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Brücken bauen mitten in Europa: erste Station Rovereto

16.07.2025

In der Euregio-Akademie 2025 tauschen junge Menschen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino Meinungen und Wissen für eine gemeinsame, friedliche Zukunft aus.

Austausch über Geschichte und Kultur: Die erste Etappe der Euregio-Akademie 2025 fand in Rovereto statt. (Foto: Euregio)
Austausch über Geschichte und Kultur: Die erste Etappe der Euregio-Akademie 2025 fand in Rovereto statt. (Foto: Euregio)

Unterschiede überwindend wollen sie Brücken bauen und Netzwerke knüpfen: Junge Menschen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, die an der Euregio-Akademie 2025 teilnehmen und sich kürzlich auf der ersten Etappe in Rovereto trafen. Ihr gemeinsames Ziel: Die Geschichte, Kultur und unterschiedlichen Identitäten nördlich und südlich des Brenners kennenlernen.

Symbolik unter der Gefallenenglocke. Seit 2015 organisiert die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino alle zwei Jahre drei Seminarwochenenden für Menschen im Alter von 18 bis 35 Jahren. Die heurige Ausgabe startete in Rovereto, jener Stadt, an der im Ersten Weltkrieg die Front zwischen italienischen und österreichisch ungarischen Truppen verlief. Als Friedenszeichen wurde hier von 1921 bis 1925 ein Mahnmal mit großer Glocke errichtet, für die Kanonen aus allen am Krieg beteiligten Länder eingeschmolzen wurden. Direkt am Fuß dieser Gefallenenglocke endete das erste Seminarwochenende.

Auf deren Symbolkraft verwies Matthias Fink vom Euregio-Generalsekretariat: „Vor hundert Jahren bekämpften sich hier junge Menschen in nationalistischem Geist. Heute treffen wir uns hier im Geist des europäischen Friedensprojekts, tauschen Meinungen aus und arbeiten gemeinsam an der Zukunft unserer Länder.“

Identität, Geschichte, Persönlichkeiten. Im Mittelpunkt der ersten drei Seminartage stand das Nachdenken über die eigene – familiäre wie soziale – Identität. Alle sprachen in ihrer Muttersprache und verstanden einander – manchmal mit etwas Mühe, immer mit großem Interesse. Sie zeichneten historische Etappen in der Wirtschaft, Politik und Sprache nach und erörterten viele Gemeinsamkeiten zwischen Südtirol, Tirol und dem Trentino – häufig mit Verweis auf lokale Persönlichkeiten, die Geschichte geschrieben haben. Alcide De Gasperi beispielsweise ist im Trentino geboren. Als Italiener wurde er im Habsburgerreich zum Abgeordneten. Nach den Exil-Jahren während des Faschismus wurde er in der neu gegründeten italienischen Republik zum Ministerpräsidenten und einem der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft.

Gemeinsam Zukunft prägen. Auch Marco Odorizzi, Direktor der Trentiner Stiftung Alcide De Gasperi, die die erste Akademie-Etappe mitorganisiert hat, betonte: „Erfahrungen wie diese bestätigen, wie sinnvoll es ist, Zeit und Energie in den Aufbau von Beziehungen zu investieren. Menschen unterschiedlicher Herkunft entdecken, dass sie vor ähnlichen Herausforderungen stehen und einander helfen können, diese zu bewältigen. Darin liegt der tiefere Sinn der Euregio: Wir haben eine gemeinsame Zukunft vor uns und bei Treffen wie diesem können wir sie verwirklichen.“

Nächste Etappen. Die zweite Etappe in Bozen vom 4. bis 6. Juli ist dem Schwerpunkt „Klimawandel und Minderheiten in den Ländern“ gewidmet. Beim dritten Akademie-Wochenende vom 16. bis 18. August steht im Rahmen der Euregio-Days in Alpbach (Tirol) die Frage im Mittelpunkt, wie sich die Wettbewerbsfähigkeit- und Klimaschutz-Ziele der Europäischen Union auf die Alpengebiete auswirken. 

gm (gst)

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