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Antholz – olympisches Fest

22.10.2025

Rasen-Antholz ist bereit, die Olympischen Winterspiele 2026 auszurichten. Für Südtirol ist dies eine Premiere und für Südtirols Athletinnen und Athleten ein sportlicher und emotionaler Höhepunkt ihrer Karriere.

Biathlon-Königin Dorothea Wierer ist in Antholz groß geworden. Erfüllt sich die dreimalige Weltmeisterin und zweimalige Gewinnerin des Biathlon-Weltcups dort nun den Traum einer olympischen Medaille? (Foto: Nordic Focus)
Biathlon-Königin Dorothea Wierer ist in Antholz groß geworden. Erfüllt sich die dreimalige Weltmeisterin und zweimalige Gewinnerin des Biathlon-Weltcups dort nun den Traum einer olympischen Medaille? (Foto: Nordic Focus)

Der Countdown läuft. Seit jeher ist das größte Sport- ereignis der Welt, die Olympischen Spiele, ein Moment, der Menschen und Länder verbindet. Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele von Mailand-Cortina, einst ein Traum, werden nun Schritt für Schritt Wirklichkeit. Erstmals greift nach vielen und langen Bemühungen das Modell der „vernetzten Olympischen Spiele“, das die Traditionen und die Besonderheiten der einzelnen Austragungsorte in den Mittelpunkt stellt.

Auch eine kleine Südtiroler Talschaft, in der 3000 Menschen wohnen, eingebettet zwischen dem Unesco-Weltnaturerbe Dolomiten und der beeindruckenden Landschaft des Naturparks Rieserferner-Ahrn, ist Teil dieses ehrgeizigen Projekts. Dort schlägt seit mehr als 50 Jahren das Herz für den Biathlon. Das Biathlonzentrum in Antholz ist das Zentrum dieser Leidenschaft. Nun wird dieser Ort zur Bühne eines einzigartigen Ereignisses. Bald heißt es: Willkommen in Rasen-Antholz, Austragungsort der Biathlon-Wettkämpfe bei den Olympischen Spielen 2026.

Aber was bedeutet Olympia wirklich? Und welchen Mehrwert bringt ein derart großes Ereignis für eine kleine Berggemeinde, in der fleißige Arbeit, gelebte Gemeinschaft und der Stolz auf die Tradition seit jeher authentische Werte sind? Die Antwort liegt in den Zielen, die sich das Land Südtirol für Olympia 2026 gesetzt hat, und zwar ein einzigartiges Ereignis zu schaffen, das Geschichte, Werte und Chancen der beteiligten Gebiete verbindet.

Jemand, der diese Verbindung verkörpert, ist beispielsweise Dorothea Wierer. Seit über zehn Jahren ist sie die „Königin“ des italienischen Biathlons. Sie ist in Antholz groß geworden und hat sich den Traum, eine Biathlon-Meisterin zu werden, erfüllt. „Für mich ist es ein doppeltes Ziel, die Olympischen Spiele im eigenen Tal zu erleben – sportlich und menschlich. Ich habe immer gehofft, dass Olympia irgendwann nach Südtirol kommt. Dass es jetzt in meiner Heimat Antholz passiert, ist für mich eine riesige Freude“, sagt Wierer, die dritte Athletin weltweit, die in allen sieben Biathlon-Disziplinen Siege feiern konnte.

Jahrelanger Einsatz. Um Olympische Spiele ausrichten zu können, braucht es Vision, Planung und Ausdauer. Antholz und das Land Südtirol haben früh begonnen und eng zusammengearbeitet, um für den olympischen Termin bereit zu sein. „Wir haben von Anfang an an Olympia geglaubt und wollten mit diesem Projekt 50 Jahre Einsatz und Leidenschaft für den Biathlon krönen“, erklärt Erika Pallhuber, Generalsekretärin des Organisationskomitees Antholz. „Wir haben Weltmeisterschaften und Weltcups veranstaltet, aber Olympia ist etwas ganz Besonderes“, sagt Pallhuber und unterstreicht: „Wir arbeiten hart, wir müssen uns vielen neuen Situationen stellen, ich denke zum Beispiel an die strengen Protokolle des Internationalen Olympischen Komitees, aber wir werden bereit sein.“

Dass Südtirol auch Austragungsort des Sportevents ist, dazu haben das Land Südtirol und Landeshauptmann Arno Kompatscher, von Beginn an ein starker Befürworter, entscheidend beigetragen. Kompatscher hebt hervor, dass die Spiele eine großartige Gelegenheit seien, die Zukunft des Biathlons in Antholz zu sichern. Für den Landeshauptmann ist klar: „Hätte der Biathlon-Olympiawettbewerb einen anderen Austragungsort bekommen, wäre das ein großes Risiko und ein Schaden für Antholz gewesen. Wir waren sofort überzeugt, dass die Spiele dort stattfinden sollten, wo es bereits internationale Wettkämpfe gibt, denn das ist nachhaltig und zukunftsweisend.“ Kompatscher erklärt: „Wir haben uns von Anfang an gefragt, was wir mit der Austragung der Spiele noch erreichen wollen, angesichts dessen, was dieser Ort bereits im Biathlonbereich zu bieten hat. Die Antwort ist einfach: Die Arena soll nicht nur während der Spiele glänzen, sondern auch danach als Trainings- und Begegnungsort, vor allem für die Jugend. Die Investitionen zielen darauf und haben ihre Wirkung schon gezeigt.“

Die Olympiabühne. Die Olympic Arena Südtirol, die vom 6. bis 22. Februar der Austragungsort der Wettkämpfe 2026 um die olympischen Biathlon-Medaillen ist, wird sich Millionen von Fans in einem komplett neuen Kleid präsentieren. Dafür wurde die Anlage umfassend erneuert. Der Vorgeschmack darauf war ein Testevent im vergangenen Januar, das die Qualität der getätigten Investitionen bestätigt hat: Die Anlage wird wohl auch in Zukunft zu den modernsten im internationalen Biathlon gehören.

