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Der Wald und wir

22.05.2026

Er atmet und arbeitet, beschützt und stabilisiert, entwickelt und verändert sich: Der Wald hat vielfältige Funktionen. Eine neue Kampagne soll das Bewusstsein für seine Bedeutung stärken.

Über die Hälfte der Südtiroler Landesfläche ist von Wald bedeckt: Wir brauchen den Wald, und der Wald braucht uns. (Foto: Benjamin Pfitscher)
Über die Hälfte der Südtiroler Landesfläche ist von Wald bedeckt: Wir brauchen den Wald, und der Wald braucht uns. (Foto: Benjamin Pfitscher)

Er schützt vor Naturgefahren, speichert Kohlendioxid, filtert Wasser, ist LebensraumTiere und Pflanzen, bietet den Menschen Erholung, versorgt sie mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz und schafft damit Arbeitsplätze: der Wald. Der Wald ist Lebensgrundlage und selbst ein lebendiges Wesen.

Försterin Teresa Staffler ist seit 2017 in der Forststation Sarntal tätig: Für sie ist es von grundlegender Bedeutung, alle unterschiedlichen Sichtweisen auf den Wald zu berücksichtigen. Giorgio Sivieri ist seit 2003 Förster und seit 15 Jahren Leiter der Forststation Tisens: Sein Anliegen ist es, alle Dienstleistungen des Waldes zu vermitteln. Für ein Stück Wald verantwortlich ist Waldeigentümer Oswald Karbon in Kastelruth. Die Arbeit im Wald, berichtet er, sei hart und gefährlich. Man müsse im Wald über mehrere Generationen denken. Und: Damit der Wald für alle da ist, muss man respektvoll damit umgehen.

Hälfte der Landesfläche mit Wald bedeckt. Der Wald prägt Südtirols Landschaft. Knapp über die Hälfte der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. Rund 58 Prozent davon ist Bergwald mit direkter Schutzfunktion. Vom Mischwald in der Talsohle bis zum Fichtenwald in den oberen Lagen: Über 100 Waldtypen gibt es in Südtirol, die sich je nach Standort in der Zusammensetzung der Baum- und Pflanzenarten unterscheiden. Die Fichte ist mit einem Anteil von 60 Prozent die häufigste Baumart in Südtirol. Es folgen die Lärche, Kiefer und Zirbe. Der Wald beheimatet die größte Artenvielfalt in Südtirol. Tausende Arten von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Mikroorganismen leben im Ökosystem Wald – von der Baum-krone bis tief in den Boden – zusammen.

„Unser Wald erfüllt zentrale Funktionen für Mensch, Tier und Umwelt“, hebt Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher hervor. „Gerade nach den Schäden der vergangenen Jahre ist es jetzt wichtig, stabile Mischwälder und den Schutzwald zu stärken und zugleich verständliche, leicht zugängliche Informationen bereitzustellen. Deshalb ist es mir ein Anliegen, die Bedeutung des Waldes noch stärker ins Bewusstsein rücken und den rund 24.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern in Südtirol Orientierung und Unterstützung zu bieten.“

Neue Kampagne Waldatem. Dazu soll die neue Kampagne „Waldatem - respiro del bosco - fla dl bosch“ der Landesabteilung Forstdienst dienen. Der Startschuss dafür wurde am Internationalen Tag des Waldes am 21. März gegeben. Als langfristige Kommunikationsstrategie ist die Kampagne auf mehrere Jahre angelegt und soll die gesamte Bevölkerung ansprechen, fasst Landesforstdirektor Günther Unterthiner zusammen.

Bereits bestehende erfolgreiche Projekte - etwa die Baumfeste oder die Forst-Info-Tage - werden weitergeführt, zusätzliche Bewusstseinsbildungsmaßnahmen sollen verbreitet werden, etwa die Vermittlung von Waldwissen über Spots in den Medien oder über Citylights an den Haltestellen. Kurze Videosequenzen als Reels zu den Funktionen des Waldes sind ebenfalls geplant. Der Aktion „Kennst du deine Heimat“ wird eine eigene Ausgabe zum Wald gewidmet. Vermittelt werden soll ein respektvoller Umgang mit dem Waldeigentum und den notwendigen forstlichen Arbeiten. Damit der Wald weiteratmen kann – und wir mit ihm.

Mehr Informationen zur Wald-Kampagne „Waldatem -respiro del bosco - fla dl bosch“.


Schutzwaldpreis für „Jung & MischwAlt“

Der Wald als Symbol für den ewigen Kreislaufs Lebens war Inspiration für ein generationenübergreifendes Baumfest: Im Projekt „Jung & MischwAlt“ haben Kinder aus der Grundschule Wahlen, die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnheime Innichen, Niederdorf und Olang und Menschen mit Beeinträchtigung vor rund einem Jahr gemeinsam ein vom Borkenkäfer zerstörtes Waldstück in Außerprags mit jungen Bäumchen bepflanzt und damit neuen Lebensraum geschaffen. Die Kinder halfen den Heimbewohnern, die Heimbewohner gaben wertvolle Tipps zum Setzen. Damit die jungen Bäumchen gut wachsen können, wurden Schutzvorrichtungen angebracht, die sie vor Wildverbiss schützen. Diese haben die Menschen mit Beeinträchtigung in den Werkstätten des Sozialzentrums von Toblach angefertigt. Die gepflanzten Birken, Buchen, Bergahorne und Elsbeeren machen aus dem bestehenden Nadelwald einen Mischwald. Zum Abschluss des Projektes im Herbst kamen Förster aller vier Forststationen in die drei Seniorenwohnheime, um dort einen Baum zu pflanzen. Mehrere Generationen haben sich bei diesem Projekt aktiv für den Erhalt des Schutzwaldes eingesetzt. Damit verbindet das Projekt „Jung & MischwAlt“ ökologische Verantwortung mit gesellschaftlichem Engagement.

Dies wurde bei der Verleihung des Schutzwaldpreises-Helvetia im März in Vorarlberg mit dem Schutzwaldpreis in der Kategorie Öffentlichkeitsarbeit prämiert. Die Auszeichnung, die bereits zum 19. Mal vergeben wurde, wird von der Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine verliehen.

mac

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