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Lebenswert älter werden

17.07.2023

Südtirols Bevölkerung wird immer älter. Damit erhöht sich auch der Pflegebedarf. Das Land steht den Menschen auch in dieser Lebensphase mit Leistungen und Diensten zur Seite.

Gut gepflegt bis ins hohe Alter: Pflegebedürftige Menschen werden in Südtirol unter anderem mit dem Pflegegeld, aber auch mit Dienstleistungen und Angeboten unterstützt.  (Foto: Claudia Corrent)
Gut gepflegt bis ins hohe Alter: Pflegebedürftige Menschen werden in Südtirol unter anderem mit dem Pflegegeld, aber auch mit Dienstleistungen und Angeboten unterstützt. (Foto: Claudia Corrent)

Als vor wenigen Jahren ihr Mann starb, stand für Josefine fest: „Ich verkaufe meine Wohnung und ziehe ins Altersheim!“ Mit diesem Entschluss hat sie nicht nur ihre Kinder überrascht, auch ihr Umfeld war anfangs verwundert. Josefine zog kurz darauf in eine Wohnung für begleitetes und betreutes Wohnen, ein Wohnmodell, auf das in Zukunft immer stärker gesetzt wird.

„Das betreute und begleitete Wohnen ist eine Möglichkeit, die wir weiter ausbauen wollen“, hält Soziallandesrätin Waltraud Deeg fest. Derzeit gibt es 23 Angebote mit insgesamt 308 Plätzen. Das Interesse, künftig stärker in diesen Bereich zu investieren, sei bei vielen Gemeinden und Bezirksgemeinschaften spürbar, berichtet sie. Der Bedarf ist gegeben, gibt es doch immer mehr ältere Menschen in Südtirol: Ende Dezember 2021 waren laut Landesstatistikinstitut (ASTAT) 107.617 Menschen in Südtirol 65 Jahre und älter. Beinahe die Hälfte davon, nämlich 56.732 Menschen, waren 75 Jahre und älter. Die ältere Generation bleibt allerdings länger fit. Erfahrungsberichte und die Daten zum Pflegegeld zeigen, dass erst ab dem 80. Lebensjahr der Pflegebedarf steigt. Im Jahr 2022 hat die Agentur für Soziale und Wirtschaftliche Entwicklung (ASWE) 245,4 Millionen Euro als Pflegegeld überwiesen. „Das Pflegegeld ist eine einkommensunabhängige Unterstützungsleistung, die sich am Bedarf nach Pflege orientiert und in vier Stufen, mit monatlichen Beiträgen von 571 bis 1800 Euro, ausbezahlt wird“, erklärt Alberto Zendrini, Direktor im Amt für Pflegeeinstufung.

Infos zu Pflege und Pflegegeld. Neben der Hausärztin beziehungsweise dem Hausarzt sind die Anlaufstellen für Beratung und Pflege zentrale Anlaufstellen. In 20 Standorten der Sozial- und Gesundheitssprengel informiert, berät und hilft ein kompetentes Team, bestehend aus Mitarbeitenden der Seniorenwohnheime der Umgebung, der Hauspflege und der Hauskrankenpflege. Informationen zum Pflegegeld gibt es zudem am Pflegetelefon (siehe Textende).

Nachdem das Ansuchen beim Sprengel oder im Patronat eingereicht wurde, findet ein Einstufungsgespräch statt, bei dem der Pflegebedarf erhoben wird. Die Einstufung erfolgt durch zwei Expertinnen (und Experten) der Krankenpflege und der Sozialbetreuung. Sie erheben den Pflegebedarf in mehreren Bereichen (Körperpflege, Nahrungsaufnahme/-ausscheidung, Mobilität und psychosoziales Leben) in Zeiteinheiten (Stunden und Minuten). Je höher der Bedarf, desto höher die Pflegestufe.

„In den vergangenen Jahren haben sich, bedingt durch die Pandemie, aber auch durch den hohen Personalmangel in Krankenpflege und Sozialbetreuung, die Wartezeiten auf die Einstufung leider sehr stark erhöht“, berichtet Direktor Zendrini. Man arbeite jedoch daran, diese Wartezeiten zu reduzieren, unter anderem durch eine Verbesserung der Abläufe und der Organisation der Dienstsitze oder durch eine zeitweise Einstufung von Amts wegen. „Auch im Bereich der Personalsuche sind wir aktiv“, erklärt Zendrini. Derzeit seien 20 Einstufungsteams in ganz Südtirol aktiv, der Bedarf liege allerdings bei 24.

Nicht nur Pflegegeld. Das Pflegegeld ist nicht die einzige Form der Unterstützung für Menschen, die auf Begleitung und Pflege in unterschiedlicher Intensität angewiesen sind. Vor allem die Hauspflege und die Hauskrankenpflege sind für die Pflege zu Hause wichtige Stützen. Die 78 Südtiroler Seniorenwohnheime bieten stationäre und teilstationäre Angebote, zudem gibt es zwölf Seniorenmensen oder das neu geschaffene Angebot „Gemeinsam Alltag leben“. Man müsse die bestehenden Systeme auf einen erhöhten Pflegebedarf der Gesellschaft vorbereiten, gibt Landesrätin Deeg zu bedenken. Das vorhandene Stufenmodell der teilstationären und stationären Einrichtungen für ältere Menschen sei eine sinnvolle Lösung, welche weiterentwickelt und ausgebaut werde, berichtet Brigitte Waldner, Direktorin des Amtes für Senioren und Sozialsprengel, und ergänzt: „Aus diesem Grund wurde der neue Dienst ‚Betreutes Wohnen Plus‘ entwickelt, der eine niederschwellige Betreuung in der Nacht bietet. Auch spezialisierte Tagespflegeheime, z.B. für Personen mit Demenz, sind bereits vorgesehen.“ Unter anderem auf der Basis des Landesgesetzes zum Aktiven Altern wird nun an der Pflege- und Betreuungslandschaft Südtirols weitergearbeitet: „Die Mitsprache und Einbindung der Betroffenen in die Entwicklung und Evaluierung der Dienste ist dabei zentral“, sagt Landesrätin Deeg.

Pflegetelefon: Unter dieser Nummer gibt es Informationen zum Pflegegeld: 848 800277.

ck

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