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Antholz bereitet sich auf Olympia vor

22.10.2025

Sportlerinnen und Sportler, Freiwillige und Vereine erleben die Olympischen Spiele 2026 als einmaliges Ereignis. Vor allem die Freiwilligen sind beim Großereignis Olympia wiederum unverzichtbar.

Dabei sein ist auch für die vielen Freiwilligen in Antholz alles: Sie sind unermüdlich für einen reibungslosen Ablauf im Einsatz und erleben gleichzeitig Sportgeschichte hautnah. (Foto: Biathlon Antholz)
Dabei sein ist auch für die vielen Freiwilligen in Antholz alles: Sie sind unermüdlich für einen reibungslosen Ablauf im Einsatz und erleben gleichzeitig Sportgeschichte hautnah. (Foto: Biathlon Antholz)

Das Antholzer Tal, bekannt für seine verschneiten Berglandschaften und den Biathlon-Weltcup, rüstet sich für ein Sportereignis, das für viele Menschen einmalig ist: die Olympischen Spiele 2026. Während die Pisten und Schießstände für die Weltelite des Biathlons vorbereitet werden, spürt man in den Dörfern eine Mischung aus Vorfreude, Nervosität und Skepsis.

Freiwillige im Einsatz. Die Athletinnen und Athleten stehen im Mittelpunkt der Wettkämpfe, doch für deren reibungslosen Ablauf sind die Freiwilligen unverzichtbar. Alex Steinkasserer aus Mittertal, 28 Jahre alt, ist einer von ihnen. Bereits bei Weltcuprennen war er als Freiwilliger im Einsatz, etwa an Fernsehstationen und Kameraposten. „Olympia ist eine einmalige Sache, und ich freue mich, dabei sein zu dürfen“, sagt er. „Dabei ist es mir egal, wo ich eingesetzt werde – Hauptsache, ich kann den olympischen Geist hautnah erleben.“ Für Steinkasserer ist es spannend, selbst zu sehen, wie ein so großes Event organisiert wird. Er bleibt neutral gegenüber den Debatten im Tal zum Pro und Contra der olympischen Wettkämpfe und will erst einmal abwarten, was auf ihn zukommt.

Daniela Gruber, ebenfalls freiwillige Helferin beim Weltcup und jetzt bei Olympia im Einsatz, beschreibt ihre Motivation ähnlich: „Dabei sein ist alles. Die Olympiade bietet die Chance, Sportgeschichte live und ungefiltert mitzuerleben. Mich fasziniert, dass Menschen aus allen Kontinenten friedlich zusammenkommen und unvergessliche Momente schaffen.“ Für sie steht der Spirit der Spiele im Vordergrund – die Möglichkeit, Sportlerinnen und Sportler auf ihrem Höhepunkt zu unterstützen und gleichzeitig selbst Teil der großen Inszenierung zu sein. Besonders gespannt ist sie auf die Südtirolerinnen und Südtiroler und hofft, dass Dorothea Wierer deren Karriere mit einer letzten Medaille krönen kann.

Auch Elfi Forer, die seit Jahren das Team der Weltcup-Maskottchen betreut und während der Olympischen Spiele Teil des Maskottchen-Teams sein wird, hebt die besondere Atmosphäre hervor: „Die Stimmung bei den Weltcups ist gigantisch! Überall wird gelacht und gejauchzt, so viele glückliche Leute auf einem Haufen: vom Fan über die Freiwilligen bis zu den Angestellten und Verantwortlichen. Mit den Jahren sind viele Bekanntschaften und sogar Freundschaften entstanden – es fühlt sich fast an wie ein fröhliches Familientreffen.“ Ähnliches erwartet sie sich auch von den olympischen Wettkämpfen. Dabei sei die Arbeit der Maskottchen, die oft lustig wirke, ein Knochenjob. „Es ist eine Herausforderung, alle Termine einzuhalten – im Kostüm ist man nur langsam unterwegs, und manchmal wird man von Fans regelrecht überrollt. Herausfordernd ist es auch, Pausen zu finden und sich zwischendurch zu stärken, weil man unglaublich viel schwitzt und Kalorien verbraucht. Trotzdem genießen wir es, weil wir alle gemeinsam Teil eines besonderen Erlebnisses sind.“

