„Immer den Fokus halten – das habe ich beim Sport gelernt"
Magdalena Amhof hat Leichtathletik und Politik schon in ihrer Kindheit lieben gelernt. Dirigieren ist ihre geheime Leidenschaft und jede freie Minute widmet sie heute der Familie.
Frau Landesrätin, was ist Ihre erste Kindheitserinnerung?
Ich bin in Gsies aufgewachsen und als es geregnet hat, sind alle Kinder aus der Nachbarschaft auf die Straße gerannt und im Regen gestanden. Meine Mutter hat immer zu mir gesagt: „Mairegen lässt wachsen." Und da ich eher klein gewachsen war, habe ich jede Chance genutzt (lacht).
Was haben Ihnen Ihre Eltern mitgegeben?
Meine Mutter ist eine bescheidene Frau, die immer alles selbst gemacht hat, ob den Garten oder die Vorhänge, Tischdecken und Polster. Sie hat mich gelehrt, bescheiden und demütig zu sein. Mein Papi war Lehrer, ein leidenschaftlicher Leser und Arbeitnehmer-Vertreter. Er hat das politische Interesse in mir geweckt und auch jenes für den Sport, denn er hat mich oft zu Leichtathletik-Wett- bewerben mitgenommen, wo er als Schiedsrichter im Einsatz war.
Daraus ist schließlich auch eine Ihrer großen Leidenschaften geworden...
Genau, ich stand jahrelang für „Hunger und Durst“ auf dem Sportplatz. Leichtathletik ist auch heute noch meine große Begeisterung, obwohl ich den Sport nicht mehr aktiv praktiziere. Der Sport hat mich letztlich gelehrt, immer fokussiert zu bleiben, auch nach Verletzungen oder Misserfolgen. Wenn ein Rückschlag kommt, sortiere ich mich auch heute noch neu und suche einen anderen Weg.
Sie durften einmal sogar die Olympia-Fackel tragen. Wie kam es dazu?
Ich war viele Jahre Landes- und Regionalmeisterin und auch Vizeitalienmeisterin und kam ins Auswahlteam „giovani talenti“. Ich verbinde damit wunderschöne Erinnerungen. Letztendlich wurde ich 2006 ausgewählt, um anlässlich der olympischen Spiele in Turin die olympische Fackel in Brixen zu tragen. Das war für mich eine große Ehre.
Wie schafft man es, nach so einer Karriere weitgehend auf sportliche Aktivität zu verzichten?
Ich merke oft, dass mir dieser Ausgleich fehlt, aber die Zeit für die Familie, für meine Tochter und meinen Mann, ist mir im Moment wichtiger als die sportliche Betätigung.
Stichwort Familie: Ihre Tochter ist jetzt sieben Jahre alt. Wie schaffen Sie es, ihren Beruf als Landesrätin mit der Familie in Einklang zu bringen?
Das geht nur mit einem guten Netzwerk und vielen Menschen im Umfeld, die mich unterstützen. Ich habe zahlreiche Freundinnen, auf die ich mich verlassen kann, und einen Mann, mit dem ich die Aufgaben sehr gut aufteilen kann. Damit meine ich auch das Mitdenken, was die Familienarbeit anbelangt. Ab und zu erlaube ich es mir auch, meine Tochter zu geeigneten Terminen mitzunehmen. Ansonsten versuche ich aber, Probleme aus der Arbeit nicht in ihrer Anwesenheit zu besprechen.
Sie haben auch einmal ein Kinderbuch herausgegeben, nämlich ein Pixi-Büchlein über das Leben von Silvius Magnago. Wie kam es dazu?
Während meiner Zeit im Landtag ist mir immer wieder aufgefallen, dass junge Menschen, die zu Besuch kamen, nicht wussten, wer Silvius Magnago war. Anlässlich des Wahlkampfs im Jahr 2018 ist mir dann die Idee gekommen, ein Pixi-Buch als Wahlgeschenk herauszugeben. Theodora Huber hat die Texte dazu verfasst und Annelies Leitner hat die Bilder gezeichnet.
Ihre geheime Leidenschaft?
Ja, es gibt tatsächlich eine Leidenschaft, von der die Wenigsten wissen. Ich habe Dirigieren gelernt und bei mancher Gelegenheit, zum Beispiel, wenn Dorfkapellen bei Terminen aufspielen, greife ich auch zum Taktstock. Es ist dann immer ein großer Spaß, weil niemand weiß, dass ich Dirigieren kann. Ansonsten spiele ich gerne Puzzle vor dem Schlafengehen. Eine etwas weniger geheime Leidenschaft ist jene für Salzburg, der Heimat meines Mannes, wohin wir mehrmals im Jahr fahren.
Ihr Lebensmotto?
Gib niemals auf und verliere nie den Mut. Ich bin ein positiver Mensch und lasse mich nie ganz runterziehen. Es ist einfach wichtig, immer weiterzumachen und einen anderen Weg zu suchen, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt.
Magdalena Amhof, Landesrätin für Europa, Arbeit und Personal wurde 1977 geboren und ist in ihren ersten sieben Lebensjahren in Gsies im Pustertal aufgewachsen. Anschließend zog sie mit ihrer Familie nach Milland, ihrem jetzigen Wohnort. Amhof studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Innsbruck und Neapel und war leitende Mitarbeiterin in privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen, bevor sie von 2003 bis 2013 Stadträtin in der Gemeinde Brixen wurde. 2013 wurde sie in den Südtiroler Landtag gewählt, seit 2024 ist sie Landesrätin. Amhof ist verheiratet und hat eine siebenjährige Tochter.
pir
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