Power gegen Invasion der Winzlinge
Noch nie hat ein Schädling Südtirols Wälder so stark angegriffen wie der Borkenkäfer. Im Land stemmt man sich dagegen: mit schwerem Gerät und gezielter Aufklärung.
Mit schweren Spezialgeräten sind derzeit Forstunternehmen, Waldeigentümer und Facharbeiter in den Wäldern unterwegs, um von Borkenkäfern – genauer: der Unterart Buchdrucker – befallene Bäume zu fällen und aus dem Wald zu transportieren.
6100 Hektar Südtiroler Wald sind vom Borkenkäfer befallen (Stand 1.3. 2023). Insgesamt sind 2,4 Millionen Kubikmeter Schadholz allein aufgrund des Borkenkäferbefalls aus den Wäldern zu entfernen. Das sind unglaubliche 40.000 Lkw, die je 60 Kubikmeter Holz transportieren können. Aneinandergereiht wäre das eine 720 Kilometer lange Lkw-Kolonne.
Fast ein Viertel ist geschafft, berichtet Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstwirtschaft: „Seit 2021 haben wir 538.282 Kubikmeter Schadholz, das auf den Borkenkäfer zurückzuführen ist, aus den Wäldern gebracht.“ Allein in den ersten zwei Monaten 2023 waren es 51.375 Kubikmeter. „Bemerkenswert ist die Menge an bereits abtransportiertem bruttauglichem Schadholz, das aufgrund von Windwurf und Schneedruck am Waldboden lag: Insgesamt 1,8 Mio. Kubikmeter“, berichtet Unterthiner. Dabei lag der Haupteinsatz in diesen beiden Arbeitsfeldern vor allem in den Jahren 2021 und 2022.
Kampagne des Landes Südtirol. Aktuell erwartet man sich beim Land Südtirol auch durch die Kampagne „Gemeinsam gegen den Borkenkäfer: Hinschauen und handeln“ entscheidende Fortschritte im Kampf gegen den derzeit größten Schädling im Wald. Im Internet gibt es Informationen über den Borkenkäfer – spezifische Informationen samt Downloads für Förderansuchen der Waldeigentümer, aber auch allgemeine Informationen für Bürgerinnen und Bürger.
Ernstes Thema mit Schmunzeln vermitteln. Darüber hinaus hat die Landesverwaltung für die Kommunikation dieses Themas einen besonderen Zugang gewählt: In Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Thomas Hochkofler wurden Videos gedreht, die das komplexe Thema mit einem Schmunzeln vermitteln sollen.
„Es ist wichtig, dass wir bis zum Käfer- f lug so viele befallene Bäume und Schadholz wie möglich aus dem Wald bringen, um die Population deutlich zu schwächen“, sagt Unterthiner. Kommen ideale Klimaverhältnisse dazu, sprich, ein kühler, windiger und nasser Frühling, wird der Borkenkäfer in seiner Weiterentwicklung weiter eingebremst und Waldeigentümer und Forstverantwortliche können mit Optimismus auf den Sommer blicken.
Die Saison der Borkenkäfer ist lang, sie zieht sich über die gesamte Vegetationsperiode, also von April bis September hin. In der Regel schwärmt der Buchdrucker im Frühjahr bei Temperaturen um 17 Grad Celsius und Trockenheit aus, in der Regel ab Mitte April. Der Buchdrucker ist etwa fünf Millimeter lang und befällt vor allem Rotfichten.
Normalerweise kann die Fichte durch die Absonderung von toxisch wirksamem Harz Insekten abwehren; es gibt auch einige Fressfeinde, die den Borkenkäferbestand in Schach halten können – das funktioniert aber nicht, wenn der Befall bereits massiv ist. Pflanzenschutzmittel sind nicht zugelassen, wären aber auch nicht geeignet.
Geschwächte Bestände werden schnell zu Brutherden; tritt der Borkenkäfer bereits massiv auf und ist die Witterung für den Schädling vorteilhaft, greift er auch gesunde Baumbestände an.
Der früheste und sichere Hinweis auf Borkenkäferbefall ist hellbraunes Bohrmehl am Boden, auch Harztropfen auf der Rinde sind ein Hinweis. Durch die Unterbrechung des Saftstromes werden die Nadeln befallener Bäume von unten nach oben rot; diese verfärben sich dann auf grau.
uli
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