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Fördern und stärken

19.02.2025

Wer seinen Mitarbeitenden faire Löhne zahlt, profitiert von einem niedrigeren IRAP-Steuersatz. So will das Land verantwortungsvolle Unternehmen unterstützen und die Kaufkraft in Südtirol stärken.

Die neuen Bestimmungen des Landes im Bereich der Einnahmen zielen darauf ab, Unternehmen zu begünstigen, die faire Löhne für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter garantieren. (Foto: LPA/Patrizia Corriero)
Die neuen Bestimmungen des Landes im Bereich der Einnahmen zielen darauf ab, Unternehmen zu begünstigen, die faire Löhne für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter garantieren. (Foto: LPA/Patrizia Corriero)

Der gute Vorsatz für das Neue Jahr der Landesregierung lautet: Die Menschen in Südtirol sollen wieder mehr Geld in der Tasche haben. Mit der Verabschiedung des Stabilitätsgesetzes 2025 durch den Südtiroler Landtag in der letzten Sitzung 2024 wurde beschlossen, die Kaufkraft zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu fördern. Ziel ist es, höhere Löhne zu garantieren und die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Zu diesem Zweck wurden neue Steuererleichterungen eingeführt. Diese sollen vor allem Unternehmen begünstigen, die ihren Beschäftigten faire Löhne zahlen, und somit auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schützen. 

Stichwort Wertschöpfungssteuer. Die Steuerlast für Unternehmen, die die regionale Wertschöpfungssteuer IRAP zahlen müssen, wird gesenkt. So sieht es Artikel 1, Absatz 9 des Haushaltsgesetzes 2025 des Landes vor. Betriebe, die nach Jahren hoher Inflation mit steigenden Kosten konfrontiert sind, stehen oft vor der Frage, wo sie sparen können – das könnte die Löhne der Beschäftigten gefährden. Deswegen setzt genau hier die Maßnahme der Landesregierung an: Durch eine Steuererleichterung sollen Unternehmen dazu ermutigt werden, die Gehälter ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhen und so den Kaufkraftverlust auszugleichen. Das Gesetz des Landes legt einen verringerten IRAP-Satz von 2,68 Prozent fest (1,22 Prozentpunkte weniger als der nationale Satz von 3,90 Prozent). Dieser reduzierte IRAP-Satz gilt für Unternehmen, die aufgrund von territorialen oder betrieblichen Zusatzverträgen höhere Löhne zahlen als in den nationalen Kollektivverträgen vorgeschrieben. Kurz gesagt: Wer fair bezahlt, zahlt weniger Steuern. Wer dies nicht tut, zahlt mehr. Ziel ist, dass sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren. 

Positive Auswirkungen. Laut Schätzungen der zuständigen Landesämter wird diese Regelung zu Einnahmeausfällen in der Steuerkasse von jährlich rund 45 Millionen Euro führen. Das bedeutet, dass 45 Millionen Euro im Jahr nicht in die Steuerkassen fließen, sondern direkt in der realen Wirtschaft verbleiben. Für den Zeitraum 2025 bis 2027 belaufen sich die geschätzten Mindereinnahmen auf insgesamt 135 Millionen Euro. 

Rückhalt vom Unternehmerverband. Auch der Präsident des Südtiroler Unternehmerverbands, Heiner Oberrauch, begrüßt die Maßnahme: „Der Unternehmerverband unterstützt die Entscheidung der Landesregierung, die IRAP-Reduzierung an höhere Gehälter zu knüpfen. Diese Steuererleichterung ist eine Anerkennung des Beitrags der Südtiroler Unternehmen zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum sozialen Zusammenhalt. Es ist wichtig, dass dieses soziale Partnerschaftsmodell erhalten bleibt.“ 

Fokus auf niedrige Einkommen. Der regionale IRPEF-Zuschlag, also die zusätzliche Steuerquote zur Einkommenssteuer IRPEF, stellt einen weiteren wichtigen Punkt dar, um Beschäftigte mit mittleren und niedrigen Einkommen zu entlasten. Um die Steuerlast gerechter zu gestalten, wurde eine maximale Einkommensgrenze von 90.000 Euro für den Abzug von 430,50 Euro eingeführt. Zudem wurde der Absetzbetrag für Kinder von 252 Euro auf 340 Euro erhöht und die Einkommensgrenze für diese Vergünstigung von 70.000 Euro auf 90.000 Euro angehoben. Familien mit einem Einkommen unter 90.000 Euro können somit pro Kind bis zu 340 Euro von der Steuer abziehen. Für höhere Einkommen entfällt die steuerbefreite „no tax area“, was zu einer überschaubaren Mehrbelastung von rund 430 Euro führt. Diese Maßnahmen, so die Landesregierung, entsprächen dem Grundsatz der Steuerprogression: Wer wenig verdient, zahlt niedrige Steuern und wer mehr verdient, mehr. So solle eine gerechtere Verteilung der Steuerlast gewährleistet werden. 

Langfristige Strategie. In den vergangenen zehn Jahren hat das Land bewusst auf rund 2,5 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verzichtet, um die Kaufkraft der Menschen zu stärken und der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Dies hat dazu beigetragen, dass Südtirol die wirtschaftlichen Krisen der vergangenen 15 Jahre besser bewältigen konnte und ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf deutlich über dem nationalen Durchschnitt erreicht hat.


Stimme aus dem Unternehmerverband 

„Der Unternehmerverband hat die Absicht der Landesregierung, die künftige IRAP-Reduzierung an die Zahlung höherer Löhne zu binden, grundsätzlich unterstützt und sich gemeinsam mit den Sozialpartnern intensiv bemüht, einen einfachen Lösungsvorschlag für die Umsetzung zu erarbeiten. Die Reduzierung des IRAP-Satzes auf 2,68 Prozent ist mit Sicherheit eine Anerkennung des großartigen Beitrages, den die Südtiroler Unternehmen für die Entwicklung unseres Landes und zur Sicherung der Sozialleistungen erbringen. Sie ist zudem ein wichtiges Zeichen der gelebten Sozialpartnerschaft in unserem Land, die es unbedingt zu erhalten gilt. Die Reduzierung steht all jenen Unternehmen zu, die ihren Mitarbeitenden Zusatzentlohnungen über Betriebsabkommen oder territoriale Zusatzverträge garantieren - Unternehmen, die solche Zusatzzahlungen ohne entsprechende Verträge gewähren, leider nicht. Die Wertschätzung unseren Mitarbeitenden gegenüber spiegelt sich unter anderem in der Entlohnung wider, die in der Industrie weit über dem Südtiroler Durchschnitt liegt. Da ein Großteil unserer Mitglieder über Betriebsabkommen verfügt, wird diese Reduzierung von vielen in Anspruch genommen werden können. Für unseren Verband ist die Reduzierung der Steuerlast die beste und unbürokratischste Unterstützung für Unternehmen.“
Heiner Oberrauch, Präsident des Südtiroler Unternehmerverbands

gm (san)

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