3 Fragen an Alessandro Andriolo
Der Borkenkäfer hat in den Fichtenwäldern Südtirols gewütet. Schadholz muss abtransportiert werden: Was kommt danach? Alessandro Andriolo von der Landesabteilung für Forstwirtschaft hat Antworten.
Was ist zu tun, wenn das Schadholz einmal aus dem Wald entfernt ist? Da gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann den Lauf der Natur abwarten oder aufforsten. Der Borkenkäfer befällt ja Rotfichten.
Diese machen 60 Prozent des Bestands aus. Sollte man auf andere Baumarten ausweichen? Jede Baumart hat ihren Schädling und ihre Problematiken. Zudem wachsen in unseren Wäldern ja nicht zufällig vor allem Rotfichten: In der Natur hält sich, was ideal für den Standort ist.
Ist also die beste Lösung, nach der Bringung wieder mit Rotfichten aufzuforsten? Grundsätzlich kann man die Effizienz von Aufforstungen erst in 140 Jahren beurteilen – das ist die Umtriebszeit einer Rotfichte, ihre Zeit von Keimung bis Altholz. Aufforstung mit Rotfichten ist gebräuchlich und hat schon aus diesem Grund etwas für sich. Wir haben uns naturnahe Waldbewirtschaftung auf die Fahnen geschrieben. In der Regel können wir auch darauf vertrauen, dass die Natur den Baumbesatz selbst regelt. Ein Beispiel dafür ist der Waldkomplex Latemar: Dort hat sich durch diesen Weg eine üppige Naturverjüngung behauptet. Eine Variante, die auch sehr gut funktioniert, ist die Vorwaldaufforstung. Da werden Laubbäume wie Eberesche, Birke und Zitterpappel gepflanzt. All diese Bäume sind imstande, den nackten Boden als erste zu kolonisieren. Sie wachsen schnell und erfüllen die Schutzfunktion. Im Halbschatten und nährstoffreichen Boden keimen Rotfichten auf natürlichem Wege. Man muss ihnen nur die Zeit zum Wachsen geben.
uli
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