Öffentlicher Nahverkehr zielt auf Zero Emission
Die landeseigene SASA AG setzt auf emissionsfreie Fahrzeuge und stellt die eigene Busflotte schrittweise um.
Eine Strecke von rund 40.000 Kilometern – das entspricht einer kompletten Weltumrundung – legen ihre Fahrzeuge zusammen täglich zurück: Die Rede ist von der SASA AG, an der das Land Südtirol zu 88 Prozent beteiligt ist. Gemessen an der Anzahl der Busse, Linien und Fahrgäste ist sie der größte öffentliche Verkehrsbetreiber Südtirols. Und als solcher setzt die SASA AG ihren Weg hin zu einer möglichst emissionsfreien Mobilität fort.
Bereits heute sind 51 der insgesamt 374 in Südtirol im Einsatz befindlichen SASA-Fahrzeuge emissionsfrei darunter Elektro-, Wasserstoff- und Brennstoffzellenbusse. Weitere 11 Busse werden in Kürze in Betrieb genommen – im Rahmen eines Programms, für das die Landesregierung vor einem Jahr Mittel für die Anschaffung von 120 Fahrzeugen bereitgestellt hat. Das ist noch nicht alles: Weitere 50 der bereits im Einsatz befindlichen Dieselbusse werden mit Hydrierten Pflanzenölen (HVO, Hydrogenated Vegetable Oils) betankt, einem Biokraftstoff, dessen Emissionen in der Herstellung im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent geringer sind. In den kommenden Jahren ist die Inbetriebnahme weiterer HVO-betriebener Fahrzeuge vorgesehen.
Ziel der SASA ist es, wie Präsidentin Astrid Kofler erklärt, „die Flotte schrittweise auf einen emissionsfreien Betrieb umzustellen, die Infrastruktur entsprechend anzupassen und das Personal – über 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – zu schulen. Mit dem Ziel, einen gut funktionierenden und umweltschonenden Dienst anzubieten.“ In den nächsten zweieinhalb Jahren wird die Hälfte der SASA-Flotte aus emissionsfreien Fahrzeugen bestehen, so Kofler, wobei Batteriebusse gegenüber anderen Technologien deutlich überwiegen werden. Hinzu kommen noch die Busse, die mit HVO betankt werden. Parallel dazu wird die Ladeinfrastruktur ausgebaut.
Technologiemix auf dem Weg zur Klimaneutralität. Zero Emission bedeutet, jene Technologie zu nutzen, die sich am besten in den jeweiligen Kontext einfügt, sowohl aus Unternehmenssicht als auch, was den laufenden Betrieb anlangt: „Unsere Neuanschaffungen werden vorwiegend batteriebetriebene Fahrzeuge sein, doch Wasserstoff ist eine sinnvolle ergänzende Technologie, vor allem dort, wo infrastrukturelle Einschränkungen bestehen”, sagt Präsidentin Kofler. Beispielhaft nennt sie etwa fehlenden Platz für die Installation von Ladesäulen, aber auch die Schwierigkeit, die erforderliche Anschlussleistung zu erreichen, um große Mengen an Elektrobussen in Meran zu laden.
Derzeit arbeite man daran, die Kosten für grünen Wasserstoff zu senken – denn genau diese sind bislang dessen größter Nachteil. Und hier setzt auch die europäische Politik an: Sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene wurden bereits Förderpläne verabschiedet, um den Einsatz von Wasserstoffantrieben günstiger zu machen. Ihr Vorteil: Sie kommen ohne Ladesäule aus und punkten mit einem deutlich schnelleren und unkomplizierteren Betankungsprozess.
„SASA setzt auf einen Technologiemix, und die Technologie entwickelt sich sehr rasch weiter. Deshalb gilt es, die Entwicklungen stetig zu beobachten, dazuzulernen, Best Practices mit anderen Akteuren auszutauschen und sich sowohl national als auch international zu vernetzen”, betont Astrid Kofler. „Unser Bemühen ist es, die Dekarbonisierung weiter voranzutreiben.”
Hydrogen Adige Valley. In diesen Kontext fügt sich Hydrogen Adige Valley ein: ein Projekt zur Energieerzeugung und zur Dekarbonisierung des öffentlichen Nahverkehrs, getragen von Land, SASA und Alperia. Das Projekt gewährleistet die „Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff“, wie die Präsidentin erläutert, und könnte künftig auch für die Industrie interessante Möglichkeiten eröffnen.
Hydrogen Adige Valley vereint die Erzeugung erneuerbarer Energie und die Produktion von grünem Wasserstoff für einen emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr in einem einzigen System. Die von der Europäischen Union über Next Generation EU finanzierte Initiative hat Investitionen von rund 35 Millionen Euro mobilisiert. Sie umfasst eine Anlage mit zwei Megawatt zur Produktion von grünem Wasserstoff und einen eigenen Photovoltaikpark mit 1,5 Megawatt, der jährlich rund 1,89 Gigawattstunden erneuerbare Energie erzeugen kann, sowie den Ausbau der bestehenden Wasserstofftankstelle in Bozen und den Bau einer Wasserstofftankstelle in Meran. Wie bei der Vorstellung im Juni 2026 betont wurde, kann die Anlage mindestens 360 Kilogramm Wasserstoff pro Tag produzieren, die zur Versorgung des öffentlichen Nahverkehrs und der Tankstellen in Bozen und Meran bestimmt sind. Zu den innovativen Elementen zählt auch die erste Photovoltaikanlage des Landes, die über einem Busparkplatz errichtet wurde: So lässt sich Energie erzeugen, ohne zusätzlichen Boden zu verbrauchen.
gm/mpi
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