Sportautonomie: Das wird sich ändern
Die Sportautonomie erklären Alex Tabarelli (CONI), Paul Romen (Vss) und Paolo Trotter (Ussa).
Südtirol hat seit Kurzem mehr Autonomie im Sportbereich: Der Ministerrat hat die entsprechende Durchführungsbestimmung gebilligt, infolge der Verkündung durch Staatspräsident Sergio Mattarella ist sie nun Gesetz. Demnach ist das Nationale Olympische Komitee (CONI) nicht – wie in den anderen Regionen – eine regionale Einrichtung, sondern auf Landesebene angesiedelt. Das CONI muss den sprachlichen Besonderheiten der Gebiete Rechnung tragen. Gleiches gilt auch für die nationalen Sportverbände, die zugehörigen Sportarten und die Einrichtungen zur Förderung des Sports – in Südtirol Vss (Verein der Sportvereine Südtirols) und Ussa (Unione societá sportive altoatesine). Vss und Ussa sind aktuell mit dem CONI in Sachen Erarbeitung des Statuts in Kontakt.
Stimmen zur Entscheidung. Der Präsident des Südtiroler CONI Alex Tabarelli wertet diese Durchführungsbestimmung als „ersten Schritt zur Autonomie im Sport, der von der nationalen CONI und den Sportverbänden umgesetzt werden muss.“ Ein wichtiger Punkt sei die Anerkennung der Zweisprachigkeit: „Sie wird uns bei der Ausbildung von Technikern helfen. In naher Zukunft hoffen wir, auch das Problem des Sportvereinsregisters lösen und nach Südtirol bringen zu können“, sagt Tabarelli.
„Das sind weitreichende positive Veränderungen im Hinblick auf die sportliche Autonomie, aber auch für die Autonomie Südtirols insgesamt, da sie die sprachlichen Minderheiten weiter stärken“, kommentiert Vss-Präsident Paul Romen: „Mit der Anerkennung als Sportförderungseinrichtungen wird die jahrzehntelange Arbeit des Vss und der Ussa im Sport in Südtirol gewürdigt. Eine solche Anerkennung ermöglicht es uns, künftig noch effizienter für Sportvereine zu arbeiten.“
„Eine Fördereinrichtung ist laut Gesetz ein Verein, der aufgrund seiner Statuten körperliche Aktivität mit dem Ziel von Erholung, Spiel und Bildung fördern und organisieren soll. Im Grunde ändert sich für uns wenig, da wir seit 50 Jahren in dieser Richtung tätig sind“, sagt Ussa-Präsident Paolo Trotter. „Eine Änderung ergibt sich allerdings: Jetzt können wir unsere Betreuenden und Mitarbeitenden selbstständig schulen. Auch bei Erste-Hilfe-Kursen sind wir künftig nicht mehr auf eine externe Sportförderungseinrichtung angewiesen. Auch auf verwaltungstechnischer Ebene wird sich etwas ändern.“
mdg/uli
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