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Ein Erfolgsmodell wird 50

17.07.2024

Der erste Naturpark Südtirols feiert seinen 50. Geburtstag. Kein Protest wie bei der Gründung, sondern der Wert des Naturschutzes stehen im Mittelpunkt des Jubiliäums.

Der Naturpark Schlern-Rosengarten, 1974 unter Protest gegründet, ist heute ein Erfolgsmodell. (Foto: Enrico Brutti)
Der Naturpark Schlern-Rosengarten, 1974 unter Protest gegründet, ist heute ein Erfolgsmodell. (Foto: Enrico Brutti)

Es ist der Symbolberg Südtirols schlechthin – der Schlern. Zusammen mit dem Rosengartenmassiv und seinen Türmen ist er weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Gemeinsam bilden sie den Naturpark Schlern-Rosengarten, den ältesten der sieben Naturparke in Südtirol. Es war der 16. September 1974, als per Dekret des Landeshauptmanns das Fundament für das erste Schutzgebiet des Landes gelegt wurde. 

Proteste statt Jubel. Anstatt Jubel gab es vor 50 Jahren starke Proteste. Die Unterschutzstellung wurde von Bauern, Waldbesitzern und Touristikern als Eingriff ins eigene Lebensumfeld empfunden. „Der wirtschaftliche Aufschwung in den 1970er Jahren hatte Autoverkehr und Bautätigkeit gesteigert. Die Notbremse musste gezogen werden“, blickt Enrico Brutti, Koordinator des Bereichs Schutzgebietsmanagement im Landesamt für Natur und seit 1993 für den Naturpark Schlern-Rosengarten zuständig, zurück. Mittlerweile sind die Wogen längst geglättet. Heute identifiziert sich die Bevölkerung in den Naturparkgemeinden Kastelruth, Völs am Schlern und Tiers am Rosengarten mit „ihrem“ Naturpark. „Ziel der Parkverwaltung war und ist es, die traditionelle Kulturlandschaft zu fördern. Das Konzept hat sich als Erfolgsmodell erwiesen“, betont er. 

Außergewöhnliche Flora. Rund 790 Blüten- und Farnpflanzen im Naturpark zählen zu den naturkundlichen Besonderheiten des ältesten Naturparks Südtirols. Dazu kommen seine geomorphologische Bedeutung und seine geschichtlichen Zeugnisse: „Ein faszinierender Lebensraum, geprägt von Natur und Mensch gleichermaßen, den es für künftige Generationen zu erhalten gilt“, so Brutti. Gerade hierin liege die Herausforderung „In den letzten Jahren hat der Besucherdruck insbesondere in den Dolomitenparks zugenommen. Gerade dieses intakte Naturerbe zieht Gäste aus aller Welt an.“ Wie man dem begegnen könne? Laut Brutti ist es die Aufgabe des Naturparks, die Besucher zu informieren und zu sensibilisieren und landschaftliche Besonderheiten zu schützen: „Naturschutz bedeutet, auch unpopuläre Entscheidungen zu treffen, im Interesse der Allgemeinheit.“ Denn um ein Allgemeingut handle es sich beim Naturpark. 

Festakt im September. Durch das Jubiläumsjahr 2024 führen verschiedene Ausstellungen, Wanderungen, Filmvorführungen und ein Bergsteigerfest im Sommer sowie die offizielle 50-Jahr-Feier mit einer Tagung am 27. September im Naturparkhaus in Seis. 


Erweiterung im Jahr 2003 

Seine heutige Größe von knapp 7300 Hektar erlangte der Naturpark 2003, als er um das Gebiet des Rosengartens erweitert wurde. Seit 1995 gehört der Naturpark Schlern-Rosengarten zum europaweiten Schutzgebiet Natura 2000. 2009 kam - als Teil der Dolomiten - die Auszeichnung UNESCO Weltnaturerbe dazu.

mpi

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