„Die Erneuerung der Anlage garantiert alle Standards, die für die Austragung der Spiele erforderlich sind, und sichert die Zukunft dieses Sports in Antholz. Sie wird den Besucherstrom außerhalb der Saison erhöhen und mehr Mannschaften anziehen, die unser Stadion für ihre Trainings zu wählen“, sagt der Präsident des Biathlon Weltcup Komitees, Lorenz Leitgeb. Auf diesen doppelten Vorteil sei man sehr stolz, weil er vor allem jedem einzelnen Athleten ermögliche, jederzeit in Antholz zu trainieren, erklärt Leitgeb. Außerhalb des Stadions ist die Strecke unverändert geblieben. Die wichtigste Neuerung betrifft den Bereich oberhalb des Schießstandes. Dadurch wurde eine gefährliche Kreuzung am Ausgang des Schießstandes und am Eingang zum Zielbereich beseitigt.

Die neuen Untergeschosse. Neu ist in der Biathlonarena der Ort, wo die Siege vorbereitet werden, also ein umfassender unterirdischer Bereich. Das neue Gebäude verfügt über eine Photovoltaik-Fassade. Die neuen, großzügigen Räume beherbergen Umkleiden, einen großen Fitnessraum, einen medizinischen Bereich für Gesundheitsstation und Dopingkontrollen, Räume für die Vertreter des IOC, einen brandneuen Tunnel für die Pistenfahrzeuge sowie neue Verbindungen zwischen den Untergeschossen und der Wettkampfstrecke.

Einen ersten Eindruck von der Anlage konnte sich eine Delegation internationaler Journalistinnen und Journalisten, darunter eine große Gruppe mit 75 österreichischen Medienvertreterinnen und Medienvertretern machen, die im Sommer 2025 die erneuerte Anlage besuchten. Die Delegation zeigte sich beeindruckt vom neuen unterirdischen Trainingsschießstand, dem Prunkstück der Arbeiten, die termingerecht abgeschlossen wurden.

Draußen, im Zielbereich, werden für Medien und Zuschauende, vor allem jenen vor den Bildschirmen in der ganzen Welt, die brandneuen Flutlichttürme sofort ins Auge fallen. Sie sind ein wichtiger Teil der Investitionen in die Infrastruktur und verbessern die Beleuchtung der Strecke, der Tribünen und der Parkflächen. „Die erneuerte Anlage ist ein reales und konkretes Beispiel dafür, wie unser Team, meine Freunde sowie Mitbürger und Mitbürgerinnen, wieder einmal gezeigt haben, dass sie Dinge auf höchstem Niveau umsetzen können“, betont Dorothea Wierer.

Die Ambitionen der „Königin“ von Antholz. Bei den Olympischen Spielen sind die Wettkämpfe und Medaillen das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem i. Und dort, in den heimischen Bergen, darf auch die Rasnerin Dorothea Wierer berechtigte Ambitionen hegen. Für jede Athletin ist der Gewinn einer Medaille das süßeste Ziel und sozusagen die Krönung eines Lebens voller Opfer und Arbeit.

„Eine Karriere mit einer olympischen Medaille zu beenden, wäre ein Traum, der in Erfüllung geht, auch wenn mir bewusst ist, dass in diesem Zusammenhang viele Faktoren zusammenkommen. Ich ziehe es vor, mich nicht festzulegen, sondern abzuwarten, wie mein körperlicher und mentaler Zustand sein wird“, betont Wierer.

Verringerte Stadionkapazität. Das schönste Bild der Spiele in Antholz wird wohl wieder die farbenfrohe Menge der Fans sein, die die Tribünen des Stadions füllen. „Die Kapazität des Stadions wird von 20.000 auf 18.500 Zuschauer verringert“, erklärt Leitgeb. Dies ermögliche es, die Zuschauerströme auf den Tribünen besser zu steuern. „Sicherheit ist bei einer Veranstaltung dieser Größe ein sehr wichtiger Aspekt. Nach sechs Weltmeisterschaften und über 40 Weltcup-Ausgaben wird es für Antholz und unser ‚Team‘ ein wirklich außergewöhnlicher Momente sein“, sagt Leitgeb, sichtlich bewegt. „Ich denke, dass die Olympic Arena Südtirol heute den Maßstab dafür setzt, was Biathlon weltweit bieten kann“, fügt er hinzu.

Olympia vor der Haustür. Die Emotion, Olympische Spiele im eigenen Land zu erleben, ist ein Privileg, das nur ganz wenige haben. Auch dieses Mal kann Dorothea Wierer von sich sagen, einen ganz persönlichen Meilenstein ihrer großen Karriere erreicht zu haben. „Die nächsten Olympischen Spiele fühlen sich besonders an, nicht nur, weil sie zu Hause stattfinden, sondern auch, weil es die letzten Spiele sein werden, an denen ich teilnehme. Ich erlebe und habe jede Olympiade auf andere Weise erlebt, denn im Laufe der Jahre verändert man sich, man wächst, und man wird sich bewusst, dass jede Ausgabe der Spiele eine eigene Geschichte ist“, erklärt Wierer. „Ich kenne mich: Es werden für mich nicht einfach nur Spiele sein, bei denen ich dabei bin, sondern ich werde versuchen, mein Bestes zu geben, so wie ich es immer in meinem Leben getan habe.“

Antholz zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Das schönste Kapitel wird im Februar 2026 geschrieben – dort, wo Träume wahr werden können.

tl/san

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