Die größte Passion ist und bleibt die Familie
Daniel Alfreider hat sich schon als Kind mit Lego-Bauklötzen als „kleiner Ingenieur“ erwiesen. Das Interesse an der Mobilität wurde bei einem Praktikum im Land und als Projektant für den BBT geweckt.
Herr Landesrat, stimmt es, dass Sie schon als Kind lieber mit Zügen als mit Autos gespielt haben?
Mir hat es vor allem Spaß gemacht, mit dem Ball zu spielen, aber auch mit Lego-Technik zu bauen. Somit war meine Zukunft als Ingenieur eigentlich schon vorgezeichnet.
Sie sind in Kolfuschg aufgewachsen und zwar zu jener Zeit, als der Touristenboom im Gadertal eingesetzt hat. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Kindheit?
Ich habe wundervolle Erinnerungen an diese Zeit, wir sind auf einem abgelegenen Hof auf 1753 Metern Meereshöhe aufgewachsen, hatten einige Kühe und Hühner. Mein Bruder und ich sind mit den Skiern, mit dem Bob oder mit den Fahrrädern in die Schule gefahren, um die zwei Kilometer Fußweg erträglicher zu machen. Damals gab es noch keinen Autobus in unserer Gegend.
Sind Sie ein waschechter Gadertaler?
Meine Großmutter mütterlicherseits war Deutsche, somit fließt in meinen Adern auch etwas bundesdeutsches Blut.
Welchen Berufen sind Ihre Eltern nachgegangen?
Sie haben den Hof bearbeitet und Ende der 1970er-Jahre eine Pension aufgebaut. Mein Vater war zudem Skilehrer.
Und Sie selbst wollten nie Ski-Profi werden?
Hier treffen Sie einen wunden Punkt: Ich bereue nichts, was ich in meinem Leben gemacht habe, aber die Skilehrer-Prüfung, die würde ich gerne noch machen, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte. Ich bin Snowboard gefahren und habe sehr viel Hockey gespielt, für das Skifahren hat mir leider die Zeit gefehlt.
Warum gerade Hockey?
In Corvara gab es dank Albert Pezzei eine sehr gute Serie-B-Mannschaft, und Hockey hat mir immer gefallen. In der Mittelschule wurde ich dann, aufgrund meines Alters, ausgetauscht, doch nach einigen Jahren hat es sich mein Trainer nochmal überlegt und mich für drei Saisonen spielen lassen. Diese Zeit habe ich sehr genossen! Auch heute noch spiele ich ab und zu mit den früheren Mannschaftskollegen.
Haben Sie auch von der Serie A geträumt?
Zum Beispiel mit Bruneck? In meiner Mannschaft war ich Stürmer, manchmal auch Verteidiger, aber, dafür bin ich zu sehr Realist, für einen Aufstieg in die Serie A hätten meine sportlichen Fähigkeiten nicht gereicht.
Wo haben Sie die Schule besucht bzw. studiert?
Die Grundschule habe ich in Kolfuschg besucht, die Mittel- und Oberschule in Stern. Die Universität hingegen in München und Rom.
Warum ist die Wahl auf ein Ingenieurstudium gefallen?
Schon als ich in der Grundschule gefragt wurde, was ich einmal werden will, habe ich darauf mit Ingenieur geantwortet. Mein Vater war technisch sehr begabt und hat diese Fähigkeit und das Interesse dafür an mich weitergegeben.
Die Mobilität war in Ihrem Leben schon von Beginn an ein wichtiges Thema: Von Kolfuschg aus ist jedes Ziel mit einer längeren Anreise verbunden…
So ist es. Um ins Kino zu gehen, mussten wird eine Stunde mit dem Autobus fahren. Wir Gadertaler haben uns selten aus unserem Tal hinausbewegt, doch mit dem Tourismus war es dann der Rest der Welt, der zu uns gekommen ist. Mit den Touristen wurden damals viele interessante Gespräche geführt, man konnte dabei viel lernen, vor allem auch die Sehnsucht, die Welt zu bereisen.
Auch Ihr Praktikum im Ressort für Mobilität und Ihre Tätigkeit in der BBT-Gesellschaft haben Sie sicherlich geprägt…
Um das Studium in München abschließen zu können, musste ich zwei Praktika absolvieren: sechs Wochen an einer Hochgeschwindigkeitsbrücke in Deutschland und sechs Wochen im Ressort für Mobilität des Landes Südtirol, in jenem Landhaus also, wo sich heute mein Büro befindet. Nach dem Studium habe ich, zunächst mit einem Ingenieurskonsortium und dann als Angestellter der BBT, an der Planung des Brennerbasistunnels mitgewirkt.
Wann haben Sie Ihre Ehefrau, Manuela, kennen gelernt?
Manuela ist aus Untermoi, und wir haben uns schon länger gekannt. Das entscheidende Treffen gab es dann, interessanterweise, beim Augenarzt. Ich war dabei, mein Studium abzuschließen, und Manuela war dabei, eine Arbeit in Bozen anzunehmen. Wir haben zunächst in Schabs gewohnt, 2009 geheiratet und dann, nach der Geburt unseres ersten Sohnes, entschieden, nach Kolfuschg zu ziehen.
Stimmt es, dass einer Ihrer Söhne besser Hockey spielt als Sie?
Beide! Paul ist Stürmer und spielt beim HC Alta Badia, Luca, Verteidiger, wird in der Ice Academy Bruneck spielen. Sie sind beide sehr starke Spieler und haben den notwendigen Biss.
Was hat Sie dazu bewogen, in die Politik zu gehen?
Eigentlich hatte ich nie daran gedacht, doch 2009 wurde ich in Corvara darum gebeten, meinen Beitrag zu leisten und mitzuhelfen. Die Wahlen sind dann gut ausgegangen, doch anfangs musste ich viel lernen. Dann wurde mir die Ehre zuteil, stellvertretender Parteiobmann zu werden und das war der Punkt, an dem ich meine Leidenschaft für die Politik entdeckt habe. Auch dadurch, dass ich die ladinische Minderheit im Land und in Rom vertreten darf.
Was ist die geheime Leidenschaft des Daniel Alfreider?
Weder Arbeit, Politik noch Sport… es ist die Familie. Für mich gibt es nichts Erfüllenderes als zuhause mit meiner Familie zusammen zu sein oder eine Reise mit meiner Frau und meinen Kindern zu unternehmen.
mdg (pir)
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