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Persönlich und international

23.02.2026

Kleine Gruppen, große Ziele: Zwei Studierende erzählen vom neuen Medizinstudium in Bozen. Den Studiengang „Medicine and Surgery“ an der Claudiana besuchen derzeit rund 60 junge Menschen.

An der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ in Bozen gibt es seit September den Studiengang „Medicine and Surgery“. Der enge Kontakt zu den Lehrenden und der Zusammenhalt unter den Studierenden prägen den Alltag. (Foto: Fabio Brucculeri)
An der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ in Bozen gibt es seit September den Studiengang „Medicine and Surgery“. Der enge Kontakt zu den Lehrenden und der Zusammenhalt unter den Studierenden prägen den Alltag. (Foto: Fabio Brucculeri)

Früh am Morgen geht es für Andrea De Paola nach Bozen: Zugfahrt, Vorlesungen, Laborarbeit, Lernen. Der Studienalltag ist intensiv. „Es ist fast wie ein Job“, sagt Andrea De Paola. Der 25-Jährige stammt aus St. Andrä bei Brixen und studiert im dritten Semester „Medicine and Surgery“ an der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“. Gemeinsam mit knapp 60 Kommilitoninnen und Kommilitonen gehört er zur ersten Generation dieses Studiengangs.

Der Start sei herausfordernd gewesen, erinnert sich De Paola. Vieles habe sich erst einspielen müssen. „Wir waren ein Stück weit Versuchskaninchen. Jeder Kurs wurde für uns zum ersten Mal so abgehalten.“ Gleichzeitig habe sich das Studium rasch weiterentwickelt. Heute sei der Unterricht klarer strukturiert, die Organisation eingespielter und der Austausch mit den Lehrenden deutlich direkter. Besonders schätzt der Student, dass Rückmeldungen ernst genommen werden. „Feedback ist ausdrücklich erwünscht. An großen Universitäten ist das nicht üblich. Hier kann man das Studium ein Stück weit mitgestalten“, freut sich Andrea De Paola.

Enger Austausch mit Lehrenden und Studierenden. Auch die überschaubare Größe des Studiengangs empfindet er als Vorteil. „Man fühlt sich nicht wie eine Nummer“, bringt es der Student auf den Punkt. Der enge Kontakt zu den Lehrenden und der Zusammenhalt unter den Studierenden prägen den Alltag. Dazu trägt auch der Standort an der „Claudiana“ bei, wo Medizinstudierende gemeinsam mit angehenden Pflegekräften, Physiotherapeutinnen und Labortechnikern lernen. Begegnungen gehören hier zum Alltag. „Man trifft sich auf einen Kaffee, redet über Praktika und Erfahrungen. Das schafft Gemeinschaft“, so De Paola.

Diese Nähe erlebt auch Lucrezia Jopp als große Stärke. Die 20-Jährige stammt aus Zürich und studiert seit dem vergangenen Jahr in Bozen. Zuvor war sie an der ETH Zürich in den Studiengang Gesundheitswissenschaften eingeschrieben. Dort habe sie ihr Interesse an den Abläufen des menschlichen Körpers vertieft, von zellulären bis zu biomechanischen Prozessen. Für den Wechsel zum Medizinstudium war jedoch ein anderer Punkt ausschlaggebend, sagt Jopp: „Das Thema Gesundheit hat mich fasziniert. Aber ich habe erkannt, dass für mich der Mensch im Mittelpunkt stehen muss und nicht die Technik. Deswegen habe ich mich für Medizin entschieden.“

Mehrsprachigkeit und Lebensqualität. Der Schritt nach Bozen sei mutig gewesen, sagt sie rückblickend. Ausschlaggebend waren für sie der englischsprachige Studiengang, die Mehrsprachigkeit, das Stipendium und nicht zuletzt die Lebensqualität gewesen. „Nachmittags spontan Skifahren gehen zu können, das ist schon etwas Besonderes“, findet die Studentin. Gleichzeitig sei das Studium anspruchsvoll. Vor allem das erste Studienjahr habe sie stark gefordert, mit langen Vorlesungstagen und wenig Raum für Freizeit. „Jetzt im zweiten Jahr habe ich mehr Routine und nehme mir bewusst Zeit für meine weiteren Interessen“, berichtet Jopp.

Internationalität gehört für Andrea De Paola und Lucrezia Jopp fest zum Studienalltag. Unterrichtssprache ist Englisch, im Austausch mit anderen Studierenden wechseln Deutsch, Italienisch und Englisch oft fließend. „Man nimmt einfach die Sprache, die gerade am besten passt“, beschreibt De Paola diese Selbstverständlichkeit. Auch Jopp profitiert davon. „Mein Italienisch ist viel besser geworden“, stellt sie erfreut fest.

Stipendium mit Rückkehrverpflichtung. Die vierjährige Rückkehrverpflichtung nach Südtirol im Rahmen des Stipendiums empfinden beide nicht als Belastung. „Es gibt Sicherheit“, sagt De Paola. Auch Jopp sieht darin keinen Nachteil: „Ich kann mich trotzdem fachlich frei entwickeln.“ Was sie antreibt, geht über reine Wissensvermittlung hinaus. Jopp formuliert es so: „Ein guter Arzt ist nicht nur jemand, der diagnostizieren kann, sondern Menschen versteht. Besonders auch auf emotionaler und sozialer Ebene ist das wichtig.“ Für De Paola steht vor allem eines im Mittelpunkt: „Zusammenhänge begreifen, vom kleinsten Detail bis zum großen Ganzen.“

Der Rat der beiden Studierenden an Studieninteressierte für „Medicine and Surgery“ in Bozen fällt ähnlich aus: Medizin verlangt Einsatz und Durchhaltevermögen. Wer jedoch ein persönliches Studienumfeld sucht, international interessiert ist und keine klassische Großstadtuniversität möchte, findet in der Südtiroler Landeshauptstadt eine besondere Alternative.

kat

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