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Der olympische Traum

09.12.2024

In etwas mehr als einem Jahr finden in Südtirol, genauer in Antholz, olympische Bewerbe statt. Teil der Olympischen Spiele Mailand-Cortina 2026 zu sein, ist ein (nicht nur) sportliches Highlight.

Am 28. September wurden in Antholz die Olympischen Ringe enthüllt und damit der Countdown zu den Olympischen Winterspielen 2026 offiziell gestartet. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)
Am 28. September wurden in Antholz die Olympischen Ringe enthüllt und damit der Countdown zu den Olympischen Winterspielen 2026 offiziell gestartet. (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

In Antholz wird im Frühjahr 2026 Geschichte geschrieben: Zum einen Sportgeschichte, weil dort erstmals Olympiasiegerinnen und Olympiasieger gekürt werden. Das Großereignis wird jedoch auch in Südtirols Geschichte eingehen: Zum ersten Mal überhaupt werden olympische Bewerbe in Südtirol ausgetragen. Dass dies in Antholz der Fall ist, ist dem Einsatz, dem Fleiß und der Zielstrebigkeit vieler Beteiligter zu verdanken. Dass Antholz nicht vom Olympiatrubel überrollt wird, sondern so bleibt, wie es ist, ist Bürgermeister Thomas Schuster wichtig: „Alles, was bis 2026 und darüber hinaus entsteht, wird dank Olympia gebaut. Es bleiben aber Investitionen, von denen wir und kommende Generationen profitieren“, sagt der erste Bürger von Rasen-Antholz. Schuster ist fast schon täglich im „Epizentrum des Südtiroler olympischen Traums“, der Südtirol Arena. Im Biathlonstadion laufen die Ausbauarbeiten momentan auf Hochtouren. Schließlich gilt es auch heuer wieder, Biathlonbewerbe auf Weltniveau zu beheimaten: Vom 23. bis zum 26. Jänner 2025 ist die Biathlonwelt wieder zu Gast in Antholz. 

Die Spiele als Chance. Die Vorfreude auf Olympia ist jedoch nicht bei allen so groß wie beim Antholzer Bürgermeister. Dennoch, sagt Schuster, müsse man sie als große Chance wahrnehmen: „Vor allem für die jungen Sportlerinnen und Sportler ist es schon etwas Besonderes, vor Heimpublikum Olympiabewerbe absolvieren zu dürfen. Für sie erfüllt sich damit ein Lebenstraum. Und auch für uns Fans ist es aufregend, Olympia quasi vor unserer Haustür mitzuerleben. Wir geben derzeit unser Bestes, um die bestehende Infrastruktur für den großen Publikumsansturm vorzubereiten.“ Vieles hat sich in den vergangenen 50 Jahren, als in Antholz die Biathlon-Geschichte ihren Anfang nahm, verändert. „Alles muss optimal zusammenfließen. Wir können auf viele Freiwillige (fast 1000, A.d.R.) zählen, aber wir wissen auch, dass es eine optimale Zusammenarbeit mit anderen Akteuren wie dem Olympia-Landeskoordinierungskomitee und der Stiftung Mailand-Cortina 2026 braucht. Nur dann können wir gemeinsam die Spiele organisatorisch gut umsetzen“, betont Bürgermeister Schuster. Gemeint sind damit Aspekte der Mobilität und des Transports sowie die Anpassungsarbeiten an den Sportanlagen. Alles muss im Hinblick auf das Ereignis, das in die Sportgeschichte des Landes eingehen wird, bestmöglich koordiniert sein. 

Biathlon aus Tradition. Seit mehreren Wochen wird am „Biathlon-Haus“ pausenlos gebaut. Bereits fürs näher rückende Weltcup-Wochenende soll das Stadion, das bis zu 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer fassen kann, bereit sein. Für Olympia wird die Zuschauerkapazität begrenzt. Vor einigen Wochen wurde mit der Errichtung von sieben neuen, 30-Meter-hohen Lichtmasten, die für eine gleichmäßige und kamerataugliche Beleuchtung sorgen sollen, begonnen. Das Medienzentrum, in dem sich Büros und das Rennbüro befinden, hat eine neue Fassade erhalten, derzeit wird an der Anbringung von Photovoltaik-Paneelen gearbeitet, um das Stadion künftig möglichst energieautark und nachhaltig führen zu können. Kernstück der Anlage wird jedoch der rundum erneuerte Schießstand sein. Abgesehen von diesen Umbauarbeiten finden derzeit auch zahlreiche organisatorische Arbeiten statt: „Derzeit verhandeln wir darüber, wie die Gemeinde - als Eigentümerin der Anlage - der Stiftung Mailand-Cortina diese für die Zeit der Spiele kostenlos überlassen kann“, berichtet der Antholzer Bürgermeister und ergänzt: „Vor allem ein Aspekt an den derzeitigen Bauarbeiten macht mich besonders stolz: Wir verbessern, verbauen dabei aber keinen zusätzlichen Quadratmeter an Oberfläche.“ 

