3 Fragen an… Günther Kaufmann und Andreas Putzer
Günther Kaufmann und Andreas Putzer, Kuratoren der Sonderausstellung „UNDER PROPAGANDA – Archäologie zwischen Krieg und Frieden“ über die faschistische und nationalsozialistische Vergangenheit der Archäologie in Südtirol.
Warum war Ihnen dieses Thema wichtig?
Weil Archäologie hier über Jahrzehnte instrumentalisiert wurde, um politische Ansprüche zu legitimieren. Uns war wichtig zu zeigen, dass Wissenschaft nicht außerhalb ihrer Zeit steht. Gerade in Südtirol prallten Ideologien aufeinander – mit nachhaltigen Folgen für Forschung, Deutung und Erinnerungskultur.
Wie ist es gelungen, dieses schwierige Kapitel verständlich aufzubereiten?
Wir haben bewusst drei Informationsstränge gewählt: die historische Entwicklung, die beteiligten Akteure und konkrete archäologische Funde. Ergänzt wird das durch eine frische, symbolisch aufgeladene Grafik und moderne Vermittlungsmethoden. So können Besucherinnen und Besucher selbst Zusammenhänge herstellen, ohne überfordert zu werden.
Was nehmen Besucherinnen und Besucher aus der Ausstellung mit – gerade mit Blick auf das Thema Heimat?
Die Erkenntnis, dass Heimat kein statisches, sondern ein umkämpftes Konzept ist – auch in der Wissenschaft. Unsere Ausstellung soll nicht nur faszinierende Funde zeigen, sondern sensibilisieren: für den Missbrauch von Forschung, für ideologische und politische Vereinnahmung und für die Verantwortung, die Wissenschaft heute trägt.
kh
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