Der Aquarienmann
Seit fast 28 Jahren betreut Massimo Morpurgo das große Riffaquarium und andere Aquarien im Naturmuseum Südtirol in Bozen. Im Interview spricht er über seine Leidenschaft für die Unterwasserwelt, seine Forschungsarbeit und warum er den Kontakt mit dem Publikum liebt.
Woher kommt Ihre Leidenschaft für das Meer? Was fasziniert Sie besonders?
Als Kind entdeckte ich in Sizilien mit meiner ersten Taucherbrille die Schönheit des Meereslebens. Seitdem haben mich die Vielfalt der Formen und Farben und die scheinbare Stille der Unterwasserwelt immer wieder fasziniert.
Welches ist das interessanteste Tier oder die interessanteste Pflanze in den Aquarien, die Sie im Museum betreuen?
Ich persönlich finde die Quallen, die wir seit einigen Jahren in einem speziellen Rundbecken züchten, wegen ihrer Eleganz und ihres hypnotischen Schwimmverhaltens besonders faszinierend. Es sind uralte und sehr einfache Tiere, aber biologisch sehr erfolgreich.
Und das Interessanteste in den Ozeanen und Meeren?
Tintenfische beeindrucken durch ihre Intelligenz und ihre Fähigkeit, sehr schnell ihre Farbe und sogar ihre Form zu ändern, um sich zu tarnen.
In welchem Bereich forschen Sie am liebsten?
Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Wassertieren. Kürzlich habe ich ein Forschungsprojekt über Süßwasserquallen und zweischalige Weichtiere, die so genannten Süßwassermuscheln, abgeschlossen. Derzeit arbeite ich an einem Forschungsprojekt über kleine Süßwasserfische in Südtirol.
Was war ein besonderer Moment in Ihrer Laufbahn als Forscher?
Es ist immer ein tolles Gefühl, wenn ein Artikel, der das Ergebnis einer langen Forschungsarbeit ist, zur Veröffentlichung in einer angesehenen internationalen Fachzeitschrift angenommen wird.
Wo fühlen Sie sich am wohlsten: im Forschungslabor, im maritimen Umfeld oder als Wissenschaftsreferent, zum Beispiel bei Führungen im Naturmuseum?
Ich fühle mich in all diesen Kontexten wohl. Wissenschaftliche Öffentlichkeitsarbeit kann sehr interessant sein. Wenn ich zum Beispiel im Korallenmikroskopielabor des Naturmuseums lebende Korallennesselzellen und ihre symbiotischen Algen der Öffentlichkeit zeige, sehe ich, wie fasziniert die Menschen sind.
Unterwasserfotografie gehört zu Ihren Spezialgebieten: Was fotografieren Sie am liebsten? Und was sind die Schwierigkeiten dabei?
Ich tauche gerne in verschiedenen Unterwasserumgebungen, vom heimischen See bis zum Mittelmeer. Ich widme mich hauptsächlich der Unterwasser-Makrofotografie. Fische in verschiedenen Größen und kleine Wirbellose sind meine Lieblingsmotive. In Seen muss man sehr vorsichtig sein, um das Wasser nicht zu verschlammen, ein Flossenschlag zu viel reicht aus, um eine Aufnahme zu ruinieren. Die Annäherung an einen scheuen Fisch kann eine Herausforderung sein und viel Geduld erfordern. Ich habe auch schon über eine Stunde im Wasser verbracht und vor einer Fischhöhle gelauert, bis mir die Aufnahme gelang.
Wenn Sie sich nicht für die Meeresbiologie entschieden hätten, welchen Beruf würden Sie dann heute ausüben?
Wer weiß ... Nach der Oberschule war ich unschlüssig, ob ich Biologie oder Chemie studieren sollte. Letztendlich hat sich meine Leidenschaft für die Biologie durchgesetzt. Heute bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden.
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