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Der andere Blick aufs Wobi

17.07.2023

Ivo Corrà hat das Wohnbauinstitut, seine Häuser und vor allem seine Bewohner fotografisch festgehalten – und zeigt dabei nicht nur die Wobi-Architektur, sondern vor allem dessen sozialen Charakter.

Mario, ladinischer Belluneser mit Südtiroler Frau, ist bestens ins Südtiroler Umfeld eingebunden - ebenso wie das Wobi-Gebäude, in dem er in Bruneck lebt. (Foto: Ivo Corrà)
Mario, ladinischer Belluneser mit Südtiroler Frau, ist bestens ins Südtiroler Umfeld eingebunden - ebenso wie das Wobi-Gebäude, in dem er in Bruneck lebt. (Foto: Ivo Corrà)

Das Wobi hat viele Gesichter: Es gibt nicht nur die Wohnblöcke in den Bozner Arbeitervierteln, sondern auch zahlreiche Gebäude, die sich unaufgeregt in die Südtiroler Architektur einfügen. Aber auch vom menschlichen Aspekt her stimmen Realität und (mediale) Wahrnehmung oftmals nicht überein. Einen anderen Blick auf das Institut für den Sozialen Wohnbau (Wobi) richtet die Ausstellung „Wohnen ist Leben“ mit Bildern des Bozner Fotografen Ivo Corrà. Wunderschöne Aufnahmen, die das Wobi 2022 anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Instituts selbst in Auftrag gegeben hat.

Fotos, Buch, Ausstellung. Die Fotoausstellung samt dazugehörendem Fotobuch war bis Mitte April im italienischen Kulturzentrum Trevi in Bozen zu sehen und wurde von Michele Fucich kuratiert. Sie wird nun in weiteren Orten Südtirols zu sehen sein. Denn die Fotos sind beeindruckend und zugleich berührend, sodass sie unbedingt auch außerhalb der Landeshauptstadt zu sehen sein sollen.

Die soziale Realität des Wobi. „Wenn man ans Wobi denkt, fallen uns immer nur die großen, imposanten Wohnkomplexe in den Städten ein. Doch wagt man sich hinaus, in die ländliche Gegend unseres Landes, fügen sich die Wobi-Gebäude perfekt in die Landschaft ein, sodass sie gar nicht als Wobi-Gebäude auffallen – mir ist es beispielsweise in Laas so ergangen“, erklärt Ivo Corrà. Allerdings ist wahrscheinlich der soziale Aspekt der interessanteste in der Wobi-Realität: „Erst als ich mit der Umsetzung dieses Auftrages begann, wurde mir bewusst, was das Wobi-Universum ausmacht: 30.000 Menschen, und mit ihnen eine große Heterogenität was Lebenssituationen und Landschaften angeht. Sicher, die Gebäude sind wichtig, noch wichtiger sind aber aus meiner Sicht die Menschen, die darin wohnen. Um dies zu betonen wurde der Titel ‚Wohnen ist Leben‘ für Ausstellung und Fotobuch gewählt“, ergänzt der Fotograf. Und genau diese Erfahrung des Erzählens der Geschichten der Gemeinschaft verdient es, erneut gezeigt zu werden.

ck

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