Mit Digiway die Wege im Blick
Wer in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino wandert, kann nun den Grad der Ausgesetztheit von Wegen checken und die unterschiedlichen Wegeklassifizierungen vergleichen.
Wie schwierig ist ein Wanderweg? Antworten darauf gibt die erste digitale Ausgesetztheitskarte für das gesamte Gebiet der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino. In vier Farbstufen – von grün bis rot – zeigt sie, wie schwerwiegend die Folgen eines Sturzes an einer bestimmten Stelle wären. Eine gute Hilfe also, um die Ausgesetztheit bereits bei der Planung von Berg- und Wandertouren besser einzuschätzen und so Verletzungen, ja Todesfällen, vorzubeugen. Dass das wichtig ist, zeigt ein Blick auf die Unfallstatistik in Österreich: Dort ist Bergwandern die alpine Disziplin mit den meisten Todesfällen (37 Prozent). Zudem planen immer mehr Menschen ihre Touren mit Apps – oft ohne zu wissen, wie verlässlich die Daten dahinter sind. Diese Apps, Webseiten oder Tourenportale können die frei zugängliche Ausgesetztheitskarte nun integrieren.
Wegeklassifikationen im Alpenraum vergleichen. Die Karte ist nur ein Baustein im Euregio-Projekt „Digiway“, das mit Hilfe des Interreg Italien-Österreich-Programms der EU finanziert und im Juni 2026 abgeschlossen wurde. Auch ein digitales Vergleichstool für Wegeklassifikationen im gesamten Alpenraum soll Wandern über Ländergrenzen hinweg sicherer machen. Denn Schwierigkeitsgrade werden unterschiedlich angegeben: Was in Tirol „rot“ ist, kann im Trentino „E“ sein. Digiway bietet hier eine systematische Übersetzungshilfe: Auf einen Blick sieht man, was die unterschiedlichen Einstufungen bedeuten.
Amtliche Wegedaten gebündelt. Schließlich führt „Digiway“ erstmals die bereits vorhandenen amtlichen Wegedaten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino in einer gemeinsamen Datenstruktur zusammen. Eine eigens entwickelte Software harmonisiert die regionalen Datensätze automatisch und hält sie aktuell. Die Daten werden öffentlich bereitgestellt. Sie sind kostenlos und für alle nutzbar, zum Beispiel für App-Entwickler, Tourismusorganisationen oder Forschungseinrichtungen – und somit indirekt für alle, die sicher am Berg unterwegs sein wollen.
Das Projekt „Digiway“ wurde von 2024 bis Juni 2026 von der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino gemeinsam mit den Landesämtern und dem NOI Techpark Bozen mit finanzieller Unterstützung durch das Interreg-Programm Italien-Österreich umgesetzt.
gst
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