Von Gröden nach Mailand-Cortina
Hinter den Kulissen: Ein Blick auf die Karriere von Stefania Demetz, Expertin für Leadership sowie Event Management Design und Leiterin Planung und Koordination der Olympischen Winterspiele 2026.
Teamarbeit wirkt nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb. Das weiß Stefania Demetz sehr gut. Die Grödnerin hat Sport und Kommunikation im Blut. Diese beiden Leidenschaften ziehen sich durch ihre Karriere als Beraterin für Leadership und Event Management Design.
Seit ihren Anfängen im Medienzentrum der Olympischen Spiele von Barcelona 1992 reiht sich für Demetz Erfolg an Erfolg. 18 Jahre lang leitete sie als Generaldirektorin den Skiweltcup in Gröden. Bereits 2006 arbeitete sie als Presse-Managerin bei den Olympischen Spielen in Turin. Im Januar 2024 übernahm sie schließlich die Leitung der Planung und Koordination für die Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026.
Frau Demetz, auf Instagram nennen Sie sich „eine Südtirolerin, die in Turin lebt und in Mailand arbeitet“. Erzählen Sie uns davon.
Ich bin in Gröden geboren und aufgewachsen und später nach Mailand gezogen, um dort spanische Literatur zu studieren. Während der Studienzeit arbeitete ich 1992 mit 22 Jahren im Medienzentrum bei den Olympischen Spielen in Barcelona. Das war eine Erfahrung, die mich begeistert hat und mir die Tür zur Welt der Kommunikation geöffnet hat. Dort habe ich wichtige Kontakte für meinen weiteren Berufsweg geknüpft. Kurz danach habe ich begonnen, mit dem Skiweltcup in Gröden zusammenzuarbeiten. Über die Jahre habe ich viele Sportveranstaltungen begleitet, vom Reiten über die Leichtathletik bis hin zum Radsport und natürlich die Olympischen Spiele in Turin 2006. Später bin ich nach Turin zurückgekehrt, wo ich heute mit meinem Partner und meiner Tochter lebe.
Was bedeutet es, das Sportevent par excellence, die Olympischen Spiele, zu organisieren, zum ersten Mal auch in Südtirol?
Das olympische Umfeld ist noch komplexer. Während der Skiweltcup rund 15 Funktionsbereiche umfasst, sind es bei den Olympischen Spielen mehr als 50. Die Organisationsmaschinerie ist weitaus vielschichtiger, mit sehr vielen Beteiligten. Mailand-Cortina 2026 vereint drei Regionen und zwei autonome Provinzen. Das bedeutet, dass ständig Strukturen, Orte und Abläufe integriert werden müssen.
Seit ich im Januar 2024 die Leitung des Teams „Planung und Koordination“ übernommen habe, ist es unsere Aufgabe, den Projektfortschritt zu kontrollieren. Wir machen das mit einem komplexen Werkzeug, dem Masterschedule, das fast 3.000 Meilensteine enthält. Parallel dazu haben wir mit Issue Tracking angefangen. Damit können wir nicht nur Fortschritte, sondern auch Probleme, Risiken und sogar Chancen verfolgen. Nun sind wir in der Phase der Readiness: Das ist der Moment, in dem wir einerseits damit starten, Pläne umzusetzen und andererseits mit Simulationen, Tabletop-Übungen und Testevents überprüfen, ob wir tatsächlich vorbereitet sind.
Wie hat sich die Welt der Sportevents in den vergangenen Jahren entwickelt?
Als ich begonnen habe mit Events zu arbeiten, lag der Fokus fast nur auf dem sportlichen Wettkampf. Heute muss sich eine Veranstaltung auf vielen Ebenen entwickeln und am Kunden orientieren: am Zuschauer, der ein vollständiges Unterhaltungserlebnis sucht, egal ob vor Ort oder remote. Dazu kommen viele Stakeholder: die Athleten als Träger der authentischsten Emotionen, aber auch die Umgebung, die Medien und die gastgebende Gemeinschaft. Das Erbe der Spiele ist enorm: Man denke nur an das olympische Dorf in Mailand. Dann gibt es noch den menschlichen Aspekt, den ich für grundlegend halte: die Freiwilligen, die einzigartige Erfahrungen machen werden, die jungen Menschen, die dank der Olympischen Spiele ihre berufliche Laufbahn beginnen werden. Und dann ist da noch das, was den Austragungsorten in Form von Infrastruktur, Dienstleistungen und Möglichkeiten bleibt. In diesem Sinne sind Großveranstaltungen echte Beschleuniger des Wandels, die einen dauerhaften Wert für die Gemeinden schaffen können.
Welche Olympischen Spiele tragen Sie im Herzen?
In Barcelona habe ich mit 22 Jahren meine erste Auslandserfahrung gemacht. Dort habe ich gesehen, wie die Olympischen Spiele einen Ort verändern können. In Turin 2006 war ich 36 Jahre alt und reifer. Ich trage die Erfahrung dieser Spiele im Herzen, weil wir als Team viele Herausforderungen gemeistert haben. Heute finde ich mich inmitten einer Komplexität wieder, die sich von Tag zu Tag weiterentwickelt. Als leidenschaftliche Managerin und Sportevent-Expertin fasziniert mich die Fähigkeit, dies zu bewältigen: Orte, verschiedene Kompetenzen und Kulturen, die nur dann stark werden, wenn sie gut integriert werden. Teamarbeit ist der Schlüssel: Allein sind wir nichts.
ee/san
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