Gesundheit ganz nah
Gemeinschaftshäuser bündeln Gesundheits- und Sozialdienste unter einem Dach. Vier sind fertig gebaut, drei im Bau und drei weitere stehen kurz vor Baubeginn.
Zuerst zum Hausarzt im Dorf, dann zum Facharzt ins Krankenhaus, dann mit der Krankenpflegerin im Sprengel reden und dann noch zum Sitz des Sozialdienstes - Sepp Franz, der chronisch krank ist, ist schon „stuff“. Wie fein wäre es, wenn medizinische und soziale Hilfe vernetzt an einem Ort würden? Mit seinen Gedanken ist Sepp Franz nicht allein. Diese Idee wird gerade in Südtirol Wirklichkeit.
Die neuen Gemeinschaftshäuser bringen medizinische und soziale Hilfe dorthin, wo sie gebraucht wird – mitten in die Orte, hin zu den Menschen. Im Kern ist ein Gemeinschaftshaus die moderne Weiterentwicklung eines bewährten Südtiroler Modells, des Gesundheits- und Sozialsprengels. Dieser wird nun ergänzt durch Technik, neue Angebote und das noch bessere Zusammenspiel aller Gesundheits- und Sozialberufe, die wohnortnah operieren. So finden sich in einem Gemeinschaftshaus Allgemeinmedizinerinnen, Kinderärzte, Pflegekräfte, Sozialdienste und spezialisierte Fachärztinnen wie Diabetologen, Kardiologinnen oder Rheumatologen. Auch Präventionsangebote und Therapien wie Physiotherapie gehören zum Paket.
„Das Ziel ist eine koordinierte Versorgung aus einer Hand für Menschen – vor allem für jene, die chronisch krank sind. Diese sollen wohnortnah und kontinuierlich betreut werden, und zwar außerhalb des Krankenhauses. Das Krankenhaus soll nur noch für die akute Versorgung zuständig sein“, sagt Gesundheitslanderat Hubert Messner. Versorgt werden in den Gemeinschaftshäusern demnach beispielsweise Menschen mit Herzschwäche, Diabetes, Atemwegserkrankungen oder rheumatoider Arthritis. Für sie gibt es Betreuungspfade, die unnötige Zugänge oder Aufenthalte im Krankenhaus vermeiden und Wartezeiten verkürzen sollen – und gleichzeitig die Notaufnahmen entlasten. In ganz Südtirol entstehen bis 2026 insgesamt zehn Gemeinschaftshäuser. Die Standorte wurden nach Entfernung und Bedarf ausgewählt.
Wohnortnahe Betreuung. In Brixen, Klausen, Naturns und Innichen, wo die Gemeinschaftshäuser eine Erweiterung der bereits bestehenden Sprengelsitze sind, sind die Umbau und Erweiterungsarbeiten baulich bereits abgeschlossen. Dort arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und Sozialdienstteams bereits erfolgreich zusammen, und die Patienten profitieren von den kurzen Wegen. In den nächsten Monaten soll dort das Angebot auch durch die übrigen vorgesehenen Fachberufe ergänzt werden. In Leifers steht der Bau des Gemeinschaftshauses kurz vor der Fertigstellung, die Häuser in Bruneck und Meran befinden sich mitten in der Realisierungsphase. Die Baustarts in Bozen, Neumarkt und Sterzing stehen unmittelbar bevor. Das Land investiert rund 75 Millionen Euro in den Bau dieser Gemeinschaftshäuser, etwa ein Drittel davon kommt über die Aufbauhilfen des Staates (Pnrr). Damit ein flächendeckendes, effizientes Betreuungsnetzwerk entsteht, bleiben alle anderen Gesundheitssprengel im Land bestehen und werden sinnvoll mit den neuen Gemeinschaftshäusern vernetzt. Wenn Sepp Franz künftig also Hilfe braucht, wird er nicht mehr wie bisher viele Stellen abklappern müssen – sondern einfach zur richtigen Tür gehen können, nämlich der vom Gemeinschaftshaus. Dort findet er dann eine Rundum-Betreuung.
san
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