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Gaming verbindet

22.10.2026

Mit Events, Workshops und Bildungsangeboten schafft der Verein DUNG Begegnungen und sensibilisiert junge Menschen für den bewussten Umgang mit digitalen Medien. Für dieses Engagement erhielt er die Auszeichnung „Glanzleistung – das junge Ehrenamt“.

DUNG organisiert regelmäßig Veranstaltungen, bei denen das gemeinsame Spielerlebnis im Mittelpunkt steht. (Foto: DUNG)
DUNG organisiert regelmäßig Veranstaltungen, bei denen das gemeinsame Spielerlebnis im Mittelpunkt steht. (Foto: DUNG)

Was viele noch immer als bloße Freizeitbeschäftigung betrachten, ist für die Mitglieder von DUNG längst ein wichtiger Teil der Alltags- und Jugendkultur. Der 2022 gegründete Verein setzt sich dafür ein, Gaming in seiner ganzen Vielfalt sichtbar zu machen und Menschen über gemeinsame Spielerfahrungen zusammenzubringen.

Bereits der Vereinsname ist Programm. DUNG, das englische Wort für Dünger, versteht sich als Nährboden für die Gaming-Kultur in Südtirol. Rund 60 aktive Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich im Verein. Ihr Ziel ist es, Gaming als Kultur- und Bildungsform zu fördern, Vorurteile abzubauen und Räume für Gemeinschaft und Austausch zu schaffen.

Gemeinsames Erlebnis. „Eines unserer größten Ziele ist es, die Leute zusammenzubringen“, sagt Vorstandsmitglied Michael Hofer. Für ihn steht nicht das einzelne Spiel im Vordergrund, sondern die soziale Komponente. Viele Menschen hätten noch immer das Bild vom einsamen Gamer vor Augen, der allein vor dem Bildschirm sitzt. Die Erfahrungen des Vereins zeigen jedoch ein anderes Bild: Gaming wird gemeinsam erlebt, verbindet Menschen mit ähnlichen Interessen und schafft Begegnungen über Alters- und Sprachgrenzen hinweg.

DUNG organisiert deshalb regelmäßig Veranstaltungen, bei denen das gemeinsame Erlebnis im Mittelpunkt steht. Dazu zählen LAN-Partys, Brettspieltage, Turniere und Workshops. Besonders bekannt ist die Veranstaltung „KiMM Together“, bei der Spielerinnen und Spieler ihre Computer mitbringen, gemeinsam spielen und sich austauschen. Auch analoge Spiele haben ihren festen Platz im Vereinsleben. Beim sogenannten „Black-out Gaming“ wird bewusst auf Strom verzichtet. Statt Videospielen stehen Brett-, Karten- und Rollenspiele im Mittelpunkt. Gaming umfasst für die Vereinsmitglieder weit mehr als Unterhaltung. Hofer beschreibt digitale Spiele als ein vielfältiges Medium, das ähnlich wie Bücher, Filme oder Musik Geschichten erzählt, Kreativität fördert und neue Perspektiven eröffnet. Die Bandbreite reicht von Strategiespielen und Simulationen bis hin zu Spielen, die historische Ereignisse oder gesellschaftliche Fragen aufgreifen. Viele davon erfordern Teamarbeit, strategisches Denken und Problemlösungskompetenz.

Ein zentrales Anliegen des Vereins ist deshalb die Bildungsarbeit. DUNG arbeitet mit Jugendzentren, Bibliotheken und anderen Einrichtungen zusammen und bietet Workshops, Sommerangebote und Fortbildungen an. Dabei geht es nicht darum, mehr Menschen zum Spielen zu bringen. Vielmehr sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen, digitale Medien bewusst und reflektiert zu nutzen.

Jugendliche begleiten. „Gaming ist längst Teil der Lebensrealität junger Menschen“, sagt Hofer. Umso wichtiger sei es, Jugendliche auf ihrem Weg durch digitale Welten zu begleiten, anstatt das Thema allein auf Risiken zu reduzieren. Natürlich gebe es problematische Entwicklungen, etwa exzessive Nutzung oder manipulative  Mechanismen  einzelner  Spiele Gleichzeitig biete Gaming aber zahlreiche Chancen für Lernen, Kreativität und soziale Teilhabe.

Wie wertvoll solche Erfahrungen sein können, erleben die Vereinsmitglieder immer wieder bei ihren Veranstaltungen. Menschen unterschiedlichen Alters, Sprache, sozialer Herkunft oder Bildungshintergrund finden über das gemeinsame Spiel schnell ins Gespräch. Gerade für Jugendliche können solche Begegnungen neue Kontakte, Freundschaften und Gemeinschaftserlebnisse schaffen. Gaming wird damit zu einer gemeinsamen Sprache, die Barrieren überwindet.

Die Nachfrage nach den Angeboten wächst stetig. Besonders Bibliotheken interessieren sich zunehmend für Gaming als Kultur- und Bildungsmedium und suchen die Zusammenarbeit mit dem Verein. Für die ehrenamtlich tätigen Mitglieder ist das Bestätigung und Herausforderung zugleich. Viele Projekte werden neben Beruf, Studium und Familie organisiert. 

Ehrenamtliches Engagement. Die Auszeichnung „Glanzleistung – das junge Ehrenamt“ versteht der Verein deshalb vor allem als Anerkennung für das Engagement vieler Freiwilliger. Die Ehrung wird in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino an junge Ehrenamtliche und innovative Projekte der Kinder- und Jugendarbeit vergeben. DUNG wurde dabei als Verein ausgezeichnet, der Gaming als zeitgemäße Kultur- und Bildungsform sichtbar macht und junge Menschen für einen bewussten und gemeinschaftlichen Umgang mit digitalen Medien sensibilisiert. 

Für die Zukunft möchte DUNG seinen Weg fortsetzen. Im Mittelpunkt stehen weiterhin Begegnungen, Bildungsarbeit und die Überzeugung, dass Gaming weit mehr sein kann als Zeitvertreib. Für die Vereinsmitglieder ist es ein Medium, das Menschen verbindet, Kreativität fördert und neue Formen von Gemeinschaft ermöglicht. Gerade deshalb sehen sie ihre Aufgabe darin, Gaming in Südtirol einen festen Platz im kulturellen und gesellschaftlichen Leben zu geben.

kat

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