerne und hat klare Vorstellungen von der Arbeit: „Im Juni werde ich meine Ausbildung beenden. Dann werde ich mit Wasserturbinen arbeiten.“ Im vergangenen Sommer durchlief Lorenzo ein Praktikum beim multinationalen Unternehmen Leitner. „Da habe ich Seilbahnbestandteile gewartet und repariert. Dabei kommen Schweiß- und kollaborative Roboter (Cobots) zum Einsatz. Am Ende des Praktikums wurde mir eine Anstellung im Unternehmen angeboten.“ Wie Lorenzo ist es auch seinen neun Klassenkameraden ergangen: Alle erhielten bereits am Ende ihres Praktikums von örtlichen Unternehmen Jobangebote. Die Nachfrage nach Arbeitskräften übersteigt das Angebot. „Hätte es keine Berufsbildung gegeben, wäre ich wahrscheinlich nach der Pflichtschule nicht mehr zur Schule gegangen“, sagt Lorenzo, der sich glücklich darüber schätzt, dass die Schule den Grundstein für seinen Erfolg gelegt habe.

Cobots, die kollaborativen Roboter, stellen – kombiniert mit künstlicher Intelligenz (KI) für deren Steuerung – die Zukunft der Robotik dar. Es handelt sich um Roboter, die für die Zusammenarbeit mit Menschen und die Automatisierung von Aufgaben entwickelt wurden. Mit Hilfe der KI können sie Aufgaben mit verbesserter Funktionalität und reaktionsfähigem Verhalten ausführen. Die Berufsfachschule „Enrico Mattei“ in Brixen bietet auf Wunsch der Unternehmerschaft eine spezielle Ausbildung in diesem Bereich. „Wir machen strategische Sektoren aus, in die wir investieren, um Innovation voranzutreiben, wobei wir stets die Arbeitswelt, die Nachfrage der lokalen Unternehmen und die Bedürfnisse in unserem Land im Auge behalten“, sagt Schuldirektor Alberto Conci. Die Berufsschule zählt 165 Schülerinnen und Schüler, 140 in der Grundstufe und 25 Lehrlinge. Zudem bietet die Berufsschule 15 unterschiedliche Kurse der berufsbegleitenden Weiterbildung an, an denen jährlich rund 150 Personen teilnehmen.

Domotik oder Gebäudeautomation – darunter versteht man Technologien zur Verbesserung der Lebensqualität in Häusern, Hotels, Krankenhäusern, wobei Überwachungs-, Steuer-, Regel- und Optimierungseinrichtungen zum Einsatz kommen. Die Schule bietet einen Lehrgang in diesem Bereich, der auf Energieeinsparung und Nachhaltigkeit abzielt und in dem auch Photovoltaik und grüne Energie Themen sind. Daneben gibt es Kurse zur Installation, Wartung und Reparatur von Videoüberwachungs- und Glasfasersystemen. In den Mechanik-Werkstätten wird an Industrieautomation, Elektrofahrzeugen und Automotive gearbeitet. Da die Komplexität zugenommen hat, sind auch immer mehr Fähigkeiten gefragt. Die Ausbildungswege erfordern solide Computerkenntnisse, nicht nur weil die Zeichnungen mehrdimensional mit CAD- und 3D-Druckprogrammen erstellt werden.

Simulimpresa ist – wie die Übungsfirmen im deutschen Raum – ein innovatives Netzwerk im Bereich Handel und Dienstleistung, an dem 250 simulierte Unternehmen in Italien und 7000 weltweit beteiligt sind. Das Simulimpresa- Programm fördert die Ausbildung in verschiedenen Sektoren anhand praktischer Erfahrungen in einer Lernumgebung, die die Arbeitsrealität in all ihren Aspekten simuliert. So werden beispielsweise die Entwicklung eines Produktes und dessen Marktplatzierung simuliert, ein Katalog wird erstellt und an die anderen Übungsfirmen gesendet. Dabei wird die elektronische Rechnungsstellung geübt, bei anderen Unternehmen bestellt, es werden Konten geführt und der Kauf- und Verkaufszyklus einschließlich der Zahlung abgeschlossen. Dafür steht die Online-Bank von Simulimpresa zur Verfügung.

Interaktive Tafeln und Computer an jedem Schreibtisch tragen dazu bei, Interesse, Motivation und Bildungserfolg der jungen Leute zu steigern. Auch die traditionellen Fächer und die Sprachkompetenz profitierten von den neuen Technologien, heißt es aus der Berufsschule.

an/jw

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