[Externer Link] Webseite - Autonome Provinz Bozen - Südtirol

Nie mehr falsch anheizen

09.12.2024

Richtiges Heizen mit Holz will gelernt sein. Eine Sensibilisierungskampagne des Landes informiert. Das bringt Vorteile für Umwelt und Brieftasche.

 Kaminkehrer Christian Resch erklärt, worauf es beim richtigen Heizen mit Holz ankommt: Es entsteht kaum 
Rauch und kein Ruß, und das Holz verbrennt langsam, was Brennstoff spart. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Kaminkehrer Christian Resch erklärt, worauf es beim richtigen Heizen mit Holz ankommt: Es entsteht kaum Rauch und kein Ruß, und das Holz verbrennt langsam, was Brennstoff spart. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Es ist wie bei einer Kerze, bringt es Christian Resch, Obmann der Kaminkehrer im Landesverband der Handwerker (lvh), auf den Punkt: „Die brennt auch von oben nach unten!“ Wenn Resch vom „Feuermachen“ spricht, ist er in seinem Element. Das beginnt schon beim richtigen Befüllen des Feuerraums: die dickeren Scheite kommen unten, darüber dünne Scheite und Holzspäne oder eine Anzündhilfe. Dann wird das Feuer von oben entfacht. „Stimmt auch die Luftzufuhr, verbrennt das Holz langsam und eine helle, aktive Flamme ist zu sehen“, erklärt der Kaminkehrer. Wird gut getrocknetes, unbehandeltes Holz verwendet, bildet sich kaum Rauch und kein Ruß. Kurzum: Die Verbrennung verläuft sachgemäß. Und weil sie länger dauert, wird einerseits weniger Holz benötigt und anderseits kann der Ofen mehr Wärme aufnehmen. 

Jetzt gilt es: Nur nicht nachlegen! „Auch das ist eine weit verbreitete Gewohnheit, die sich negativ auf die Holzverbrennung auswirkt“, weiß Christian Resch. „Bei Flamme sollte man kein Holz nachlegen, sondern erst - nachdem die Flammen erloschen sind - auf den Glutstock“, sagt er. Werde dennoch bei Flamme nachgeheizt, dann entweiche die Wärme ungenutzt über den Kamin. Denn noch mehr Wärme könne der Ofen gar nicht aufnehmen. Der langjährige Kaminkehrer aus Leifers kennt den richtigen Umgang mit Holzöfen und Kaminen. „Während Betreiberinnen und Betreiber von kleinen Feuerungsanlagen vor Jahren mitunter noch mit behandeltem Holz, Zeitungspapier oder sogar Abfällen Feuer machten, sind die Leute heute sensibilisierter“, berichtet Resch. Doch bei dem, was in den Ofen und in einem zweiten Schritt aus dem eigenen Kamin kommt, gebe es immer noch Luft nach oben. 

Heizen mit Holz will gelernt sein. „Das hängt damit zusammen, dass man bei der Holzverbrennung viel gut, aber auch viel falsch machen kann“, weiß Georg Pichler, Direktor des Landesamtes für Luft und Lärm in der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Holzheizungen gelten als klimaschonend und umweltfreundlich. Doch eine unsachgemäße Holzverbrennung setzt Feinstaub und schädliche Kohlenwasserstoffe wie Benzo(a)pyren frei und wirkt sich somit negativ auf Umwelt und Gesundheit aus. „So stammen etwa 75 Prozent der PM10- und PM2,5-Emissionen und rund 95 Prozent der Benzo(a)pyren-Emissionen auf Landesebene aus nicht-industriellen Verbrennungsprozessen, sprich aus holzbetriebenen Hausheizungen. Bei einer schlechten Holzverbrennung – etwa wenn der Brennstoff zu feucht ist - sind die Feinstaubemissionen bis zu 50 Mal höher als bei einer sachgemäßen Verbrennung“, berichtet Pichler. Auswirkungen zeigen sich vor allem in den Tälern, wo die Schadstoffe im Herbst und Winter bei Inversionswetterlagen in den Talböden liegen bleiben. 

Weniger Emissionen bedeuten bessere Luft. Südtirol zählt schätzungsweise 90.000 Holzheizungen, rund 70.000 davon gehören zu den kleinen Anlagen wie Kachelöfen, Küchenherde und Kaminöfen. Während die großen Holzheizanlagen automatisch geregelt sind und somit kontrolliert verbrennen, kommt es bei den kleinen, handbeschickten Holzheizungen darauf an, sie richtig zu betreiben. Damit lassen sich Emissionen gezielt reduzieren. Zudem hat es auch wirtschaftliche Vorteile: Wird ein Holzofen fachgerecht genutzt, wird weniger Brennstoff benötigt, hält die Anlage länger, sind weniger außerordentliche Wartungen nötig und verringert sich die Brandgefahr. 

Info-Kampagne und Datensammlung. Aus diesem Grund sensibilisiert das Land Südtirol mit der Kampagne „Heizen mit Holz… aber richtig!“ für die richtige Holzverbrennung. Die 18 teilnehmenden Kaminkehrerbetriebe in ganz Südtirol beraten ihre Kundinnen Kunden umfassend zum umweltfreundlichen und effizienten Heizen. Dabei sammeln sie mittels einer App auch verschiedenste Daten zum Betrieb der kleinen Holzfeuerungsanlagen. Der Check-up ist für Bürger und Betriebe unverbindlich und unentgeltlich. „Die gesammelten Daten ermöglichen uns langfristig einen guten Überblick über die kleinen Anlagen in Südtirol“, sagt Georg Pichler. Auch die Rückmeldung der Bürgerinnen und Bürger zu den Tipps sind positiv: „Bisher kommt die Aktion gut an“, freut sich Christian Resch und eilt zum nächsten Beratungstermin. 

mpi

Sie finden uns hier

Abonnieren

Jede gedruckte Ausgabe: Kostenlos in Ihrem Briefkasten

Jetzt bestellen

Stets informiert per Newsletter: Keine Online-Ausgabe verpassen

Abonnieren

Redaktion

Presserechtlich verantwortlich:
Margit Piok (pio)

Koordination: Monika Pichler (mpi), Maurizio Di Giangiacomo (mdg)
Redaktion: Maja Clara (mac), Elisa Egidio (ee), Carmen Kollmann (ck), Thomas Laconi (tl), Gabriel Marciano (gm), Ursula Pirchstaller (pir), Angelika Schrott (san), Katharina Trocker (kat).


Kontakt

44. Agentur für Presse und Kommunikation
Landhaus 1, Silvius-Magnago-Platz 1
39100 Bozen
Tel. +39 0471 41 22 10