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Italienweit erste Regionalbahn mit ETCS

22.05.2026

Die Arbeiten für die Elektrifizierung und Modernisierung der Vinschger Bahn sind in der Endphase. Ende März wurde erstmals das ETCS-System in Betrieb genommen.

Vollständig elektrifiziert, umfassend erneuert und in das europäische Eisenbahnnetz integriert: Ein Blick in die Leitstelle zur Überwachung der Vinschger Bahn. (Foto: Ivan Brentegani)
Vollständig elektrifiziert, umfassend erneuert und in das europäische Eisenbahnnetz integriert: Ein Blick in die Leitstelle zur Überwachung der Vinschger Bahn. (Foto: Ivan Brentegani)

Am Sonntag, 29. März, um 5:16 Uhr morgens nahm der erste Zug vom Typ Stadler ATR 100 den Betrieb auf der Vinschger Bahnlinie auf, die zwischen Meran und Mals umfassend erneuert wurde. Das alte Signalsystem wurde entfernt, rund 1.500 Oberleitungsmasten installiert sowie das europäische Zugsicherungssystem ETCS Level 2 und das Kommunikationssystem GSM-R eingerichtet. Damit ist die Vinschger Bahn die erste Regionalbahn in Italien, die über diese Systeme verfügt. Aus diesem Grund waren bei der Inbetriebnahme der Strecke auch namhafte Experten des Schienennetzbetreibers RFI anwesend, die die Bahn als „Meilenstein der Eisenbahninnovation“ und italienweites Modell bezeichneten.

In den vergangenen Monaten haben die Europäische Eisenbahnagentur ERA (European Union Agency for Railway), die italienische Agentur für die Sicherheit von Eisenbahnen sowie Straßen- und Autobahninfrastrukturen (ANSFISA) und das Land Südtirol die Sicherheit der Systeme überprüft und die Betriebsgenehmigungen erteilt. Ebenso ist die Elektrifizierung der Vinschger Bahn in die Endphase getreten. In jüngster Zeit wurden täglich Tests durchgeführt, und die Strecke wird nach und nach für den öffentlichen Verkehr freigegeben.

Zwei Millionen Euro Fahrgäste im Jahr. Seit ihrer Wiedereröffnung im Jahr 2005 verzeichnet die Vinschger Bahn jährlich rund zwei Millionen Fahrgäste. Mit der Elektrifizierung der Strecke und der Einführung des ETCS- sowie des GSM-R-Systems ist sie nunmehr nicht nur vollständig in das europäische Eisenbahnnetz integriert, sondern erreicht auch ein deutlich höheres Sicherheitsniveau: Die kontinuierliche Überwachung und Steuerung des Zugverkehrs in Echtzeit tragen maßgeblich zur Erhöhung der Betriebssicherheit bei. Künftig können Züge mit bis zu 130 Stundenkilometern verkehren und sowohl auf dem italienischen als auch auf dem österreichischen Streckennetz eingesetzt werden. Neben der Sicherheit ist die Erhöhung der Kapazität des Schienenverkehrs, der Sitzplatzanzahl und des Reisekomforts ein weiteres Ziel der Elektrifizierung der Strecke, um auch im Vinschgau einen 30-Minuten-Takt zu erreichen.

Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs erfolgt schrittweise. In einer ersten Phase bleibt der Schienenersatzverkehr mit Bussen auf der Linie B250 aufrecht, parallel dazu wird der Zugbetrieb auf Teilstrecken schrittweise wieder aufgenommen, bis der reguläre Betrieb vollständig hergestellt ist. Die Gesamtinvestition für die Maßnahmen beläuft sich auf rund 85 Millionen Euro.

gm/mpi

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