Afrikanischer Grenzaustausch
Über Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten, ist auch in Afrika von Vorteil: In Uganda und Tansania unterstützt die Euregio Projektpartner bei einem solchen Vorhaben.
Im Schatten einiger Bananenstauden in Ostafrika sitzt eine Naturschutzgruppe zusammen. Sie stellt ihren Fünfjahresplan für das Schutzgebiet des Minziro Waldes vor. Der Wald liegt auf beiden Seiten der Grenze zwischen Süduganda und Nordtansania. Auf einem großen weißen Plakat sind die Gedanken visualisiert und klar dargestellt.
An der Grenze zwischen Süduganda und Nordtansania liegen die ländlich geprägten Bezirke Kyotera und Missenyi. Seit 2010 unterstützen die Länder Tirol, Südtirol und das Trentino hier viele Maßnahmen. Derzeit wird das Projekt „Triple C – Cross-border Cooperation and Conservation“ umgesetzt, bei dem die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu gemeinsamen Problemen sowie der Natur- und Umweltschutz im Mittelpunkt stehen.
Die Partner vor Ort – die Verwaltung des Distrikts Missenyi und die CaritasMaddo – unterstützen die Bevölkerung auf beiden Seiten sowie die zuständigen Behörden dabei, die natürlichen Ressourcen zu schützen, effizienter zu nutzen und so ihre Lebensbedingungen zu verbessern.
Landwirtschaft, Naturschutz, Abfallbewirtschaftung. Anfänglich war die Erfahrung: Die Menschen und vor allem die öffentlichen und privaten Einrichtungen nördlich und südlich der Grenze arbeiteten trotz ähnlicher Herausforderungen wenig zusammen. Mit der Zeit lernten sie, positive Erfahrungen auszutauschen: So haben ugandische Bauern die effizientere tansanische Maisanbauweise übernommen. Die Veterinärämter beider Bezirke informieren sich über unkontrollierte Viehübergänge oder Krankheitsausbrüche und starten gemeinsame Impfkampagnen. Die staatlichen Forstbehörden und Naturschutzgruppen kämpfen gemeinsam gegen die Abholzung im Minziro Wald. Neue Genossenschaften sammeln und trennen Müll. Sie schaffen Verdienstmöglichkeiten, und die Gemeinschaft sieht den verantwortungsvollen Umgang mit Abfall in einem positiven Licht. Auch die beteiligten Schulen vermitteln den Wert von Baumpflanzungen und Mülltrennung.
Die Bedürfnisse der Menschen haben sich im Lauf der Jahre gewandelt. Wie die Naturschutzgruppe die Ziele für ihr Einzelprojekt anpasst, so machen es die Projektpartner für das gesamte Gebiet dies- und jenseits der Grenze. Ein Ergebnis: Ab 2025 sollen noch mehr grenzüberschreitende Projekte ins Programm aufgenommen werden.
Unter diesem Link gibt es mehr Informationen zum Euregio-Programm für Ostafrika sowie allgemein zum Entwicklungsprogramm der Euregio.
gst
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