(Sport-)Momente für die Ewigkeit
Der Grödner Julian Kasslatter hat bei den Paralympischen Spielen Mailand Cortina 2026 das Tor der italienischen Para-Eishockey-Mannschaft gehütet.
Sport hat die wunderbare Eigenschaft, (körperliche) Einschränkungen zu überwinden und in mentale Stärke umzuwandeln – und dabei ganz automatisch soziale Inklusion zu ermöglichen. Einer, der dies selbst erlebt hat, ist Julian Kasslatter, Mitarbeiter der ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion und Teilnehmer der jüngsten „Heim“-Paralympics in Mailand und Cortina. „Es war nicht immer einfach, weil ich in den vergangenen zwei Jahren insgesamt nur einen Monat Zeit für Erholung hatte“, erzählt Julian. In Mailand musste er sich als Torhüter der italienischen Para-Eishockey-Mannschaft mit den besten Spielern dieser Sportart messen.
„Dies waren nach Peking 2022 meine zweiten Paralympics, die mir vor allem wegen des heimischen Publikums ganz besonders in Erinnerung bleiben werden: Von der Eröffnungszeremonie in der Arena von Verona über die 9.000 Zuschauer auf der Tribüne bei unserem Debüt gegen die USA bis hin zur Anerkennung, die wir generell erhalten haben: Diese Momente werden immer in meinem Herzen bleiben“, sagt Kasslatter.
Sport und Leidenschaft. Julian ist mit einer körperlichen Einschränkung am Bein geboren, was ihn aber nicht daran gehindert hat, sportlich aktiv zu sein. „Es war ein Freund von mir, der mich im Alter von 10 Jahren zum Para-Eishockey gebracht hat. Das Schönste daran ist, dass man diese Passion mit Teamkollegen, die zu Freunden werden, teilen kann, dabei gemeinsam unterwegs ist und neue Orte und Kulturen kennenlernt“, schwärmt der Hockeytorhüter. Dafür trainiere er mit seinem Team viermal wöchentlich, auf dem Eis, aber auch in der Halle: „Wenn man auf einem hohen Level mitspielen will, muss das sein.“
Am spannendsten sei das Spiel gegen die USA gewesen, erinnert sich Julian Kasslatter: „Sie waren und sind die amtierenden Goldmedaillen-Sieger, das Team besteht aus Profisportlern und spielt auf einem extrem hohen Niveau, was auch am Ergebnis (14:2, A.d.R.) gegen uns ersichtlich ist. Aber in diesem Spiel habe ich ganz bewusst die Begeisterung und die Nähe des Publikums wahr- und mitgenommen.“ Jetzt konzentriere er sich wieder auf seinen Alltag, auf seinen Sohn Jannik und auf den Umzug nach Bozen, der noch in diesem Jahr ansteht. „Jugendlichen mit einer Behinderung gebe ich immer den Tipp, niemals aufzugeben und immer an sich zu glauben: Der Sport kann dabei sehr viel geben, wenngleich damit auch Opfer verbunden sind. Denn jetzt, nach den Spielen, genieße ich dieses Jahr besonders, und zwar ganz ohne an den monatlichen Kampf gegen die Waage zu denken – so wie in den vergangenen beiden Jahren“, erzählt Julian lachend.
tl/ck
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