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Zwei Ranger, ein Ziel

22.10.2026

Mitten in der Natur ist ihr Arbeitsplatz. Dennoch haben Naturpark Ranger und Südtirol Alto Adige Ranger verschiedene Aufgaben. Warum es zum Erhalt der Naturlandschaft beide braucht.

Als Naturpark Ranger vermittelt Anton Schönberger zwischen
Mensch und Natur - hier im Naturpark Schlern-Rosengarten. (Foto: Fabio Brucculeri)
Als Naturpark Ranger vermittelt Anton Schönberger zwischen Mensch und Natur - hier im Naturpark Schlern-Rosengarten. (Foto: Fabio Brucculeri)

Hilfe bei der Routenfindung, Infos zu den Tier- und Pflanzenarten, Sensibilisierung der Besucherinnen und Besucher: An einem sonnigen Spätsommertag im Naturpark Schlern-Rosengarten ist für Ranger Anton Schönberger einiges zu tun. „Meine Aufgabe ist es, Einheimische und Gäste für die Naturwunder zu begeistern, die sie in einem Naturpark - einem der wenigen geschützten Gebiete in Südtirol - finden können“, berichtet er. Das sei auch der Schlüssel dafür, sie für einen achtsamen Umgang mit der Natur zu gewinnen.

Doch das ist noch nicht alles: Neben der Besucherinformation und -lenkung zählen auch Monitoring und Erforschung von Flora und Fauna, Pflegemaßnahmen der Naturlandschaft und das Vermitteln didaktischer Inhalte zu den vielfältigen Aufgaben der Naturpark Rangerinnen und Ranger in Südtirol – von erlebnisorientierten Führungen in den Naturparks bis hin zu Umweltbildungsangeboten in den Naturparkhäusern. 

Neuerung bei den Naturpark Rangern. „Niemand kennt den Naturpark so gut wie sie“, ist der Direktor des Landesamtes für Natur Leo Hilpold überzeugt. „Ihre Kernkompetenz ist die Vermittlung zwischen Natur und Mensch – und ihre Arbeit wichtig für die Akzeptanz von Naturschutzmaßnahmen, für die positive öffentliche Wahrnehmung des Naturparks sowie für ein attraktives Naturerleben.“

Bereits seit 30 Jahren sind die Naturpark Rangerinnen und Ranger vorwiegend in den Sommermonaten in Südtirols Schutzgebieten unterwegs. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, gibt es für die Fachkräfte der sieben Südtiroler Naturparks ab 2027 eine wichtige Neuerung. Für jeden Naturpark wurde eine Ganzjahresstelle, insgesamt sieben, geschaffen. „Damit können wir künftig eine kontinuierliche, ganzjährige Umweltbildung für Schulen und Interessierte anbieten, aber auch eine zeitgemäße digitale Kommunikation sicherstellen“, so Hilpold. Auf diese Weise könne die Bevölkerung vor Ort besser informiert und eingebunden werden – „was uns ein großes Anliegen ist“, so der Amtsdirektor.

Ortswechsel auf die Seiser Alm. Vor atemberaubender Bergkulisse ist dort Südtirol Alto Adige Rangerin Michaela Prister im Einsatz und erklärt den Besucherinnen und Besuchern die Verhaltensregeln in Natur und Landschaft. „Eine besondere Herausforderung sind die Foto-Touristen, die auf der Jagd nach dem besten Foto mitten auf der ungemähten Wiese landen“, berichtet sie. Mit viel Geduld erklärt sie immer wieder, warum eine plattgedrückte Wiese nicht mehr gemäht werden kann. Aufklärung tut auch beim Thema Hundekot Not. „Das Mikrobiom des Hundes kann für Rinder lebensgefährlich sein und darf das Futter keineswegs verunreinigen“, weiß Prister. Während Hundebesitzende sich meist einsichtig zeigen würden, sei bei Bikerinnen und Bikern noch viel Sensibilisierungsarbeit nötig, um ein gutes Miteinander zu erreichen.

Pilotprojekt erfolgreich angelaufen. Das Pilotprojekt der Südtirol Alto Adige Ranger gibt es seit Sommer 2026. Insgesamt 15 Südtirol Alto Adige Ranger sensibilisierten im Auftrag der Tourismusvereine an stark frequentierten Orten Besucherinnen und Besucher für das angebrachte Verhalten in Natur und Landschaft, vor allem auch außerhalb der Schutzgebiete, und ergänzen so die Arbeit der Naturpark Ranger. „Im Unterschied zu vergangenen Jahren, wo einzelne Tourismusorganisationen Mitarbeiter für die Besuchersensibilisierung einstellten und jeder für sich handelte, erfolgt nun die Koordination durch die Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung: Es hat eine einheitliche, 2,5-tägige Schulung für die Südtirol Alto Adige Ranger gegeben, die nun untereinander vernetzt sind, mit den Naturparkhäusern und den Forststationen zusammenarbeiten und durch eine einheitliche Bekleidung erkennbar sind“, erklärt Elisabeth Berger, Koordination Dolomiten UNESCO Welterbe in Südtirol.

Das Pilotprojekt ist am gemeinsamen Koordinierungstisch mit den Tourismusorganisationen entstanden. „Wir wollen uns gemeinsam für den Erhalt der Natur einsetzen. In den vergangenen Jahren hat sich in einigen Gebieten der Besucherandrang stark erhöht. Die aktive Hilfestellung kommt bei Touristen, die das richtige Verhalten am Berg nicht immer kennen, gut an“, berichtet Florian Zerzer, Direktor der Landesabteilung Natur, Landschaft und Raumentwicklung.

Das zeigen auch die Rückmeldungen vor Ort. Laut Martin Rabensteiner, Direktor von Seiser Alm Marketing, fällt eine erste Bilanz durchwegs positiv aus: „Die Präsenz der Südtirol Alto Adige Ranger ist ein Mehrwert: Sie leisten einerseits wichtige Sensibilisierungsarbeit beiden Gästen, andererseits geben sie uns wichtiges Feedback über wiederkehrende Schwierigkeiten in unserem Gebiet. Daraus können wir gezielte Verbesserungsmaßnahmen ableiten.“

Der eingeschlagene Weg wird daher auch 2027 fortgesetzt, wie der Landesrat für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz Peter Brunner auf Nachfrage erklärt: „Auch wenn sich die Aufgaben von Naturpark Rangern und Südtirol Alto Adige Rangern unterscheiden, das Ziel ist ein gemeinsames: das Verantwortungsbewusstsein von Einheimischen und Gästen für den Lebensraum Südtirol zu stärken. Zum langfristigen Schutz von Natur und Landschaft brauchen wir den Einsatz beider Gruppen von Rangerinnen und Rangern."

mpi

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