Unsichtbare Behinderungen erkennen
Nicht alles ist sichtbar. Aber alles ist spürbar. Das Land Südtirol fördert Maßnahmen für mehr Aufmerksamkeit für Menschen mit unsichtbaren Behinderungen.
Manche Herausforderungen sieht man nicht. Und doch sind sie jeden Tag da. Menschen mit unsichtbaren Behinderungen haben sich diesen Herausforderungen täglich zu stellen, und da sie nicht ersichtlich sind, kann es schnell zu Überforderungen kommen. Oft erfahren diese Menschen weniger Verständnis als beispielsweise jemand, der sich mit einem Rollstuhl fortbewegt. Das liegt daran, dass ihre Beeinträchtigungen für viele nicht greifbar sind.
Ein voller Bus, ein hektischer Supermarkt, ein belebter Bahnhof, eine lange Warteschlange: Situationen wie diese verlangen ihnen oft mehr Kraft ab. Reaktionen, die für andere ungewöhnlich erscheinen, sind häufig Ausdruck von Stress oder Überforderung, nicht von Unhöflichkeit oder Desinteresse. Was es braucht: einen Moment mehr Geduld, ein wenig mehr Verständnis, einen respektvoller Blick statt vor-schneller Bewertung. Das kann den Unterschied machen.
Anders wahrnehmen, anders reagieren. Autismus ist eine dieser oft nicht sichtbaren Behinderungen. Viele Betroffene reagieren sensibler auf Reize, brauchen klare Strukturen oder mehr Zeit, um Situationen zu verarbeiten. Auch andere unsichtbare Beeinträchtigungen wie chronische oder psychische Erkrankungen oder das Fatique Syndrom bringen ähnliche Herausforderungen mit sich.
Im Alltag führt das oft zu Missverständnissen gegenüber Menschen mit unsichtbaren Behinderungen. Verhalten wird vorschnell bewertet, Situationen falsch eingeordnet. Dabei geht es selten darum, dass die Personen sich so verhalten wollen, sondern vielmehr um individuelle Möglichkeiten und Grenzen.
Hinsehen, zuhören, Respekt zeigen. Das Land Südtirol setzt ein Zeichen für mehr Bewusstsein und gegenseitigen Respekt. Denn nur wer versteht, kann auch unterstützen. Unsichtbare Behinderungen brauchen keine Rechtfertigung, sondern Akzeptanz. Um Situationen besser einordnen zu können, gibt es unterschiedliche Ansätze und Hilfsmittel.
Dazu gehört auch das sogenannte Sonnenblumenband, ein freiwilliges Symbol, das international verwendet wird, um auf eine unsichtbare Behinderung hinzuweisen. Es kann helfen, Bedürfnisse sichtbar zu machen, ohne dass Betroffene sich erklären müssen. Vor allem aber lenkt es den Blick auf ein zentrales Thema: Nicht jede Einschränkung ist auf den ersten Blick erkennbar.
„Unsichtbare Behinderungen werden im Alltag oft übersehen. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft lernen, genauer hinzusehen und mit mehr Verständnis zu reagieren. Respekt und Aufmerksamkeit sind dabei der Schlüssel zu echter Teilhabe“, betont Rosmarie Pamer, Landesrätin für Menschen mit Behinderungen.
Geplant sind gezielte Maßnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema unsichtbare Behinderungen. Dazu zählen Weiterbildungsangebote für Fachpersonal und öffentliche Dienste sowie die Unterstützung von Organisationen bei der Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterial zum Thema unsichtbare Behinderungen. Ziel ist es, Wissen zu stärken, Verständnis zu fördern und Barrieren im Alltag abzubauen.
Alle Infos zum Thema Autismus: https://soziales.provinz.bz.it/de/autismus-in-suedtirol
kf
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