Investitionen in die Zukunft. 52 Millionen Euro zu verwalten, ist für eine 3000-Seelen-Gemeinde wie Rasen-Antholz eine fast schon olympische Herausforderung. Antholz soll an der Weltspitze des Biathlonsports bleiben, und dabei auch zukunftsgerichtet als Best Practice dienen. „Es geht darum, diese Herausforderung im Sinne der Nachhaltigkeit anzugehen. Und ich denke, dass wir gut unterwegs sind“, betont Schuster. Die Südtirol Arena wird zudem eine sichere Anlage sein. Dafür wurden Investitionen in vielerlei Hinsicht getätigt: Ein bis zu acht Meter hoher Ablenkdamm des Rieper-Bachs wurde über dem Bereich des Schießstands von der Agentur für Bevölkerungsschutz errichtet und sichert somit das Stadion, aber auch die Ortschaft vor Naturgefahren. „Es stehen zudem die Ausbauarbeiten fürs Breitbandnetz sowie Eingriffe, die die Mobilität betreffen, an. Gemeint ist damit unter anderem der Abbruch und der Wiederaufbau der Brücke mit Fußgängerweg in Rasen-Antholz. Diese Arbeiten, finanziert durch Olympiagelder, erhöhen die Sicherheit auf unseren Straßen und die Erreichbarkeit unserer Gemeinde“, erklärt der Bürgermeister und erinnert daran, dass sich Olympia langfristig positiv auf das ganze Gebiet auswirken könne: „Ich denke beispielsweise an die Radweganbindung von Rasen an den Bahnhof Olang oder an unser renoviertes Kulturhaus, das zwölf lokale Vereine beheimatet: Die Geldmittel für die Sanierung stammen zu 60 Prozent aus den Olympiafördermitteln. Als Gemeinschaft haben uns unsere Sportchampions viele schöne Momente geschenkt. Mit den olympischen Spielen können wir ihnen etwas zurückgeben, wenn man bedenkt, dass wir Investitionen für künftige Generationen tätigen.“ 

Nachhaltig ins Stadion. Olympische Spiele bedeuten immer auch Zuschauerströme. Diese bestmöglich, auch verkehrstechnisch, zu steuern, ist eine Herausforderung, der man sich bereits bei den Weltcupveranstaltungen stellt. Das Weltcup-Organisationskomitee hat im Hinblick auf Olympia das Zubringersystem weiter perfektioniert. Die Anreise soll stressfrei, aber auch umweltschonend sein. „Wir arbeiten 365 Tage im Jahr für das Weltcupwochenende, ein Event, das im Laufe der Jahre viele Zuschauer angezogen hat“, berichtet Lorenz Leitgeb, Präsident des Weltcup-Organisationskomitees. Er und weitere acht Vollzeit-Mitarbeitende ziehen die organisatorischen Fäden hinter dem Biathlon-Weltcup in Antholz. Es gibt drei kostenlose Shuttlebusse, die in Antholz-Mittertal, Olang und Rasen starten und direkt bis zum Stadion fahren. Für die Olympischen Spiele werden allein für die Delegationen, Athleten und Sportfunktionäre rund 600 bis 700 Personen in Antholz erwartet. Biathlon in Antholz hat eine Tradition, die sich über Jahrzehnte hinweg entwickelt hat. Bei den bisherigen Bewerben kamen rund 35 Prozent der Zuschauer aus Italien. „Über die TV-Ausstrahlung erreichen wir bei den Biathlonbewerben rund 50 Millionen Zuschauer aus der ganzen Welt. Das sind beeindruckende Zahlen, die bei den Olympischen Spielen sicher übertroffen werden“, sagt Leitgeb. Der Countdown dazu läuft jedenfalls. Und in einem Jahr erlebt Antholz (s)einen olympischen Traum. 

Biathlon in Antholz 

1971: erstes Biathlonrennen in Antholz 

1976: erste Biathlon Weltmeisterschaft

Insgesamt 6 Weltmeisterschaften

256 Weltcuprennen 

Jährlich 60.000 Zuschauerinnen und Zuschauer beim Weltcup, dem größten Wintersportevent Italiens

1000 Freiwillige im Einsatz


tl - ck

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