Tagung: Wie Autonomie Grenzen überwindet
Autonomien als Triebfeder grenzüberwindender Zusammenarbeit: Damit beschäftigt sich eine Euregio-Tagung vom 27. bis 28. Oktober in Trient. Die Teilnahme ist in Präsenz und online kostenlos möglich.
Wer kennt schon Puigcerdà! Der Wintersportort liegt hoch in den Pyrenäen, direkt an der spanisch-französischen Grenze, und zählt gerade mal 10.000 Einwohner. Weit weg von unseren Alpen. Und doch wird Xavier Conill, der Direktor des dortigen Krankenhauses, am 27. Oktober in Trient zu Gast sein und eine Geschichte erzählen, die auch für Südtirol und für die gesamte Euregio Tirol-Südtirol-Trentino äußerst interessant ist.
Gemeinsames Krankenhaus. In Puigcerdà steht das einzige grenzübergreifende Gesundheitszentrum Europas. Gemeinsam betreiben die Verwaltungen Kataloniens und Frankreichs dort ein Krankenhaus. Es versorgt die Bevölkerung und Besuchenden von La Cerdanya und Capcir – also der Gebiete auf beiden Seiten der Grenze. Gleichzeitig verfolgt es das Ziel, die besten Aspekte beider Gesundheitssysteme zu vereinen. Mit dem Krankenhaus hat der EVTZ Cerdanya ein Alleinstellungsmerkmal, nicht aber mit seinen Grundlagen: Denn wesentliche Triebfedern für diese außergewöhnliche Kooperation bilden einerseits die Autonomie der Gemeinschaft von Katalonien in Spanien, andererseits die von der EU geschaffene Möglichkeit, einen Europäischen Verbund Territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) zu gründen.
Autonomie als treibender Vorteil für grenzübergreifende Zusammenarbeit: Diesen Faktor gibt es auch in Gebieten an anderen europäischen Staatsgrenzen, die bei der Tagung zu Wort kommen. Darunter auch der "eigene" EVTZ, die "Euregio Tirol-Südtirol-Trentino": Sie hat den 80. Jahrestag des "Gruber-Degasperi-Abkommens" zum Anlass genommen, um dessen Vermächtnis genauer unter die Lupe zu nehmen.
Tagung am 27. und 28. Oktober in Trient
Bei der Tagung am 27. und 28. Oktober werden im Castello del Buonconsiglio in Trient weiters Vertretende folgender EVTZ’s sprechen: "Pyrenees–Mediterranean" und "Euroregion Nouvelle-Aquitaine" (beide Frankreich-Spanien), "Galicia-Norte Portugal" (Spanien-Portugal), "GO" (Italien-Slowenien) und "Euregio Senza Confini" (Italien-Österreich). Gemeinsam mit Exponentinnen und Exponenten aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft werden sie ihre Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele vorstellen und überlegen, wie man von diesen Modellen lernen und sie weiterentwickeln kann.
Eine kostenlose Teilnahme ist für alle Interessierten in Präsenz nach Anmeldung und im Online Streaming möglich: Alle Details, Anmeldung und der Link zum Online Streaming werden auf der Euregio-Website unter der Projektseite "Euregio-Dienstage im Trentino" bekannt gegeben.
gst
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