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Zurück in die Arbeitswelt

20.04.2023

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert sich. Daran arbeitet unter anderem die Familienagentur des Landes, die unterschiedliche Maßnahmen in diesem Bereich vorantreibt.

Mit verschiedene Maßnahmen trägt die Familienagentur dazu bei, dass familiäre und berufliche Bedürfnisse leichter vereinbar werden. (Foto: LPA/Greta Stuefer)
Mit verschiedene Maßnahmen trägt die Familienagentur dazu bei, dass familiäre und berufliche Bedürfnisse leichter vereinbar werden. (Foto: LPA/Greta Stuefer)

Jedes Jahr geben 600 bis 700 Südtiroler Arbeitnehmerinnen ihre Arbeitsstelle im Privatsektor während der Schwangerschaft oder innerhalb des dritten Lebensjahres des Kindes freiwillig auf. Dies zeigt der Blick auf die Daten des Arbeitsmarktservice. Dieser zeigt auch, dass rund 60 Prozent davon später wieder in den Arbeitsmarkt zurückkehren. Im Vergleich zum Zeitraum 2005 bis 2014 hat sich dieser Prozentsatz in den vergangenen Jahren um zehn Prozent- punkte erhöht. Allerdings stehen vier von sechs dieser Mütter dem Arbeits- markt aufgrund ihrer Betreuungsarbeit zu Hause nur begrenzt zur Verfügung. Wie werden Familien dabei vom Land unterstützt? Und wie kann man, abgesehen von den eben zitierten Daten, die Maßnahmen auf ihre Effizienz über- prüfen?

Die Familienagentur des Landes hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen entwickelt und umgesetzt: Einerseits mit Blick auf die Arbeitgebenden, andererseits mit Fokus auf die Familien selbst. Zu jenen Maßnahmen, die auf die Arbeitgebenden ausgerichtet sind, zählt in erster Linie die Einführung des „audit familieundberuf“. Dieses europaweit anerkannte Verfahren wurde auf lokale Bedürfnisse und Besonderheiten angepasst. Das Ziel des Audits ist es, eine familienfreundliche Personalpolitik in Südtirols Wirtschaft umzusetzen, die sowohl den Mitarbeitenden, als auch dem Unternehmen zugutekommt. Außerdem unterstützt das Land (private und öffentliche) Arbeitgeber mit finanziellen Mitteln, wenn diese eine Betriebskita für Kleinkinder von null bis drei Jahren verwirklichen oder Plätze bei einer Tagesmutter oder einer Kita für ihre Angestellten reservieren bzw. mitfinanzieren. Dies gilt auch für die eigenen Angestellten, die das Land als Arbeitgeber ebenfalls unterstützt, indem sie bei der Kleinkindbetreuung einen reduzierten Tarif in Anspruch nehmen können.  

Formen der Kleinkindbetreuung. Diese ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen Familien in Südtirol unterstützt werden. Die Familienagentur des Landes fördert drei Formen der Kleinkindbetreuung: Erstens Kinderhorte, zweitens Kindertagesstätten/ Kitas und drittens den Tagesmutter-/ Tagesvaterdienst. Betreut werden dabei Kleinkinder im Alter von drei Monaten bis zu drei Jahren bzw. bis zu deren Eintritt in den Kindergarten. Südtirols Gemeinden müssen in diesem Zusammenhang einen jährlichen Entwicklungsplan erarbeiten, um den Ausbau der Kleinkindbetreuung voranzubringen.  Das Land fördert auch weitere Angebote für Familien mit Kleinkindern, wie Spielgruppen oder die Eltern-Kind-Zentren (ELKIs), die Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten unter Gleichgesinnten bieten. Familien mit Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 15 Jahren können in der schulfreien Zeit im Sommer und unterm Schuljahr auf ein immer größer werdendes, flächendeckendes Angebot an Betreuungsmöglichkeiten zurückgreifen. Die Gemeinden haben eine wichtige Koordinierungsfunktion, während das Land die finanzielle Unterstützung garantiert.  

Immer mehr Angebote. „Die Effizienz der Maßnahmen lässt sich nicht nur an der Zunahme der öffentlichen Ausgaben ablesen, sondern auch am bemerkenswerten Anstieg an Angeboten, Diensten und vor allem an Kindern, welche diese Dienste und Angebote nutzen“, betont Carmen Plaseller, Direktorin der Familienagentur. Dies würden auch die Ergebnisse der Familienstudie 2021  belegen. Diese wurde vom Landesstatistikinstitut ASTAT, in Zusammenarbeit mit der Familienagentur, durchgeführt.  

Familienstudie 2021. 60 Prozent der Südtirolerinnen und Südtiroler zwischen 18 und 64 Jahren geben an, dass die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben für Mütter machbar ist, bei Vätern steigt dieser Prozentsatz auf 85 an. Für 21 Prozent der 18 bis 64-Jährigen hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit für Familienanliegen in den vergangenen fünf Jahren verbessert, für 38 Prozent ist sie gleichgeblieben. 20 Prozent nehmen eine Verschlechterung wahr. Insgesamt gesehen hat die Mehrheit der Befragten den Eindruck, dass es in den vergangenen Jahren etwas einfacher geworden ist, Familie und Beruf zu vereinbaren.

mdg/ck

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