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Brücken für die Wissenschaft

27.09.2024

Forschung und Innovation in Tirol, Südtirol und im Trentino vernetzen und fördern: Das ist ein wichtiger Euregio-Schwerpunkt. Zwei Preise sind nur die bekanntesten Beispiele dafür.

 Matteo Dall’Amico: Unsere KI ermöglicht, die Wasserverfügbarkeit in hydrografischen Einzugsgebieten in den nächsten Wochen vorherzusagen. (Foto: Euregio/G. News)
Matteo Dall’Amico: Unsere KI ermöglicht, die Wasserverfügbarkeit in hydrografischen Einzugsgebieten in den nächsten Wochen vorherzusagen. (Foto: Euregio/G. News)

Erst Stress, dann Bangen, schließlich Freude: Der 17. August 2024 war wie eine Achterbahnfahrt für Matteo Dall’Amico und Ariele Zanfei. Am Vormittag dieses Samstags hatten sie in Alpbach in Tirol mit jeweils fünf weiteren Teilnehmenden an den beiden Finales des Euregio-Innovations- und des Euregio-JungforscherInnenpreises teilgenommen. Danach hieß es warten, bis am frühen Abend feierlich die Entscheidung der beiden Jurys bekannt gegeben wurde: Dall’Amico mit seinem Unternehmen Waterjade Srl und Zanfei mit dem AIAQUA spin-off Unibz standen als Sieger fest. 

Entsprechend groß war dann die Freude: „Dieser Preis erkennt die großen Anstrengungen an, die wir in den vergangenen Jahren in unser Projekt gesteckt haben“, sagt dazu Ariele Zanfei: „Die Verleihung ist der bisher größte Moment in meiner beruflichen Karriere.“ Dall’Amico sieht das ähnlich: „Wir konnten uns auf internationaler Ebene mit anderen Lösungen in der Welt der künstlichen Intelligenz vergleichen. Der Preis bestätigt die Qualität unseres Angebots und vieler Jahre harter Arbeit all unserer Mitarbeitenden.“

Wertvolle Forschungs- und Entwicklungsarbeit zu belohnen und sichtbar zu machen ist einer der Gründe, warum die Euregio Tirol-Südtirol-Trentino jedes Jahr die beiden Förderpreise ausschreibt. Er ist aber nicht der einzige, erklärt Euregio-Generalsekretär Christoph von Ach: „Dem Euregio-Vorstand geht es auch darum, die Forschungseinrichtungen und innovativen Unternehmen in den drei Ländern immer stärker zu vernetzen.“ Für die immer komplexeren, vielfach globalen Herausforderungen brauche es in der Euregio Lösungen, die zu ihrer Lage in den Bergen und ihren sprachlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Besonderheiten passen. Die Regierungen in Tirol, Südtirol und im Trentino haben in den vergangenen Jahren viel Geld in Forschung und Entwicklung investiert. „Die Kräfte zu bündeln und dadurch einen Mehrwert für die Gesellschaft zu schaffen, ist unsere Kernaufgabe. Die Euregio kann Brücken schlagen und die Zusammenarbeit vorantreiben, gerade auch im Bereich der Forschung und Entwicklung“, fasst der Generalsekretär zusammen. 

Die Euregio Awards sind in diesem Licht zu sehen. Jährlich spornen sie junge Forschende sowie innovative Unternehmen an, ihre Forschungsarbeiten und Innovationsprojekte zu einem spezifischen Thema einzureichen. Zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) waren es heuer insgesamt 69 Arbeiten, 44 beim Euregio-JungforscherInnenpreis, 25 beim Euregio-Innovationspreis. Eine solche Fülle an Ideen diene auch dem Wirtschaftssektor, sind auch die Wirtschaftskammer Tirol und die Handelskammern Bozen und Trient überzeugt, die deshalb die Preise für die drei Erstplatzierten stiften. Barbara Thaler von der Wirtschaftskammer Tirol und Michl Ebner von der Handelskammer Bozen sagten bei der Preisverleihung, es seien viele sinnvolle Einsatzmöglichkeiten von KI vorgestellt worden, wodurch sich Unternehmen in der Euregio zukunftsfit machen können. 

Grundlagenforschung, Mobilität, Europarecht. Dauerhafte Brücken in der Wissenschaft schlagen will die Euregio neben den Preisen aber auch mit einer Reihe weiterer Initiativen. Eine davon ist der EuregioScienceFund. Er dient der Grundlagenforschung. Seit 2014 können sich Forschungseinrichtungen aus Tirol, Südtirol und dem Trentino mit interregionalen Projekten für eine Laufzeit von 24 bis 36 Monaten daran beteiligen. 

Um den persönlichen Austausch zwischen den Forschungseinrichtungen zu intensiveren, gibt es den EuregioMobilityFund. Er fördert die Mobilität von Professorinnen und Professoren, Studierenden sowie Dozentinnen und Dozenten innerhalb der Euregio. Seit 2013 waren etwa 1200 Studierende und 200 Lehrende an den 43 tri- oder bilateralen Förderprojekten in verschiedenen Wissenschaftsbereichen beteiligt. 

Schließlich will die Euregio auch das Wissen zum Europarecht fördern. Immerhin spielt die Gesetzgebung der Europäischen Union eine immer wichtigere Rolle. Daher bietet die Euregio gemeinsam mit der Universität Innsbruck und dem Europäischen Forum Alpbach jährlich im Hochsommer einen kompakten Universitätskurs „Europarecht“ an. 

Dass die Preise auch Brücken zurück in die Gesellschaft schlagen, hoffen übrigens die beiden Gewinner Ariele Zanfei und Matteo Dall’Amico. Politik und Wirtschaft müssten ihren Blick stärker auf eine nachhaltige und effiziente Wassernutzung lenken: Die Versorgung mit der wichtigsten Lebensgrundlage sei lange vernachlässigt worden. Sie sei aber – gerade aufgrund des Klimawandels – weniger selbstverständlich als sie den meisten scheine.

gst

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