Große Aufgabenvielfalt. Die Aufgaben der Freiwilligen sind vielfältig: Sie reichen von der Unterstützung bei der Orientierung von Gästen über die Begleitung zu den Plätzen bis hin zu logistischen Tätigkeiten direkt an den Wettkampfstätten. Das bestätigt auch Lorenz Leitgeb, der die Freiwilligen koordiniert. „Wir setzen zwischen 800 und 1000 Helferinnen und Helfer für spezielle Aufgaben ein. Hinzu kommen die Freiwilligen, die das Organisationskomitee von Mailand-Cortina rekrutiert“, berichtet er. Die Freiwilligen des Olympischen Komitees werden eher für Platzzuweisungen und einfachere Tätigkeiten eingeteilt. „Viele unserer Freiwilligen sind seit Jahrzehnten beim Weltcup aktiv, andere neu. Sie kommen aus allen Gesellschaftsschichten – pensionierte Personen, Handwerkerinnen und Handwerker, Akademikerinnen und Akademiker. Einige haben die gesamten zwei Wochen Urlaub genommen, um dabei zu sein“, erklärt Leitgeb. Interessierte können sich weiterhin auf der Webseite von Olympia oder im Biathlon-Zentrum melden.

Boom auch beim Nachwuchs. Die Vorfreude auf Olympia hat beim Amateursportverein Rasen einen regelrechten Boom an Neueinschreibungen gebracht. „Wir hatten noch nie so viele Anmeldungen bei den Kindern wie heuer. Vor allem Mädchen orientieren sich an Vorbildern wie Dorothea Wierer. Zwei Drittel der Neueingeschriebenen sind weiblich“, berichtet Gabriel Steinkasserer, Präsident des Amateursportvereins Rasen. Durch die Olympischen Spiele habe der Verein eine moderne Anlage mit Kraftraum, Laufbahn und weiteren Trainingsmöglichkeiten erhalten, die ohne Olympia nie realisiert worden wären. Für den Verein und die Bevölkerung ist es laut Steinkasserer sehr wichtig, dass auch lokale Sportlerinnen und Sportler in der Weltklasse mitmischen können. Dadurch erhalten der Sport und seine Infrastruktur mehr Rückhalt. „Wichtig wäre es, dass wir einen Stützpunkttrainer im Biathlon-Zentrum bekommen, der unsere Athletinnen und Athleten betreut“, ergänzt der Präsident. Aktuell stehen nur vier freiberufliche Trainerinnen und Trainer zur Verfügung.

Einmalige Gelegenheit. Für die etablierten Köpfe des Biathlons in Antholz ist Olympia eine Herzensangelegenheit. Rudolf Wieser, Ehrenpräsident des Weltcup-Komitees und Mitbegründer des Biathlons in Antholz, erinnert sich: „Als Mailand-Cortina den Zuschlag bekam, hatten wir Angst, dass Bormio die Biathlon-Wettkämpfe erhält. Zum Glück hat das Land interveniert, und Antholz erhielt die Wettkämpfe. Dadurch kamen Gelder ins Tal, und das Biathlonzentrum wurde zum modernsten der Welt ausgebaut. Darauf bin ich stolz.“ Zudem sei sein Campingplatz während der olympischen Wettkämpfe seit langem ausgebucht. Auch Alois Zingerle, der über 20 Jahre Stadionchef war, freut sich: „Die Olympischen Spiele sind eine Möglichkeit, die ich nur einmal im Leben habe. Meine ganze Familie und besonders meine beiden Söhne sind biathlon-fanatisch, wir freuen uns.“ Bürgermeister Thomas Schuster beschreibt die Vorbereitungen auf die Großveranstaltung als Achterbahnfahrt der Gefühle: „Der Streit um das Stadion hat nicht gerade geholfen, Begeisterung zu wecken. Aber die Infrastruktur bleibt dem Tal erhalten, und das freut viele. Olympia ist ein Höhepunkt, der die ganze Welt nach Antholz bringt.“

Georg Zingerle, Präsident des Tourismusvereins Antholzertal, sieht es ähnlich: „Olympia zieht internationale Gäste ins Tal. Das ist eine besondere Chance, unsere Besonderheiten zu zeigen und jedem Betrieb – von der Hotellerie bis zur kleinen Gastronomie – eine Bühne zu geben. Bilder aus Antholz werden weltweit zu sehen sein.“ Gleichzeitig werde das Tal weiterhin seine Kernwerte wahren: Naturverbundenheit und Authentizität bleiben laut Zingerle im Mittelpunkt - auch während der Olympischen Spiele.

pio

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